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Der explodierende Lamborghini Miura SV

Fabian Oefner hat Erfahrung damit, Autos zumindest scheinbar in die Luft zu jagen. Die Arbeit mit diesem Lamborghini Miura SV war aber eine Premiere: Erstmals ließ der Schweizer ein echtes, lebensgroßes Auto “explodieren”.

25.02.2019 Online Redaktion

Fabian Oefner ist für seine komplizierten Auto-Sprengungen bekannt. Der Schweizer verbringt viel Zeit damit, Autoklassiker detailgetreu nachzubauen, nur um sie virtuell in die Luft zu jagen. Heißt: Der Künstler fotografiert einzelne Teile der Modellautos in bestimmten Positionen und fügt die Aufnahmen schließlich so zusammen, dass der Eindruck einer Explosion entsteht. So entstand die im Jahr 2013 erstmals gezeigte Fotoserie mit dem bezeichnenden Namen “Disintegrate” (“zerfallen, zerstückeln”), für die einem Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé mit Flügeltüren (1954), einem Jaguar E-Type (1961) und einem Ferrari 330 P4 (1967) eben dieses Schicksal zuteil wurde. Die Serie habe Ofner begonnen, “um die Zeit anzuhalten”, wie er selbst sagt. Jetzt ging der Schweizer noch einen Schritt weiter und lebte seine akribischen Zerstörungsfantasien erstmals an einem echten, lebensgroßen Auto aus – und zwar nicht an irgendeinem: Ein echter, leibhaftiger Lamborghini Miura SV aus dem Jahr 1972 stand dem Künstler für das ungewöhnliche Fotoprojekt Modell.

Explosion vor Restauration

Der Miura wurde Oefner von einem Freund zur Verfügung gestellt. Dieser wollte den Wagen ohnehin restaurieren lassen und bot Oefner die einzigartige Chance, alle Teile einzeln abzufotografieren, um sie später in aufwändiger Kleinstarbeit zu seiner bisher wohl spektakulärsten Arbeit zusammenzusetzen: Fast zwei Jahre lang arbeitete der Künstler an der Fertigstellung von “Disintegrating X”, dem Bild, das nur scheinbar einen wunderbar kontrolliert explodierenden Lamborghini Miura SV zeigt.

© Bild: YouTube Screenshot

Heiß & dreckig

“Mit den Modellautos ist man alleine im Studio, es ist ganz leise, und man macht einfach sein Ding. Es ist ein ziemlich beruhigender Prozess”, erzählt Oefner. “Die Arbeit mit dem echten Auto wird im Gegensatz dazu ständig von Lärm begleitet, neben dir arbeiten andere Leute. Ich habe [die Aufnahmen] im Juli gemacht, in der Werkstatt hatte es 44 Grad, ich habe geschwitzt, die Luft hat nach Benzin gerochen – es ist einfach viel greifbarer, wenn man mit einem echten Auto arbeitet.”

© Bild: YouTube Screenshot

“Oh, dich kenne ich!”

Oefner ist der Miura im Laufe der “Zusammenarbeit” jedenfalls ans Herz gewachsen. “Wenn man beginnt mit diesem bestimmten Auto zu arbeiten, wird es etwas wirklich Besonderes”, so der Künstler. “Am Ende des Prozesses kennt man jedes einzelne Teil. Man könnte fast sagen, es ist eher wie ein Mensch – jedes Mal, wenn ich das Auto sehe, denke ich mir: “oh, dich kenne ich!””

© Bild: YouTube Screenshot

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