Parken: 7 gängige Irrtümer

Wir haben die sieben gängigsten Irrtümer zum Thema “Parken in Österreich” unter die Lupe genommen.

01.08.2018 Online Redaktion

Männer auf Frauenparkplätzen, gratis Parken bei defektem Ticketautomat oder parkende Autos, die Unfälle verschulden? – wir haben 7 gängige Irrtümer zum Thema “Parken in Österreich” für euch.

7 Parkplatz-Irrtümer

1) Als Mann auf einem Frauenparkplatz parken?

© Bild: CC/JG-NF

Parkplätze die laut Kennzeichnung Frauen vorbehalten sind, machen Sinn. In Tiefgaragen beispielsweise sind solche Stellplätze häufig mit einer unmittelbar erreichbaren Notruftaste versehen. Rein rechtlich ist es aber egal, ob ein Mann oder eine Frau das Auto auf einem Frauenparkplatz abstellt – somit ist auch kein Bußgeld möglich. Der Parkraumbetreiber kann lediglich eine Aufforderung an Männer aussprechen, das Fahrzeug wegzufahren.

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2) Strafzettel statt Parkschein?

© Bild: GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Hat man die Strafe erst kassiert, parkt es sich ganz ungeniert? Wenn man für das Parken ohne Parkschein in der Kurzparkzone bereits einen Strafzettel an der Windschutzscheibe klemmen hat, gilt dieser solange als Parkschein, bis ich den Parkplatz wieder verlasse, so ein immer noch verbreiteter Irrtum. Grundsätzlich liegt in diesem Fall zwar ein “Dauerdelikt” vor (wenn das Auto seit Verhängung der Parkstrafe nicht bewegt wurde), das nur einmal bestraft werden kann. Spätestens am nächsten Tag “beginnen” Kurzparkzonen aber täglich neu – womit auch täglich ein neuer Strafzettel fällig werden kann.

3) Kostenlos parken bei defektem Parkscheinautomat?

Auch das ist nicht ganz richtig, denn: Steht ein anderer Parkscheinautomat in der näheren Umgebung, muss versucht werden, den Parkschein an einem anderen Automaten zu kaufen. Nur im sehr unwahrscheinlichen Fall, dass sämtliche umliegende Parkscheinautomaten defekt sind, muss keine Parkgebühr entrichtet werden – allerdings muss dann eine Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe ausgelegt werden.

Der ergänzende Rechtssatz im Wortlaut: “Das Entdecken und Benützen eines in Sichtweite, etwa 50m entfernt aufgestellten Parkscheinautomaten ist möglich und zumutbar.”

4) Das Vorrecht auf einen Parkplatz hat derjenige, der in Fahrtrichtung zur Parklücke einfährt?

Diese Annahme ist ebenso falsch wie die immer noch gängige Meinung, der Beifahrer könne einen öffentlichen Parkplatz “reservieren”, indem er sich auf dem Parkplatz breit macht.

Somit gilt: Der Autofahrer, der zuerst einfahrbereit eine Parklücke erreicht, hat Vorrecht auf den Parkplatz, oder kurz gesagt: “Wer zuerst kommt, parkt zuerst”.

5) Ein parkendes Auto kann keinen Unfall verschulden?

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Ein falsch geparktes Fahrzeug – etwa an gefährlichen oder unübersichtlichen Stellen oder zu nahe an Kreuzungen – kann Auslöser für einen Unfall sein und riskiert bei der Urteilsbemessung zumindest eine Mitschuld.

6) Auf dem Autobahn-Seitenstreifen darf man sein Auto kurz abstellen, wenn die Blase drückt oder sich ein mitfahrendes Kind übergeben muss?

So unangenehm eine volle Harnblase oder ein spei-übel-riechender Fahrzeuginnenraum auch sein mag: Der Seiten/Pannenstreifen einer Autobahn darf ausnahmslos nur dann benutzt werden, wenn man tatsächlich eine Panne hat und das Weiterfahren nicht mehr möglich ist.

7) Ein Auto, das mich zuparkt, darf ich abschleppen lassen?

© Bild: CC0

Auch wenn es unglaublich ärgerlich ist, wenn das eigene Auto von einem anderen Fahrzeug zugeparkt wird: Ein Fahrzeug abschleppen zu lassen, ist laut österreichischer Gesetzeslage nur in wirklichen Ausnahmefällen rechtmäßig. Und zwar dann, wenn staatliche Hilfe zu spät kommt und ein Abschleppen der Situation angemessen, also unbedingt notwendig ist. Ob das im Einzelfall zutrifft oder nicht, kann man als juristischer Laie nur schwer beurteilen.

Die sichere Variante: Die Polizei rufen – diese wird die notwendigen weiteren Schritte setzen – und gibt die Verantwortung für das weitere Vorgehen ab.

Bonus: Auf öffentlichen Parkplätzen gilt hinsichtlich des Vorranges, wie üblich, Rechts vor Links

Diese Annahme stimmt nicht, mehr dazu lest ihr hier.

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