Marauder: Familiengeschichten

Die drei Erbauer, die Technik und das Heck des Marauder kamen von Rover, der Motor und die Passagiere saßen deutlich weiter hinten, das Design war ein wenig von Ferrari inspiriert – die Fahrleistungen nicht, und die Fertigung in Handarbeit war teuer. So blieb es bei ein paar Exemplaren und einer eleganten Pleite.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 21.02.2020

Zwölf Exemplare sind nicht viel, selbst nach den Maßstäben britischer Hinterhof- Werkstätten in der ausgehungerten Nachkriegszeit. Zwölf ist allerdings auch nicht die Zahl der jemals gebauten Marauder, sondern die der überlebenden. Drei Exemplare sind verlorengegangen über die letzten 68 Jahre, man darf also von einer gewissen Zuneigung der Besitzer ausgehen, wie sie sich einem raren, teuren, nach damaligen Maßstäben opulenten Wagen gegenüber eben entwickelt: Man schmeißt ein Auto nicht einfach weg, das in dürren Zeiten luftigen Hedonismus ins Leben mischte, und es waren ja auch alle feinen Zutaten versammelt – ewig lange Motorhaube, die gut auf die Statur des Reihensechszylinders drunter einstimmte, insgesamt ein Design, das vom Ferrari 166 inspiriert war, und recht weit hinten im Auto ein Cockpit mit einer wunderbar fein ziselierten ­Armaturenlandschaft. Man sollte halt nicht allzu breit sein, wenn man wirklich zu dritt drin sitzen wollte, und darunter würde auch das Leistungsgewicht leiden.

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