Für dieses Foto wurde der V10 eines Audi R8 komplett auseinander genommen

Wofür nimmt man den V10 eines Audi R8 komplett auseinander und fotografiert jedes Teil einzeln in einer bestimmten Position? Für ein Foto.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 30.05.2019

Fabien Oefner ist ein Sprengmeister der besonderen Art. Angefangen hat er damit, Autoklassiker wie ein Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé mit Flügeltüren, einen Jaguar E-Type oder einen Ferrari 330 P4 detailgetreu nachzubauen, ihre Einzelteile in bestimmten Positionen zu fotografieren und die Aufnahmen so zusammenzufügen, dass der Eindruck einer Explosion entsteht – die “Disintegrate”-Fotoserie war geboren. Mit einem Lamborghini Miura SV aus dem Jahr 1972 hat sich der Künstler erstmals an ein richtiges, lebensgroßes Auto gewagt. Das in mühevollster Kleinstarbeit entstandene Foto kam so gut an, dass auch Audi auf Oefner zukam und ihn bat, seine akribischen Zerstörungsfantasien an einem echten R8 auszuleben.

Mühevollste Kleinstarbeit

“Das schöne daran, wenn man mit einem echten Auto arbeitet ist, dass man so viel mehr über das Fahrzeug herausfindet”, so Oefner. Für ein Foto haben Mechaniker den komplette V10 des R8 auseinander genommen, sodass Oefner und sein Team die einzelnen Teile in bestimmten Positionen im Studio fotografieren konnten. Der Wagen war bereits gefahren worden, unter anderem in der Wüste von Nevada, weshalb auch auf den Einzelteilen bereits Gebrauchsspuren zu sehen sind – ein Detail, das der Aufnahme Charakter verleiht, wie Oefner meint.

“Ein Moment, der nie existiert hat”

Obwohl er in dem unglaublich langwierigen Prozess des Auseinandernehmens und Fotografierens natürlich eine besondere Beziehung zu einem Fahrzeug entwickelt, gehe es letztendlich nie um das Auto, so Oefner. “Es geht um den Moment, der nie wirklich existiert hat”.

Mechanik oder Metaphysik?

“Das schöne an diesen Fotos ist, dass man sie aus einer technischen Perspektive betrachten und wertschätzen kann”, sagt Oefner. “Oder man kann es auf einer metaphysischeren Ebene betrachten.”


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