Michael Szemes
Ein rotes Auto steht an einer Tankstelle mit dem Zapfhahn im Tank.

Woher weiß die Zapfsäule, dass der Tank voll ist?

Nein, die Zapfsäule hat keine magischen Fähigkeiten. Das Stichwort heißt Gasrückführung. Diese hat gleich mehrere Aufgaben.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 30.03.2022

Zur Erklärung der Gasrückführung wollen wir ein einfaches Experiment heranziehen: Nehmt eine leere Bierflasche und versucht, sie mit einem breiten Wasserstrahl zu füllen. Es wird viel Wasser danebengehen und nur wenig in der Flasche landen. Der Grund: In der Flasche ist Luft. Und diese Luft muss entweichen, wenn Wasser hineinsoll.

Aufbau der Zapfpistole bei der Tankstelle

Bei einem Tank ist das ähnlich. Während das Benzin verbraucht wird, füllt ein Belüftungssystem den Tank mit Luft – und diese Luft muss entweichen, damit frisches Benzin eingefüllt werden kann. Zu diesem Zweck besteht eine Zapfpistole nicht nur aus einem Zuflussschlauch – sie enthält auch eine kleinere Röhre, durch die die Luft aus dem Tank abgesaugt wird. Dieser Vorgang heißt Gasrückführung. Und wenn keine Luft mehr abgesaugt werden kann, bekommt der Zapfhahn mittels Zapfventilautomatik (ZVA) die Nachricht, dass der Tank voll ist und nichts mehr nachgetankt werden soll.

Zapfpistole einer Tankstelle mit der kleineren Röhre zur Gasrückführung.
© Bild: Michael Szemes
Die kleinere Röhre dient zur Absaugung der Luft aus dem Tank, der sogenannten Gasrückführung.

Wozu braucht es die Gasrückführung?

Die Gasrückführung ist auch deshalb notwendig, weil im Tank ja keine frische Almluft ist, sondern konzentrierter und hoch entzündlicher Benzindampf, der auch für die Atemwege schädlich ist. Neben einem geschickten Schutz gegen Über-Betankung sorgt die Gasrückführung also auch dafür, dass wir an Tankstellen nicht ersticken.