Mitsubishi Pajero
 

Ab in den Gatsch: Echte Geländewagen statt SUV

Es gibt sie noch, die Väter des SUV-Erfolgs: Echte Geländewagen. Denn seine Wurzeln hat der Zeitgeist in Matsch und Gatsch, nicht am Zebrastreifen vor Kindergarten und Biomarkt.

26.02.2018 Online Redaktion

Der Boom der SUV ist beeindruckend. Keine Marke, die an diesem Zeitgeist nicht partizipiert oder partizipieren möchte. Mittlerweile springen auch Hersteller von Luxusautos (Rolls Royce, Bentley) und Sportwagenmanufakturen (Lamborghini, Jaguar und bald Ferrari) auf diesen Hype-Train auf. Und haben Erfolg damit. Auch Front- statt Allradantrieb wird gerne gekauft, weil der eigentliche Mehrwert dieser Fahrzeuge die höhere Sitzposition und die vermeintliche Entspannung ist.

5 Geländewagen und 4 Disqualifikationen

Doch die Väter und Großväter dieses Trends sind Fahrzeuge von ganz anderem Schlag. Autos wie die G-Klasse von Mercedes oder der Land Rover Defender. Allradgetrieben, mit robustem Rahmen und Reduktionsgetriebe. Fahrzeuge, die dafür gedacht waren, Wüsten und Wälder zu durchqueren. Eine Bauart, die zumindest in Europa kaum noch eine Daseinsberechtigung hat. Und so ist es wenig erstaunlich, dass diese Gattung langsam ausstirbt. Selbst Förster greifen auf SUV zurück, weil deren Geländefähigkeiten meist unterschätzt wird.

Doch es gibt sie noch, die Haudegen. Die letzten Helden, sozusagen. Für Besitzer, die nicht gleich in Rage geraten, wenn ein Kratzer im Lack (Gebüsch, Äste, Steinschlag) ist. Für die das vielleicht sogar systemimmanent ist. Hier kommen die fünf letzten Geländewagen, die derzeit noch als Neuwagen beim Händler zu haben sind. Und vier Autos, die wir disqualifizieren mussten.

1 – Jeep Wrangler

Versteht sich von selbst. Ein Legendewagen, sozusagen. Er machte einst auch vor, wie ein Geländewagen auszusehen hat: kantig. Damit der Fahrer weiß wo das Fahrzeug endet und der riesige Felsen/Baum/Abgrund anfängt.

© Bild: Werk

2 – Suzuki Jimny

Ein absolut unterschätztes Kleinod von einem Geländewagen. Der Wagen ist robust, klein und leicht. Mit der richtigen Bereifung ein absoluter König unter den Geländewagen.

Suzuki Jimny
© Bild: Andreas Riedmann

3 – Mitsubishi Pajero

Die Japaner (Nissan, Toyota, Mitsubishi) demokratisierten dereinst den Offroad-Ausflug. Mit guter Verarbeitung und fantastischem Preisleistungsverhältnis.

4 – Toyota Land Cruiser

Der Toyota Land Cruiser ist wie auch der Mitsubishi Pajero immer noch als Dreitürer zu haben. Das erhebt ihn über manch Konkurrenten. Weniger ist im Gelände eben mehr.

© Bild: Andreas Riedmann

5 – Lada Taiga

Wer über den Geruch hinweg riechen kann, der gönne sich einen Lada Taiga. Erstaunlich, zu welchen Schandtaten die Chemieindustrie im Jahr 2018 immer noch fähig ist. Aber natürlich ein absoluter Preisbrecher.

Lada Taiga
© Bild: Andreas Riedmann

Diese vier mussten wir disqualifizieren

Kommen wir also nun zu den vier Fahrzeugen, die vielleicht jedem beim Thema „Geländewagen“ sofort in den Sinn kommen, die wir aber leider disqualifizieren mussten. Was freilich keine Rückschlüsse auf deren Qualität zulässt. Eher im Gegenteil. Beinahe alle scheitern auch an ihren saftigem Einstiegspreis, wodurch sich ihr Lastenheft auf natürliche Weise eher der Straße, der Bequemlichkeit und dem Premium-Flair widmet.

1 – Mercedes G

Keine Frage, die G-Klasse ist der Geländewagen schlechthin. Oder besser gesagt: er war es einmal. Denn mittlerweile gibt es den Dreitürer nicht mehr zu kaufen und der Einstiegspreis des Fünftürers beträgt satte 120.000 Euro. Richtig angewandt, also zwischen Forst, Steinbruch und Wüste, summiert sich der Wertverlust innerhalb eines Jahres wahrscheinlich auf den Gegenwert von zwei A-Klassen.

© Bild: Daimler AG

2 – Jeep Grand Cherokee

Der Jeep Grand Cherokee beginnt bei 60.290 Euro und hat natürlich feinste Geländetechnik unter der Haube. Gegen Aufpreis gibt es sogar eine Geländereduktion. Doch sind wir ehrlich: das Fahrzeug wird als SUV wahrgenommen und Jeep tut im Sinne der Verkaufszahlen gut daran, das auch so zu belassen.

Jeep Grand Cherokee Trailhawk Dubai
© Bild: Jeep

3 – Nissan Patrol

Einst war der Nissan Patrol einer der Wegbereiter der Offroad-Demokratisierung, doch mit der siebten Generation (2010) wurde alles ein wenig anders. Die Starrachsen wurden durch Einzelradaufhängung ersetzt, der permanente Allrad erhielt eine elektronische Steuerung und das Marketing erarbeitete eine SUV-Strategie, weil das Fahrzeug, je nach Markt, auch als Infiniti QX80 verkauft wird.

Infiniti QX80
© Bild: Infiniti

4 – Land Rover

Seit dem Ende des Land Rover Defender hat die britische Nobelmarke eigentlich nur noch SUV im Angebot. Klar, die Geländetechnik ist herausragend, aber auch nur in der Theorie, da die Besitzer das in der Praxis kaum erfahren werden. Auch der einst kantige Discovery, erfuhr eine Abrundung gen Zeitgeist.

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