Diese Parkuhr ist nur in Deutschland gültig, da keine Vierstelstunden angegeben sind.
 

Parkuhr richtig verwenden: Eigentlich einfach oder?

Wenn der Amtsschimmel wiehert: Das richtige Aussehen und Verwenden einer Parkscheibe ist exakt geregelt. Wir sagen euch, was ihr beachten müsst.

18.06.2018 Online Redaktion

Die umgangssprachliche “Parkuhr” zu stellen, sollte wohl keinen Autofahrer vor ernsthafte Schwierigkeiten stellen, denkt man. Aber: Auch hier wiehert der Amtsschimmel lustig vor sich hin. Wer bei der Verwendung einer Parkuhr wirklich vorschriftsgemäß vorgehen will, für den stehen einige Regeln und Vorschriften parat, die beachtet werden wollen. Stichwort: Kurzparkzonenüberwachungsverordnung bzw. Parkscheiben-Verordnung.

Kurzparkzonen-Überwachungsverordnung bzw. Parkscheiben-Verordnung

In der Kurzparkzonenüberwachungsverordnung bzw. auch in der Parkscheiben-Verordnung von 1961 ist genau geregelt, wie eine Parkscheibe (offizielle Bezeichnung) aussehen und gestaltet sein muss, um vorschriftsgemäß verwendet werden zu können. Diese aufregende Lektüre kann in voller Länge hier nachgelesen werden:

Kontrast und Farben

Das Ziffernblatt muss einen Kontrast zum Hintergrund aufweisen; so muss der Zeiger und die “Darstellung des Zifferblattes in dunkler Farbe ausgeführt sein” – schwarz, dunkelblau oder dgl. ist also erlaubt. Der Untergrund des Zifferblattes muss hingegen eine “helle Farbe” wie z.B. weiß, gelb oder dgl. aufweisen.

Durchmesser und Zeitunterteilung

Parkscheibe mit einem Zeiger

Neben dem Kontrast bzw. den Farben ist aber auch der Durchmesser des Zifferblattes genau geregelt: Mindestens zehn Zentimeter muss dieses im Durchmesser mindestens aufweisen, um der Verordnung zu entsprechen. Außerdem muss der Zeiger die Ankunft auf eine Viertelstunde genau anzeigen können.

Parkscheibe mit zwei Zeigern

Bei den 1961 eingeführten Parkscheiben mit zwei Zeigern wurde der schwarze Zeiger für die Ankunftszeit und der rote für die Ablaufzeit verwendet. Parkscheiben mit zwei Zeigern sind grundsätzlich auch heute noch erlaubt – allerdings muss nur der schwarze Zeiger korrekt eingestellt werden, denn seit 1994 bleibt die “die rote Spitze des Doppelzeigers dabei ohne rechtliche Bedeutung.”

Blaue Zeitanzeiger mit Sichtfenster: In Österreich nicht erlaubt
Die blauen Parkuhren mit kleinem Sichtfenster sind streng genommen nur in Deutschland, nicht aber in Österreich gültig, und zwar aus zwei Gründen: Sie sehen völlig anders aus, als in der  Kurzparkzonen-Überwachungsverordnung vorgeschrieben. Und: Sie unterstützen keine Unterteilung der Ankunftszeit in Viertelstunden sondern nur in Halbstunden.

Parkuhr richtig stellen in Österreich

Der dunkle Zeiger “hat die Ankunftszeit anzuzeigen” – und dabei darf auf die nächste volle Viertelstunde aufgerundet werden. Beispiel: Ankunft um 12:01 Uhr – die Parkuhr darf in diesem Fall auf 12:15 Uhr gestellt werden. Es ist also nicht notwendig, den Zeiger auf den weißen Zwischenraum zeigen zu lassen.

© Bild: CC0

In Deutschland darf gar auf die nächste volle halbe Stunde aufgerundet werden – daher auch die blauen Zeitanzeiger mit Einteilung in Halbstunden.

Keine Parkuhr zur Hand: Darf ich die Ankunftszeit auf einen Zettel schreiben?

Auch hier gilt: Ein Zettel mit handschriftlich vermerkter Ankunftszeit entspricht streng genommen nicht der Verordnung und ist somit ungültig.

Allerdings wird in der Praxis von den Kontrollorganen häufig (aber nicht immer) “großzügig” ein Auge zugedrückt – im Fall eines Strafmandats besteht aber keine Möglichkeit sich darauf zu berufen.

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