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Carsharing in Wien: Alle Anbieter und Preise im Vergleich

Die Möglichkeiten, ohne eigenem Auto unterwegs zu sein, werden immer mehr. Und car2go ist mit spontanen Mietautos nicht mehr alleine am Markt.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 11.07.2016

Vor dreieinhalb Jahren ist car2go auch in Wien mit dem Angebot gestartet, Smarts innerhalb des Geschäftsgebietes spontan anzumieten, pro Minute zu bezahlen und irgendwo wieder abzustellen. Seit damals wurde das Geschäftsgebiet vergrößert, die Anzahl der Fahrzeuge ist gestiegen (von anfangs 350 auf derzeit 800 Stück), und die Preise auch, aber nur dezent: von 0,3 Euro auf 0,31 Euro pro Minute.

Carsharing in Wien – Achtung: Smartphone only!

Im Frühjahr hat car2go damit begonnen, neue Fahrzeuge auf die Straße zu stellen, die nur mehr mit der iPhone- oder Android-App aufgesperrt werden können. Ein Schritt, der in der User-Community heftig umstritten ist. Ein User kommentiert auf der Blogseite des Unternehmens: „An einem Regentag schließt Car2go fast alle seine Nutzer aus, da nur ein winziger Anteil ein wasserdichtes Smartphone hat!“ Außerdem wird es damit Benutzen von Windows-Smartphones unmöglich gemacht, car2go zu verwenden – eine App für Windows Phone gibt es noch nicht.

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© Bild: car2go

Konkurrenz belebt das Geschäft: DriveNow

Aber dafür gibt es mittlerweile Konkurrenz: Daimler-Kontrahent BMW hat DriveNow Ende 2014 auch in Wien an den Start gebracht. Wie bei car2go können auch hier Autos innerhalb eines Geschäftsgebietes beliebig angemietet und abgestellt werden, die 400-Fahrzeuge-Flotte besteht aber im Gegensatz zum car2go-Angebot aus Minis (Cabrio und Countryman) und BMWs (1er, X1). Entsprechend sind auch die Preise gestaffelt: 0,34 Euro pro Minute für ein Mini Cabrio oder einen 1er BMW, 0,37 Euro für eines der SUVs. Grundgebühr gibt es wie bei car2go keine. Wie bei car2go gibt es auch hier Minutenpakete, mit denen man ein gewisses Kontingent pauschal im Voraus bezahlen kann. DriveNow wird in Zusammenarbeit mit dem Autovermieter Sixt angeboten.

BMW und SIXT steigen mit DriveNow in den Carsharing-Markt ein.
© Bild: DriveNow

Klassisches Carsharing: Zipcar

Einen anderen Ansatz verfolgt der Carsharing-Pionier Zipcar (vormals Denzel Carsharing): Hier muss das Auto vorab gebucht werden, zusätzlich zur Grundgebühr (ab 60,– Euro pro Jahr) bezahlt man pro Stunde und (ab dem 81. Kilometer) auch pro Kilometer. Damit stehen die Zipcars weniger in Konkurrenz zu Öffis oder Taxis, sondern bieten sich tatsächlich als Alternative zum eigenen Auto an, wenn man nur unregelmäßig unterwegs ist. Entsprechend ist auch die Flotte für Ikea-Einkäufe und andere Großtransporte ausgelegt: Renault Mègane Grandtour, Skoda Octavia Combi, Ford Galaxy oder Nissan Primastar stehen zur Verfügung. Als Einsteigertarif für Wochenendausflüge gibt es auch Fiat 500. Die Autos haben fixe Stellplätze und müssen auch wieder an diesen Platz zurückgebracht werden. Zipcars gibt es in allen Landeshauptstädten (außer Eisenstadt und Klagenfurt), sowie in Wels und Feldkirch.

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© Bild: Zipcar

Die hippe Alternative: Carsharing 24/7

Spannend und österreichweit verfügbar, aber noch in den Kinderschuhen ist das Angebot von Carsharing 24/7, bei dem Private ihr eigenes Auto gegen einen Unkostenbeitrag zur Verfügung stellen. Dementsprechend vielfältig ist das Angebot, vom 5er-BMW bis zum Familien-Zafira. Allerdings wirken viele Profile, als wären sie schon nicht mehr aktiv. Die Preise sind vom Anbieter und dem gewählten Tarif abhängig (Tagesmiete, Streckenmiete). Außerdem ist es möglich, sich via carsharing 24/7 dauerhaft zu einem Team zusammenzuschließen, das sich ein Auto und die entsprechenden Kosten teilt. Die Infrastruktur und sogar Versicherungsmöglichkeiten werden von Carsharing 24/7 angeboten.

++ “Flinkster” zieht sich per 1. April 2016 zurück

Das teilte der Mutterkonzern, die Deutsche Bahn, am Freitag in einer Aussendung mit. Die Betriebseinstellung erfolge aus “wirtschaftlichen Gründen”, hieß es. Der Anbieter, der auf fixe Anmietplätze setzte, war 2013 in Österreich an den Start gegangen. Damit hat es der deutsche Anbieter Flinkster in Österreich nicht geschafft sich zu etablieren. Das Carsharing-Angebot der deutschen Bahn, hatte bisher 55 Fahrzeuge im Angebot, allesamt Kleinwagen, teilweise sogar elektrisch oder mit Werbung beklebt. Grundgebühr gab es hier keine, die Kilometer waren nach dem Fair-Use-Prinzip inkludiert: Wer regelmäßig mehr als 300 Kilometer pro Tag fährt, wird, kann ausgeschlossen werden.


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