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Teslas "Sentry Mode" filmt Porsche-Diebstahl

Teslas “Sentry Mode” filmt Porsche-Diebstahl

In Spanien filmte ein Tesla den vermeintlich unauffälligen Diebstahl eines Porsche 964. Der Wagen konnte mithilfe der Aufnahmen ausfindig gemacht werden.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 24.07.2020

Um eine Maßnahme gegen Auto-Einbrüche, Diebstahl und Vandalismus zu setzen, hat Tesla den “Sentry Mode” eingeführt: Dieses Überwachungssystem nutzt die Kameras des Autopiloten, um verdächtige Aktivitäten rund um das geparkte Fahrzeug aufzuzeichnen. Dass das durchaus nützlich sein kann, hat sich seit der Einführung des Systems schon vielfach gezeigt. In Spanien kam ein Tesla mit “Sentry Mode” unlängst etwa einem Porsche 911 (964 Carrera 2) zu Hilfe: Die Kameras zeichneten auf, wie unbekannte Männer den Sportwagen einfach von einem Parkplatz rollten.

Die Diebe entschiedenen sich für eine geräuscharme Art der Fahrzeugentwendung, wohlwissend, dass der luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor im aktiven Zustand einen unauffälligen Abgang drastisch erschwert hätte. Dem nebenan geparkten Tesla entging die Aktion aber trotzdem nicht: Durch die Bewegungen wurde der “Sentry Mode” aktiviert, und drei Kameras zeichneten den Diebstahl aus verschiedenen Blickwinkeln auf.

Der Besitzer des Porsche postete die Videos auf Twitter, woraufhin der Porsche tatsächlich von einem Einwohner der Stadt L’Eliana nahe Valencia erkannt wurde. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei tatsächlich um den gestohlenen Wagen, der so in die Obhut seines Besitzers zurückgegeben werden konnte. Die Polizei versucht, nun mit Hilfe der Videos auch die Diebe ausfindig zu machen, wie das spanische Magazin Motorpasion berichtet.

Es ist nicht das erste Mal, in dem sich der “Sentry Mode” als nützlich erwies. Meist dokumentieren die Teslas damit allerdings Attacken gegen sich selbst. In den USA und Großbritannien konnten bereits mehrere Fälle von Vandalismus mit Hilfe der Videos aufgeklärt werden. Oft bitten die Tesla-Besitzer selbst um Hilfe bei der Identifizierung von Schlüsselkratzern. Im März 2019 war V-Logger TesLatino einer der ersten, die von einem solchen Fall berichteten.

Insbesondere in den USA gehen die Emotionen gegen Elektroautos oft hoch, wie beispielsweise auch das Phänomen des ICE-ings zeigt. Den Überwachungsmodus führte Tesla ein, um gegen mitwillige Beschädigungen vorzugehen: Registriert der “Sentry Mode” eine “minimale Gefahr” wie jemanden, der sich an das Auto lehnt, werden die Kameras aktiviert. Eine dementsprechende Nachricht wird auch auf dem Touchscreen im Cockpit angezeigt. Bei einer heftigen Attacke – beispielsweise, wenn jemand ein Fenster einschlägt – wird zudem die Alarmanlage aktiviert, die Helligkeit des Touchscreens erhöht und Musik mit maximaler Lautstärke abgespielt. Der Besitzer erhält eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone, die Videoaufzeichnung des Zwischenfalls wird auf einem USB-Datenträger gespeichert. Verfügbar ist der “Sentry Mode” für die Modelle 3, S und X, die nach August 2017 gebaut wurden. Bei der Verwendung muss allerdings die Gesetzeslage im jeweiligen Land beachtet werden – in Österreich etwa unterliegen Videoaufzeichnungen im öffentlichen Raum engen Einschränkungen, wie ihr in unserem Artikel rund um die Legalität von Dashcams im Straßenverkehr nachlesen könnt.