Kennedys Cadillac: Hier geblieben

Als John F. Kennedy im Juni 1961 Wien bereiste, um mit Nikita
Chruschtschow am Weltfrieden zu feilen, schickten ihm die USA ein
standesgemäßes Auto voraus. Es wurde nach zwei Tagen pensioniert, weilt aber noch immer in Österreich.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 20.02.2020

Aus der Sicht des Denkmalschutzes war die Aktion zweifelhaft, aber es blieb keine andere Wahl: Da in der Ausstellung über John F. Kennedys Wienbesuch ohne das zugehörige Auto eine ziemlich große Lücke geblieben wäre (mehr als 12 Quadratmeter, genau genommen), aber beim Bau des Wien-Museums niemand an 2,03 Meter Einfahrtsbreite gedacht hatte, musste vom Türstock ein Eckerl weggeschnitten werden. Der kleine Eingriff in die Bausubstanz wurde nach Ausstellungsende natürlich artig korrigiert. Ebenso nicht besonders subtil war die Glasvitrine, die für das Auto angefertigt wurde, auf der Grundfläche ließen sich auch Single-Wohnungen errichten. Das alles passierte im Jänner 2005, da hatte der Cadillac schon 44 Jahre mit wechselnden Aufgaben zugebracht, respektlos verschütteter Sekt auf den Rücksitzen inklusive. Seine eigentliche Mission aber hatte er in zwei Tagen absolviert, damals, als junge Staatslimousine.

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