“Das ist der schnellste 5000 GT, den wir je hatten”

Es war eine kleine Serie die vom Maserati 5000 GT entstand und eine illustre Runde nahm hinter den Lenkrädern Platz. Eines dieser Unikate wurde nun versteigert.

radical mag
Veröffentlicht am 22.08.2017

Es waren schon gute Zeiten, damals, als man als Schah von Persien noch zu Maserati schreiten konnte und dort dann die Bestellung für ein komplett neues Automobil aufgab. Reza Pahlavi, nicht unbedingt über jeden menschenrechtlichen Zweifel erhaben, hatte eine Vorliebe für schnelle, italienische Fahrzeuge, und es gelüstete ihn nach einem Maserati 3500 GT, allerdings mit dem Motor aus dem großartigen, bärenstarken Rennwagen 450S. Er muss etwas Kleingeld liegen gelassen haben, denn man kam in Modena seinem Wunsch umgehend nach, verstärkte den Rahmen des 3500 GT, montierte den 340 PS starken 4,9-Liter-Achtzylinder mit Doppelzündung – und fertig war der Maserati 5000 GT. Eigentlich hätte es ja ein Einzelstück bleiben sollen, doch nachdem die Medien über das Fahrzeug berichtet hatten, gingen gleich mehrere Bestellungen ein.

"Das ist der schnellste 5000 GT, den wir je hatten"
© Bild: RM Sotheby's

Eine kleine Serie und illustre Besitzer

Ab 1959 baute Maserati den 5000 GT in kleiner Serie, immer nur auf Bestellung. Der Wagen des Schahs hatte einen Aufbau von Touring, mit dem von Carlo Bianchi Anderloni gezeichneten Entwurf wurden drei weitere Exemplare ausgestattet, die sich alle in Kleinigkeiten unterschieden. Von Allemano kamen insgesamt 22 Exemplare, von Frua auch vier, dann gab es noch Einzelstücke von Bertone, Ghia, Monterosa und sogar Pininfarina. Ab 1960 wurde eine etwas zivilisiertere Version des Achtzylinder eingebaut (4941 ccm statt 4937, 325 PS statt 340, ab 1961 auf Wunsch eine Benzineinspritzung von Lucas; der letzte 5000 GT mit Frua-Karosserie hatte dann den 4,7-Liter-Achtzylinder). Zu den Besitzern von 5000 GT gehörte neben dem Schah von Persien auch Aga Khan, Fernandino Innocenti, Gianni Agnelli, der Schauspieler Stuart Granger, der damalige mexikanische Staatspräsident Adolfo Lopez Mateos.

Unikat für Briggs Cunningham

Und dann haben wir noch das Einzelstück mit der Chassisnummer 103.016, ein Entwurf von Giovanni Michelotti für den amerikanischen Playboy, Renn-Segler, Rennfahrer und Auto-Konstrukteur Briggs Cunnigham. Cunningham verlangte es nach einem Gran Turismo, der an den 450 S erinnerte, und Michelotti versuchte sich mit schönen Rundungen und guter Aerodynamik; da ging er sogar so weit, dass er den Wagen in den Windtunnel der Università degli Studi di Torino stellte. Der Amerikaner wollte das Fahrzeug vor dem Kauf zur Probe fahren, raste damit nach Monza – und schickte das Geld an Michelotti. Es heißt, dass Cunningham mit dem Maserati viele Jahre lang zu den europäischen Rennen fuhr, 1968 kam der Wagen dann in die USA, 1988 dann nach Polen zu einem gewissen Alfredo Brener, der mehr Maserati 5000 GT besessen haben soll als sonst jemand. Dieser meinte dann: «Das ist der schnellste 5000 GT, den wir je hatten».

"Das ist der schnellste 5000 GT, den wir je hatten"
© Bild: RM Sotheby's

Versteigerung in Monterey

Nun, ob der Michelotti-Maserati schön ist, das liegt sicher im Auge des Betrachters. Schnell ist er auf jeden Fall, die weniger als 1,5 Tonnen schweren 5000 GT sollen die 250 km/h locker geschafft haben – mit hinterer Starrachse und Scheibenbremsen hinten erst ab 1963. Der Cunningham-Michelotti-Maserati wurde im August 2017 von RM Sotheby’s in Monterey versteigert, 1.017.500 US-Dollar wurden erzielt.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com


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