Andreas Riedmann
Elektroroller: Alle Infos im Überblick

Elektroroller: Alle Infos im Überblick

Wissenswertes rund ums Thema Elektroroller sowie einige beliebte Modelle im Überblick.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 20.03.2020

Roller sind ein praktisches Fortbewegungsmittel für den urbanen Raum. Auch in batteriebetriebener Ausführung erfreuen sich die kompakten Zweiräder steigender Beliebtheit. Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Modelle auf den Markt, die Auswahl reicht von Rollern mit einer Geschwindigkeit bis zu 45 km/h, die mit den B-Führerschein oder dem Mopedschein gefahren werden können, bis hin zu Modellen mit einem Top-Speed über 70 km/h, für die man entweder einen A1-Führerschein oder den eingetragenen Zusatzcode 111 im B-Schein benötigt.

Was es über Elektroroller zu wissen gibt und welche Modelle aktuell am österreichischen Markt erhältlich sind, erfahrt ihr hier.

Nicht zu verwechseln sind Elektrorollern mit den elektrischen Tretrollern, die sich 2020 in vielen Städten an (fast) jeder Straßenecke finden. Unsere Übersicht zu den so genannten E-Scootern findet ihr hier.

Mit welchem Führerschein darf ich einen Elektroroller fahren?

Elektroroller bis 45 km/h

Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h gelten als Mopeds / Mofas und dürfen in Österreich mit dem Führerschein der Klasse B oder einem Moped-Schein (Klasse AM) ab 16 Jahren gelenkt werden.

Elektroroller bis 11 kW

Für das Lenken eines Elektrorollers mit einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h wird ein Führerschein der Klasse A1 oder ein B-Schein mit eingetragenem Code 111 benötigt. Österreich ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen man Motorroller und Bikes bis zu einem Hubraum von 125 ccm bzw. (im Falle eines Elektrorollers) einer Motorleistung von bis zu 11 kW auch mit dem Führerschein der Klasse B lenken darf, sofern der Code 111 darin eingetragen ist. Alle Infos zum Code 111 findet ihr hier.

Elektroroller bis 35 kW

Ein Führerschein der Klasse A2 berechtigt seinen Inhaber zum Lenken von Motorrädern mit einer Motorleistung von bis zu 35 kW (48 PS) sowie einem maximalen Verhältnis von Leistung zu Eigengewicht von 0,2 kW pro Kilogramm. Handelt es sich um ein gedrosseltes Motorrad, darf dieses nur von einem Fahrzeug mit maximal der doppelten Motorleistung abgeleitet sein.

Elektromotorräder

Um Elektro-Motorräder mit einer Leistung über 35 kW lenken zu dürfen, wird ein Führerschein der Klasse A benötigt. Alle Informationen rund um den Motorradführerschein in Österreich (Klassen A1, A2 und A) findet ihr hier im kompakten Überblick.

Wie hoch ist die Reichweite eines Elektrorollers?

Die Reichweite eines Elektrorollers hängt von der Batteriekapazität und dem Stromverbrauch des Motors ab. Gängig sind Reichweiten zwischen 50 und 100 Kilometern, manche Modelle liegen bei sparsamer Fahrweise auch deutlich darüber.

Was können Elektroroller im Alltag? Der ÖAMTC hat fünf beliebte Modelle getestet – die Ergebnisse gibt’s hier.

Wie wird ein Elektroroller aufgeladen?

Ein Elektroroller kann an der normalen Steckdose, an öffentlichen Ladesäulen oder an einer Wallbox aufgeladen werden. Bei vielen Modellen kann der Akku auch einfach entnommen werden und beispielsweise über Nacht in der Wohnung aufgeladen werden, was insbesondere in der Stadt sehr praktisch ist, wenn kein Zugang zu einer Steckdose bei der Parkmöglichkeit gegeben ist.

Alle Informationen rund ums Thema Wallboxen findet ihr hier im Überblick.

Erhält man beim Kauf eines Elektrorollers eine Förderung?

2019 und 2020 wird die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für den privaten Gebrauch gefördert. Dazu zählen auch Elektroroller bzw. Elektromopeds und Elektromotorräder. Die Höhe der Förderung beträgt:

  • 350 Euro pro E-Moped
  • 500 Euro pro E-Motorrad

Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist, dass seitens des Fahrzeughändlers beim Kauf des Fahrzeuges ein E-Mobilitätsbonusanteil in der Höhe der Förderung gewährt wurde (Quelle: Umweltbundesamt).

Alle Informationen rund um die Förderung sowie die Möglichkeit zur Antragstellung findet ihr unter diesem Link.

Wird beim Kauf eines Elektrorollers die NoVA fällig?

Nein, beim Kauf eines Elektrorollers entfällt die Normverbrauchsabgabe.

Alle Informationen zur NoVA in Österreich ab 2020 sowie einen kostenlosen Online-Rechner findet ihr hier.

Hersteller und beliebte Elektroroller im Überblick

Die Auswahl an Elektrorollern ist bereits enorm, und jedes Jahr kommen zahlreiche neue Modelle dazu. Unter den Herstellern finden sich sowohl bekannte Namen wie Piaggo als auch zahlreiche Marken, die hierzulande (noch) nicht sehr bekannt sind. Im Folgenden haben wir die Eckdaten zu einigen beliebten Elektrorollern in Österreich für euch aufgelistet.

