Toyota
Toyota FJ Cruiser

5 SUV, die wir euch völlig grundlos ins Gedächtnis rufen wollen

SUV boomen wie nie. Ein Satz, der seit Jahren richtig ist. Dabei geraten manche Offroader zu Unrecht in Vergessenheit. Wir haben fünf davon ausgegraben.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 20.10.2017

SUV eilen von Rekord zu Rekord. Immer mehr Hersteller bauen immer neue Geländewagen und Crossover. Mit und ohne Dach, als Coupé, zum Protzen und zum Schleichen. Manch SUV soll sogar fürs Gelände geeignet sein. So munkeln die Kenner.

Doch bei so vielen Neuvorstellungen geraten oft Fahrzeuge in Vergessenheit, die das nicht verdient haben. Geländewagen, die viel mehr Platz im Bewusstsein beanspruchen sollten. Als Mahnmal dafür, wie schnell so ein Trend schief gehen kann und als leuchtende Beispiele dafür, wie es richtig geht. Das soll dann jeder für sich selbst entscheiden:

Daihatsu Freeclimber Bertone: Försters Feuchttraum

Es ist 1989. Die eine Firma, Bertone, war wieder einmal pleite. Sie litt noch unter den Nachwehen der Ölkrise, weil die das Kerngeschäft aus anachronistischen Flitzern und futuristischen Sportlern pulverisiert hatte. Bodenständige Massenautos mussten ins Programm. Die Wahl fiel auf das gradlinige Försterauto Daihatsu Rocky. Bertone veredelte das Interieur und schaffte es BMW zu überzeugen, einen 2,7 Liter Benziner (129 PS – 325eta und 525eta) und einen 2,4 Liter Diesel (115 PS – 324td und 524td) für das Projekt herzugeben. Aus dem Billig-Daihatsu wurde ein Nobel-SUV, das preislich auf einer Höhe mit dem Jeep Cherokee und den Range Rover lag. 2800 Stück wurden gebaut, 1992 war Schluss.

Daihatsu Rocky Bertone Freeclimber
© Bild: Daihatsu/Archiv
Bertone Freeclimber. Luxus für den Wald.

Jeep Wrangler Unlimited: Vier Türen und kein Dach

Als Jeep drauf kam, dass SUV jetzt Familienautos sind – 2006 war das -, verlängerten sie ihren Wrangler rasch um einen halben Meter, hängten zwei zusätzliche Türen ein und fertig war der Wrangler JK Unlimited. Weil er dem kurzen Wrangler so ähnlich ist, auch was seine extreme Geländetauglichkeit betrifft, beruft sich die Marke bis heute auf unbedeutend gewordene Ursprünge im Militär (Willys MB) oder auf amerikanischen Trends (YJ ab 1987). Dabei geht unter, dass es sich bei diesem Wagen um das weltweit einzige viertürige Cabriolet in Serienproduktion handelt. PR-Abteilung bitte übernehmen.

Jeep Wrangler Unlimited
© Bild: Jeep
Das weltweit einzige Cabrio mit vier Türen.

Ssangyong Actyon: Koreas X6

Den Koreanern gilt es zu danken – für das schönste Kürzel der Automobilgeschichte. Der Actyon galt bei Markteinführung 2006 nämlich als „SUC“, als Sport Utility Coupé. Und das Kürzel war Programm. Denn die Technik war schon damals nicht mehr taufrisch und die Optik höchst streitbar. Weswegen auch dieser Ssangyong ein Exot blieb. Eine Tatsache die dem BMW X6 zu Gute kam. Der kam nämlich zwei Jahre später mit der praktisch identischen Karosserieform auf den Markt, musste sich so aber keine Plagiatsvorwürfe anhören.

SsangYong Actyon
© Bild: SsangYong/archiv
Als der BMW X6 noch aus Korea kam.

Toyota FJ Cruiser: Witzlos

Genau genommen war der Wagen eine Spielerei, ein Scherz. Weil der Amerikaner bei Geländewagen aber keinen Spaß versteht, musste Toyota den Wagen auch bauen. 2003 hatten die Japaner den Wagen als Konzeptfahrzeug (!) auf einer Messe in Chicago (!!) hergezeigt, nicht etwa in Detroit. Was es an dieser Botschaft nicht zu verstehen gibt bleibt ein Geheimnis der US-Kunden. Jedenfalls kam der Wagen 2006 doch auf den Markt und verkaufte sich überraschend gut. Obwohl es hinten nur eine kleine Not-Tür gibt wie beim BMW i3. Innerhalb der ersten drei Jahre verkaufte Toyota rund 150.000 Stück, im Sommer 2016 war Schluss. In China wird der Wagen noch als Guangzhou-Toyota FJ Cruiser verkauft.

Toyota FJ Cruiser
© Bild: Toyota
Beim Thema SUV versteht der Ami keinen Spaß.

Lamborghini LM002: Reichtum auf Kriegspfad

Den Wagen kennt jeder, die Hintergrundgeschichte nicht zwingend. Denn als der Lamborghini Cheetah, so der Name der Militär-Variante, 1979 die Ausschreibung gegen den HUMVEE verlor, schlitterte Lamborghini in die Pleite. Ein Rüstungsauftrag war der letzte Strohhalm, an den sich die Italiener damals geklammert hatten. So übernahm Jean Claude Mimran im Januar 1981 die Marke (um drei Millionen Dollar) und wollte nichts verschwenden, schon gar keine fertig entwickelten Autos. Also kam das Ding 1986 als LM002 auf den Markt. Wenn auch nur 300 Mal. Der Zwölfzylinder aus dem Countach übernahm den Antrieb, ein 290-Liter-Tank dessen Grundversorgung. Mit einem kleineren Tank hätten auch keine messbaren Distanzen überwunden werden können.

© Bild: RM Sotheby's


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