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A1-Führerschein: Alle Infos im Überblick

A1-Führerschein: Alle Infos im Überblick

Welche Arten von Motorrädern darf man mit einem Führerschein der Klasse A1 fahren, und welche Ausbildung muss man dafür absolvieren? Alle Informationen zum A1-Führerschein gibt’s hier im Überblick.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 10.08.2020

In Österreich berechtigen verschiedene Führerscheinklassen zum Lenken eines Motorrads: A1, A2 und A. Für kleinere Kaliber kommt auch der so genannte Mopedführerschein (Klasse AM) in Frage, und wer einen B-Schein besitzt, darf mit dem darin eingetragenen Code 111 auch Leichtmotorräder und Roller bis 125 ccm fahren. In unserer Serie rund ums Thema Motorradfahren haben wir alle Informationen zu diesen Führerscheinklassen für euch zusammengefasst.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Führerschein der Klasse A1.

Welche Motorräder darf man mit dem A1-Führerschein fahren?

  • Ein Führerschein der Klasse A1 berechtigt seinen Inhaber zum Lenken von Motorrädern mit einem Hubraum bis zu 125 cm³ und einer Motorleistung von maximal 11 kW bzw. 15 PS. Auch das Verhältnis von Leistung zu Eigengewicht spielt eine Rolle: Es darf maximal 0,1 kW pro Kilogramm betragen.
  • Dreirädrige Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als 15 kW (20 PS) Motorleistung dürfen mit einem A1-Führerschein ebenfalls gelenkt werden.

Egal, welche Art von Motorrad ihr fahren möchtet: Ein guter Helm gehört zur Pflichtausstattung. Hier findet ihr unseren ausführlichen Ratgeber rund ums Thema Motorradhelme.

In welchem Alter kann man den A1-Führerschein machen?

Die Ausbildung für den A1-Führerschein kann frühestens im Alter von 15,5 Jahren begonnen werden.

Ausgestellt wird der Führerschein aber frühestens ab dem 16. Geburtstag.

Was braucht man sonst noch für einen Führerschein der Klasse A1?

Neben dem Erreichen des Mindestalters und der erfolgreichen Absolvierung der theoretischen und praktischen Ausbildung sowie Prüfung muss man ein ärztliches Gutachten vorlegen, das die Eignung zum Lenken von Kraftfahrzeugen nachweist und nicht älter als 18 Monate ist, sowie einen Erste-Hilfe-Kurs im Umfang von 6 Stunden absolvieren.

Welche Ausbildung muss man für den A1-Führerschein absolvieren?

Im Gegensatz zum A2- und A-Schein, die beide auch im so genannten Stufenzugang erworben werden können, ist der Erwerb eines Führerscheins der Klasse A1 nur im Direktzugang möglich. Diese Ausbildung muss dafür absolviert werden:

Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung umfasst

  • den Basisunterricht für alle Klassen von Lenkberechtigungen im Umfang von mindestens 20 Unterrichtseinheiten sowie
  • den klassenspezifischen Teil im Umfang von sechs Unterrichtseinheiten.

Wer bereits einen Führerschein der Klasse B besitzt, darf mit dem eingetragenen Code 111 Motorroller und Bikes bis zu einem Hubraum von 125 ccm bzw. einer Motorleistung von bis zu 11 kW lenken, ohne dafür eine zusätzliche Prüfung ablegen zu müssen. Alle Informationen zum Code 111 findet ihr hier.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 14 Unterrichtseinheiten mit einem Fahrlehrer. Davon müssen mindestens 10 Unterrichtseinheiten im öffentlichen Straßenverkehr abgehalten werden.

Prüfung

  • Die theoretische Prüfung wird am Computer mit Multiple-Choice-Fragen abgehalten.
  • Die praktische Prüfung umfasst Überprüfungen am FahrzeugÜbungen im verkehrsfreien Raum, das Fahren im Verkehr sowie das Besprechen von erlebten Situationen.

Zweite Ausbildungsphase

Wird das erste Mal ein Motorradführerschein erworben (Klasse A1, A2 oder A), muss man nach dem Erhalt des Führerscheins noch eine zweite Ausbildungsphase absolvieren. Diese umfasst

  • ein Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischem Teil und Gefahrenwahrnehmungstraining, das innerhalb von 2 bis 12 Monaten nach Erwerb der Lenkberechtigung abgehalten werden muss
  • eine Perfektionsfahrt innerhalb von 4 bis 14 Monaten nach Erwerb des Führerscheins

Wie und wann kann man von der Klasse A1 auf die Klasse A2 aufsteigen?

Der Erwerb der Führerscheinklassen A2 und A ist für Inhaber eines A1-Führerscheins im so genannten Stufenzugang möglich. Dieses Modell erleichtert den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, auch die theoretische Prüfung muss nicht erneut abgelegt werden.

Die Voraussetzungen sind:

  • der Vorbesitz der niedrigeren Führerscheinklasse für mindestens zwei Jahre
  • die Absolvierung der zweiten Ausbildungsphase
  • sieben Praxisstunden oder eine praktische Prüfung

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