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Parkpickerl in Wien: Alle Infos 2021 [Kosten, Gültigkeit, Antrag]

Parkpickerl in Wien: Alle Infos 2021 [Kosten, Gültigkeit, Antrag]

Parkpickerl in Wien: Wer bekommt es, wo und wie lange gilt es, wie wird es beantragt und welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Online Redaktion
Veröffentlicht am 05.05.2021

Flächendeckende Kurzparkzonen gibt es aktuell in 19 der 23 Wiener Bezirke (inklusive den Zonen in Simmering). Zu festgelegten Zeiten ist das Parken in diesen Gebieten kostenpflichtig und zeitlich begrenzt, der erforderliche Parkschein kann in Papierform oder via Smartphone-App gelöst werden. Für Anrainer gibt es aber eine Ausnahme: Sie können für ihren Wohnbezirk ein so genanntes Parkpickerl beantragen, mit dem sie ihr Auto ohne zeitliche Begrenzung im betreffenden Gebiet abstellen können. Alle Informationen zum Parkpickerl in Wien haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst. Einen Überblick zum Status der geplanten Parkpickerl-Reform gibt’s weiter unten.

Weiterführende Informationen zum Thema Kurzparkzonen, Parkscheine und Parkgebühren in Wien findet ihr hier.

Voraussetzungen

Wer bekommt ein Parkpickerl in Wien?

Jede Privatperson, deren Hauptwohnsitz in einer Kurzparkzone liegt, kann ein Parkpickerl für ihr Auto beantragen. Auch mehrere Parkpickerl pro Haushalt sind möglich, sofern mehrere Zulassungsbesitzer darin leben. Allerdings kann pro Person nur ein Parkpickerl beantragt werden.

Sonderregelung für Kleingarten-Bewohner: Wer seinen Hauptwohnsitz in Wien und einen Nebenwohnsitz in einem Kleingarten angemeldet hat, kann für dieses Gebiet ein so genanntes “Saisonpickerl” beantragen. Dieses ist allerdings nur von März bis Oktober gültig.

Für welche Fahrzeuge kann man ein Parkpickerl bekommen?

  • Der Antragsteller muss der Zulassungsbesitzer des Autos sein oder einen Leasingvertrag für das Auto haben.
  • Auch für Firmenautos, die privat genutzt werden, kann man ein Parkpickerl beantragen.
  • Das Fahrzeug muss auf die Hauptwohnsitz-Adresse zugelassen sein (ausgenommen privat genutzte Firmenautos).
  • Auch Autos mit Wechselkennzeichen kommen in Frage.
  • Vorausgesetzt wird zudem, dass der Antragsteller das betreffende Fahrzeug auch wirklich selbst fährt.
  • Das Fahrzeug muss mehrspurig sein und darf ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten.

Geltungsbereich & Gültigkeitsdauer

Wo gilt das Parkpickerl?

Autos mit Parkpickerl dürfen in allen Kurzparkzonen des jeweiligen Gültigkeitsbereichs ohne zeitliche Beschränkung abgestellt werden. Der Gültigkeitsbereich ist dabei nicht unbedingt mit dem Wohnbezirk ident, in manchen Fällen gilt ein Parkpickerl auch in weiteren Bereichen. Beispielsweise ist ein Parkpickerl für den 15. Bezirk auch in der bewirtschafteten Zone im 14. Bezirk sowie in den Überlappungsbereichen zum 16. Bezirk gültig, während der Bereich rund um die Stadthalle ausgenommen ist.

Auch auf gekennzeichneten AnwohnerInnen-Parkplätzen im betreffenden Bezirk dürfen Autos mit Parkpickerl ohne Zusatzkosten zeitlich unbegrenzt abgestellt werden.

Update: Die Einführung eines flächendeckenden, einheitlichen Parkpickerls in Wien ist bereits geplant. Konkrete Vorschläge werden für den Sommer 2021 erwartet, die Umsetzung wird heuer aber wohl nicht mehr erfolgen. Zu der flächendeckenden Kurzparkzone in Simmering, die bereits beschlossen wurde, kommen dann auch noch die Bezirke Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing hinzu. Detailliertere Infos zur Parkpickerl-Reform in Wien gibt’s hier.

Wie lange gilt das Parkpickerl?

Das Parkpickerl ist, je nach Antrag, zwischen drei Monaten und zwei Jahren lang gültig. Saisonpickerl für Kleingartenbewohner gelten nur in der Gartensaison von März bis Oktober.

Wer sein Parkpickerl verlängern möchte, muss spätestens vier Wochen vor dem Ablauf der Gültigkeitsdauer einen neuen Antrag stellen.

Achtung: Aus datenschutzrechtlichen Gründen erhalten Parkpickerl-Inhaber, die keine gesonderte Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten erteilt haben, vor dem Ablauf der Gültigkeitsdauer keine automatische Erinnerung mehr.

