VW up!: Mopf, Quer und 300 Watt

Ja, es ist möglich mit Kleinstwagen, wie dem neuen VW up!, so richtig großen Fahrspaß zu haben. Bei wenig Durst, vernünftigem Preis und viel Infotainment.

radical mag
Veröffentlicht am 16.12.2016

Erst kürzlich hatten wir ja so richtig Freud‘ an einem Dacia, haben beschrieben, wie viel Spaß es macht, wieder einmal ein Automobil auf der letzten Rille zu bewegen, an seine Grenzen zu kommen. Jetzt können wir das gleiche Spiel noch einmal veranstalten: auch der VW up! hat uns im Test so manches Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nein, wir wollen ihn jetzt nicht wirklich mit dem Dacia vergleichen, dafür kostet der kleinste Volkswagen ja viel zu viel, aber fröhlich ist das Wägelchen schon. War er schon immer, wir erinnern uns gern an die allererste Ausfahrt mit einem Vorserien-Fahrzeug im strömenden Regen, dauernd quer und wild durch die Gegend rodelnd, aber alleweil bester Laune.

Konnektivität und Sound im VW Up!

Für den neuen Modelljahrgang hat Volkswagen seinem Kleinsten ein Facelift spendiert. Das Übliche, neue Scheinwerfer, neue Heckleuchten, neue Stoßfänger – man macht es sich in Wolfsburg schon ziemlich einfach mit der Mopf. Innen sind die Neuerungen etwas umfangreicher, was dem angeblichen Konnektivitätswahn der jüngeren Kundschaft geschuldet ist; gut ist, dass es mehr Farbe gibt für das Interieur, das macht den up! von der Anmutung her sofort hochwertiger. Unser Testwagen hatte auch das neue 300-Watt-Soundsystem von beats an Bord, durchaus etwas, was den Aufenthalt im Fahrzeug angenehmer macht. Vorne sitzt man gut, hinten lieber nicht, der Kofferraum ist mehr so ein Witz, da wird es ab einem Packen DINA-A4-Papier eng. Doch der Transport von sperrigen Gütern ist ja auch nicht Sinn und Zweck eines 3,6 Meter kurzen Kleinstwagens, deshalb geht das in Ordnung. Auf einer Auflistung aller neuen Sicherheitssysteme und Infotainment-Möglichkeiten verzichten wir hier; aber es hat, und das reichlich.

VW up!: Mopf, Quer und 300 Watt
© Bild: Peter Ruch

Es ist angerichtet

An Bedienung, Ergonomie und auch Haptik haben wir im gelifteten up! eigentlich gar nichts auszusetzen. Plug & play, alles ist logisch und sinnvoll. Und auch die Verarbeitung machte einen guten Eindruck, da haben wir bei den von den Herstellern nicht übermäßig geliebten Kleinstwagen auch schon anderes erlebt. Wenn man drinsitzt, dann nimmt man den Kleinen als vollwertig wahr. In Fahrt erst recht; es ist nicht so ganz klar, warum sich der up! irgendwie so gar nicht gut verkaufen lässt, er im Vergleich zum Polo tief im Schatten parkt.

Wenig Durst

Quelle unserer Freude war dann auch die neue Top-Motorisierung, ein 1-Liter-Dreizylinder, der mit Zwangsbeatmung auf 90 PS kommt. Das sieht schon auf dem Papier ganz anständig aus, von 0 auf 100 km/h in weniger als 10 Sekunden, gegen oben ist erst bei 185 km/h Schluss. Und das alles mit einem Verbrauch von 4,4 Litern. Nun ja, das haben wir nicht ganz erreicht, aber es geht problemlos mit weniger als 5 Litern. Und auch wenn man ihn massiv tritt, was wir definitiv getan haben, dann werden es auch nicht viel mehr als derer 6. Das darf man als gut bezeichnen, zeitgemäß. Und der Sound des Dreizylinders ist übrigens auch ganz ok, etwas knorrig vielleicht.

VW up!: Mopf, Quer und 300 Watt
© Bild: Peter Ruch

Aber eben: Fahrfreude

Er geht richtig gut, 90 PS auf gut 900 Kilo, das ist so, wie es sein muss. Zwar ist das Fahrwerk des leichten up! nicht besonders aufwendig, doch das ist auch gar nicht nötig, der Komfort ist ausreichend, und wenn man zu schnell ist, dann schiebt er einfach über die Vorderachse. Aber es hat uns auch erstaunt, wie grob man ihn in die Kurve werfen kann, und wie wenig Wankbewegung es trotz einer Höhe von fast 1,5 Metern gibt. Man fühlt sich sicher – und das macht schneller. Man braucht den kleinen Motor auch gar nicht großartig zu strapazieren, er zieht ab 1.500/min schon gut an, das maximale Drehmoment von 160 Nm reicht locker für entspanntes Fahren. Und weil das manuelle 5-Gang-Getriebe sauber auf den kleinen Turbo abgestimmt ist, über angenehm kurze Schaltwege verfügt, animiert der stärkste up! dazu, auch deutlich größere und stärkere Kisten ein bisschen nervös zu machen. Die Bremsen sind für die Leistung völlig ausreichend, ein wenig feiner dosierbar dürften sie sein.

Der Preis des neuen VW Up!

Unseren Testwagen, den VW Up! 1,0 TSI mit eben 90 PS gibt’s ab 15.310 Euro. Das scheint uns ziemlich vernünftig zu sein, denn abgesehen von einem üppigen Platzangebot bietet der kleine VW so ziemlich alles, was man heute braucht und von einem modernen Fahrzeug erwarten darf. Und solches Lob teilen wir ja jetzt nicht bei jedem Automobil aus.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com