Piaggio

Vespa Elettrica

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© Bild: Andreas Riedmann

Die Vespa Elettrica von Piaggio mit 45 km/h Spitze hat im Test des ÖAMTC den “kompaktesten Eindruck” hinterlassen. Mit einem Preis von 6.690 Euro ist die Elektro-Vespa allerdings nicht gerade günstig, dafür gibt’s das beliebte und bewährte Retro-Design mit nur leicht futuristischen Akzenten.

Die Vespa Elettrica ist auch in einer stärkeren Variante erhältlich, die bis zu 70 km/h erreicht. Sie schlägt aber gleich mit 7.890 Euro zu Buche.

NIU

Das chinesische Unternehmen NIU arbeitet bei der Entwicklung seiner Elektroroller mit Bosch, Panasonic und Vodafone zusammen und hat sowohl E-Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h als auch schnellere Roller im Programm. 2020 kommen mit dem MQi GT, dem NQi GTs Pro und dem UQi GT Pro drei neue Modelle auf den Markt.

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© Bild: Werk

NIU NQi GT

Die neuen Roller der NQi GT-Serie sind mit einem 3.000 Watt starken Motor von Bosch ausgestattet und verfügen über drei verschiedene Fahrmodi: Sport, Danymic und E-Save. Die zwei 60 V × 35 Ah-Akkupacks sollen je nach Fahrmodus eine Reichweite von mehr als 100 km Kilometern ermöglichen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit über 70 km/h angegeben. Ein mehrfarbiges Display liefert Informationen über Geschwindigkeit, Akkustand etc.

NIU N1S Civic

Angetrieben wird der NIU M1S Civic von einem 2,4 kW starken Motor mit 120 Nm maximalem Drehmoment. Damit sprintet er schnell auf 45 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 48 km/h. Das 29 Ah-Akkupack kann in sechs Stunden komplett aufgeladen werden und ermöglicht so eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern.

Unu

unu Scooter Classic

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© Bild: ÖAMTC

Der Roller mit dem charakteristischen Design ist mittlerweile in vielen Städten anzutreffen. Er schafft 45 km/h und kommt mit zwei Akkus etwa 100 Kilometer weit. Die Akkus können entnommen und an jeder Steckdose geladen werden. Ab 2.349 Euro ist der unu Scooter Classic zu haben.

“Klein, leicht, günstig – das sind die Vorteile des Scooter Classic von unu. In diesem Bereichen kann dem Elektroroller keiner der anderen Testkandidaten das Wasser reichen. Die Dimensionen erleichtern zwar das Navigieren im dichten Verkehr, andererseits schränken sie aber auch die Nutzbarkeit ein: Für Personen über 1,80 Metern Körpergröße sei der unu Classic nahezu ungeeignet”, ergab der Test des ÖAMTC. Die kompletten Ergebnisse gibt’s hier zum Nachlesen.

BMW

BMW C-Evolution

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Nicht unbedingt ein massentaugliches Modell, aber es sei hier erwähnt, um die Bandbreite an Elektrorollern aufzuzeigen: Der C-Evolution von BMW bringt brachiale 72 Nm Drehmoment und ist damit ein urbanes Kampfgerät für Könner. Luftgekühlte Lithium­ionen-Hochvoltbatterie (8 kWh). Mit einem Preis ab 15.375 Euro spielt der BMW-Roller aber bei den ganz Großen mit.

Torrot

Torrot Muvi

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© Bild: Hersteller

Der Muvi ist das “Flagschiff” des spanischen Herstellers Torrot. Er ist in zwei Versionen erhältlich: Der Muvi City ist auf eine Geschwindigkeit von 45 km/h beschränkt, der Muvi Executive schafft 60 km/h. Mit voller Ladung kommt der Kleine je nach Fahrmodus rund 100 Kilometer weit. Dank der zwei entnehmbaren Lithium-Ionen Batterien funktioniert das Aufladen auch in der Wohnung.

Super Soco

Super Soco CUx

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© Bild: Werk

Noch ein auf 45 km/h gedrosselter Elektromotor, der mit einem in Zusammenarbeit mit BOSCH entwickelten Radnabenmotor (max. 2.788 W / 106 Nm) mit 3 Fahrstufen unterwegs ist. Der Akku kann zum Laden entnommen werden. Ab 2.699 Euro. Mit dem CPx hat Super Soco ab dem Frühjahr 2020 auch einen 90-km/h-Elektroroller im Programm.

Vässla

Vässla 2

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© Bild: Werk

Vässla klingt mit etwas Fantasie zwar so ähnlich wie Vespa, ist aber das schwedische Wort für “Wiesel”. Der Elektroroller Vässla 2 kommt ebenfalls im Retro-Design her, schafft 45 km/h Spitze und kommt mit einer Ladung je nach Ausführung 40 bis 60 oder 80 bis 100 Kilometer weit. Der Akku kann entnommen werden.

Elektroauto-Marktübersicht: Alle E-Autos in Österreich auf einen Blick, mit Reichweiten, Preisen und Testberichten


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