Die Gültigkeit seines eigenen Parkpickerls kann man auf der Website der Stadt Wien unter diesem Link jederzeit online abfragen. Lediglich das Kennzeichen des betreffenden Fahrzeugs ist dafür erforderlich.

Kann man das Parkpickerl vor Ablauf der Gültigkeit zurückgeben?

Wer das Parkpickerl schon vor dem Ablauf der eigentlichen Gültigkeitsdauer nicht mehr benötigt, bekommt die Kosten anteilig rückerstattet. Für bereits begonnene Monate gibt es allerdings keine Rückvergütung. Die Rückgabe des Parkpickerls kann im Änderungs-Formular online angemeldet werden. Alternativ dazu kann man das Parkpickerl auch im zuständigen Magistratischen Bezirksamt deaktivieren lassen, dafür benötigt man einen Lichtbildausweis.

Kosten & Zahlungsmöglichkeiten

Wie viel kostet das Parken mit Parkpickerl in Wien?

Im 1. bis 9. Bezirk, im 15. Bezirk im Bereich der Stadthalle sowie im 20. Bezirk beträgt die Parkometerabgabe 10 Euro pro Monat. Das entspricht 120 Euro für ein Jahr und 240 Euro für zwei Jahre.

Im 10., 11., 12. und 14. Bezirk, im 15. Bezirk außerhalb des Bereichs der Stadthalle sowie im 16., 17., 18. und 19. Bezirk beträgt die Parkometerabgabe 7,50 Euro pro Monat. Das entspricht 90 Euro für ein Jahr und 180 Euro für zwei Jahre.

Welche zusätzlichen Gebühren fallen an?

Neben der eigentlichen Parkgebühr – der so genannten Parkometerabgabe – werden bei der Ausstellung eines Parkpickerls diverse Gebühren fällig:

Bei Antragstellung im Magistratischen Bezirksamt:

  • Bundesabgabe: 14,30 Euro für den Antrag
  • 3,90 Euro je Beilage (max. 21,80 Euro für alle Beilagen)
  • Verwaltungsabgabe: 35,70 Euro

Bei der Online-Antragsstellung:

  • Bundesabgabe: 8,60 Euro für den Antrag
  • 2,30 Euro je Beilage (max. 13,10 Euro für alle Beilagen)
  • Verwaltungsabgabe: 30,70 Euro

Wer den Antrag online statt persönlich stellt, schneidet durch die geringeren Gebühren also insgesamt günstiger ab. Alle Informationen sowie die Links zur Online-Antragstellung findet ihr hier.

Die Parkometerabgabe müssen Sie für jeden Monat bezahlen, für den Sie ein Parkpickerl beantragen. Sie müssen für mindestens drei Monate bezahlen. Sie können höchstens für zwei Jahre bezahlen. Bereits begonnene Monate werden dabei voll gerechnet.

Antrag & Fristen

Wo kann man ein Parkpickerl beantragen?

Das Parkpickerl kann sowohl persönlich im zuständigen Magistratischen Bezirksamt als auch online über die Website der Stadt Wien beantragt werden.

Achtung: In Corona-Zeiten ist die Vorsprache in den Wiener Bezirksämtern sind derzeit nur mit Termin möglich, um persönlich ein Parkpickerl zu beantragen, muss man also rechtzeitig online einen Termin vereinbaren.

Wichtige Links

Welche Unterlagen sind für die Antragstellung erforderlich?

Für den Parkpickerl-Antrag benötigt man jedenfalls den Zulassungsschein des betreffenden Fahrzeugs sowie den eigenen Führerschein.

Je nachdem, für welches Auto der Antrag gestellt wird, können auch weitere Unterlagen erforderlich sein:

  • Handelt es sich um ein geleastes Auto, muss der Leasingvertrag vorgezeigt werden.
  • Bei einem privat genutzten Dienstfahrzeug wird die Bestätigung des Arbeitgebers sowie die Bestätigung über die Zahlung des entsprechendes Sachbezuges (z.B. am Lohnzettel) benötigt.
  • Selbständige benötigen bei der Beantragung eines Parkpickerls für ihr privat genutztes Firmenauto eine Bestätigung ihres Steuerberaters, berufmäßigen Parteienvertreters oder Buchhalters, dass das betreffende Fahrzeug zu mindestens 15 Prozent privat genutzt wird.
  • Wenn vorhanden, sollten auch der Auszug aus dem Gewerberegister (Gewerbeschein) und der Auszug aus dem Firmenbuch mitgebracht werden.
  • Bei Wechselkennzeichen sind die Zulassungsscheine von allen Fahrzeugen, die damit genutzt werden, erforderlich.
  • Wer einen diplomatischen Status inne hat, benötigt die Legitimationskarte sowie den Mietvertrag für die Wohnung.
  • Inhaber eines Behindertenpasses nehmen diesen ebenfalls zur Antragsstellung mit.

Für die Online-Antragstellung müssen alle erforderlichen Unterlagen eingescannt werden.

Welche Fristen gilt es zu beachten?

Bei persönlicher Beantragung im Magistratischen Bezirksamt wird das Parkpickerl dem Antragsteller direkt ausgehändigt, sofern alle Voraussetzungen erfüllt werden.

Wer sein Parkpickerl online beantragt, sollte etwa eine Woche bis zum Erhalt einkalkulieren.

Änderungen am Parkpickerl

In bestimmten Fällen ist es erforderlich, Änderungen bekannt zu geben, damit das bestehende Parkpickerl weiterhin seine Gültigkeit behält:

  • Tausch der Windschutzscheibe
  • Wechsel des Autos
  • Übersiedelung in einen anderen Parkpickerl-Bezirk
  • Wechsel des Kennzeichens
  • Rückgabe-Wunsch

Alle Änderungen an bestehenden Parkpickerln können unter diesem Link online vorgenommen werden.

Strafzettel trotz Parkpickerl?

Wer trotz gültigem Parkpickerl einen Strafzettel erhält, sollte diesen nicht ohne weiteres bezahlen. Ende 2020 wies der ÖAMTC darauf hin, dass es durch behördeninterne Softwareprobleme dazu gekommen sein könnte, dass manche Parkpickerl-Verlängerungen nicht an die Parkraumüberwachung weitergeleitet wurden. Wer in seinem eigenen Wohnbezirk trotz gültigem Parkpickerl einen Strafzettel erhalten hat, sollte den Tatvorwurf genau prüfen und ggf. Einspruch erheben, empfiehlt der Club. Wenn die Strafe bereits bezahlt wurde bestehe grundsätzlich kein Anspruch auf eine Rückzahlung.

Parkpickerl-Reform: Ausweitung in Planung

Eine Reform der Parkraumbewirtschaftung wird schon lange heiß diskutiert. Die Ausweitung des Parkpickerls ist bereits geplant, den Startschuss hat Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) Anfang Mai gemeinsam mit NEOS-Klubchefin Bettina Emmerling und den Bezirksvorstehern aus Simmering, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing gegeben. Hier gibt’s die wichtigsten Infos zu den voraussichtlichen Neuerungen im Überblick.

Was ist geplant?

Die flächendeckenden Kurzparkzonen sollen ausgeweitet werden. Simmering, wo es aktuell nur Zonen gibt, hat die Einführung einer flächendeckenden Lösung bereits länger geplant. Nun wurde beschlossen, dass auch die Bezirke Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing hinzukommen sollen.

Neben der Ausweitung der flächendeckenden Kurzparkzonen soll auch die Dauer, wie lange Pkw ohne Parkpickerl parken dürfen, vereinheitlicht werden: Aktuell ist gibt es hier Unterschiede zwischen den Bezirken. Eine Kostenerhöhung sei allerdings nicht vorgesehen, hieß es bei der ersten Präsentation der Parkpickerl-Ausweitung. Details zur Umsetzung sollen bis zum Sommer 2021 bekannt gegeben werden.

Wann kommt die neue Parkpickerl-Regelung?

In den kommenden Wochen prüft die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) die Situation in den Bezirken und erarbeitet die Grundlagen für die weiteren Schritte. Noch vor dem Sommer diesen Jahres soll es eine Beschlussfassung geben. Umgesetzt werden die Reformen heuer aber wohl nicht mehr: “Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen”, meinte Sima dazu.

Was soll die Parkpickerl-Ausweitung bringen?

Durch die Ausweitung der flächendeckenden Kurzparkzonen soll die Parkplatzsituation verbessert werden. Jede neue Einführung des Parkpickerls in einem Bezirk habe zu Verdrängungseffekten in die Nachbarbezirke geführt, sagte Sima bei der Präsentation der Reformierungspläne. So würde etwa eine Ausweitung der Kurzparkzonen in Simmering dazu führen, dass die Parkplatzsuchenden auf das benachbarte Liesing ausweichen. Um diesem Effekt vorzubeugen, soll das Parkpickerl gleich auf alle Bezirke ausgeweitet werden.

Kritische Stimmen

Die angekündigten Maßnahmen stoßen nicht nur auf Zustimmung – aus verschiedensten Richtungen wird seit der Bekanntgabe mitunter heftige Kritik geübt. Beanstandet wird vor allem, dass mit der geplanten Reform das 1990 gestartete “Fleckerlteppich”-Modell fortgesetzt würde, anstatt eine moderne Lösung – etwa mit der Einteilung ganz Wiens in drei Zonen – zu finden. Die ÖVP sprach von einer “phantasielosen Abzocke”, die FPÖ erneuerte die Forderung nach einer kostenlosen, für die gesamte Stadt geltende Abstellerlaubnis für Wiener Autobesitzer. Die Grünen plädierten für eine komplette Reform der Parkraumbewirtschaftung. Auch die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ zeigten sich zwar froh über eine Vereinheitlichung, sprachen sich aber trotzdem erneut für eine gesamten Reform der Parkraumbewirtschaftung aus.