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Suzuki Swift: Breit- statt großspurig

Macht nicht viel Trara, steht aber so rundum überzeugend und fesch unter den Kleinwagen, dass die anderen plötzlich viel zu erklären haben. Zum Beispiel, warum sie keinen Allrad schaffen.

12.04.2017 Autorevue Magazin

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Es ist diese beiläufige Selbstverständlichkeit, mit der Suzuki mitten im Straßenbild steht: trommelt sich nicht auf die Brust, sondern baut einfach stimmige Autos, die sich selbst bestens erklären, bespielt dabei die Segmente, die es beherrscht, und lässt den Rest einfach aus.

Zum Beispiel mit dem Swift seit dem allumfassenden Reset 2005: schmiegte sich beim Design immer ein bisserl an den Mini, ohne sich jemals des Kopierens verdächtig zu machen, entwickelte sich mit dem Modellwechsel 2010 evolutionär zu einer Stimmigkeit, die die jetzige Erneuerung gar plötzlich ums Eck biegen lässt: tatsächlich, schon wieder sieben Jahre vergangen!

© Bild: Werk

Stimmiger und stämmiger Auftritt von hinten und deutlich runder als der Ignis, damit ist der Unterschied größer als die messbaren 17 Zentimeter.

Der neue Swift für Zahlenliebhaber: 120 Kilogramm leichter, 13 Millimeter kürzer, 35 Millimeter breiter, 20 Millimeter längerer Radstand, ein Viertel mehr Kofferraum, drei Prozent leiser, acht Prozent aerodynamischer, und der 1,2-Liter-Motor verbraucht um fünf Prozent weniger.

© Bild: Werk

Den abermaligen Fortschritt beim Design will man gar nicht in Prozent messen, er ist ohnedies zahlenfrei am besten erfassbar: in feiner Schlüssigkeit ineinanderfließende Linien, die breitere und etwas wuchtigere Front trägt einen Grill, wie er auch Hyundai- oder Audifahrern nicht fremd ist, die Kotflügel sind dezent muskulös ausgeformt, die breiten Schultern suggerieren eine Robustheit, die sich von der jetzt leichteren Karosserie nicht schwächen lässt: Was an Gewicht gespart werden konnte, spielen hochfeste Stähle und raffinierte Konstruktion mehr als herein. Man wird den Swift gerne in bunten Farben ordern, sie sind brillanter geworden und heißen auch danach: Speedy Blue, Burning Red. Wer weniger Schreiendes bevorzugt, wählt etwas aus dem gut bestückten Mausgrau-Spektrum.

© Bild: Werk

Hinten leuchten LEDs rück

Als einer der wenigen seines Segments ist der Swift auch mit Allradantrieb zu haben, er wird deutlich begehrter sein als es der Diesel war, daher purzelt Letzterer aus dem Programm. Bleibt ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Sauger mit 90 PS (wahlweise als Mild Hybrid) und der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 112 PS, immer als Mild Hybrid geliefert. Erste Fahreindrücke: Die erfrischende Leichtfüßigkeit bleibt bis tief ins Überlandtempo spürbar, der Dreizylinder deklariert sich akustisch kaum, das Fünfganggetriebe ist so gut abgestimmt, dass man nie an einen sechsten Gang denkt. Gemeinsam mit den feinen Platzverhältnissen und dem erwachsenen, verbindlichen und dabei komfortablen Fahrwerk stellt sich ein Fahrgefühl ein, das den Kleinwagen davonwächst.

© Bild: Werk

Gute Mischung aus hellen und dunklen Blenden innen

Wie ernst der Swift seine Jugendlichkeit nimmt, zeigen auch die Instrumente im Chronometer-Design. Navi, Vernetzung und adaptiver Tempomat (alle drei Serie im Toplevel flash) dürfen dann gerne Erwachsenes hereinspielen, und das Hartplastik des Innenraums gibt sich erst zu erkennen, wenn man draufklopft. Kann man, muss man aber nicht.

shortcut

Was wir mögen
Autos, die keine Fehler machen und sich dennoch nicht zu wichtig nehmen.
Was uns fehlt
Ein paar Swift-Kunden wird der Diesel fehlen.
Was uns überrascht
Das Design, mit jeder Generation. Und dass es so wenige andere kleine Allradler gibt.
Perfekt, wenn
… man gute Autos mag.
Die Konkurrenz
Alle Kleinen von Fiat Panda über Citroën C3 bis zum Polo.

daten Suzuki Swift

Antrieb 3-Zylinder-Turbobenziner bzw. 4-Zylinder-Benziner (auch als Mild Hybrid SHVS), 5-Gang-Getriebe (1,2-l-2WD auf Wunsch mit CVT), Front- bzw. Allradantrieb.
1,0 DITC SHVS 998 ccm, 82 kW (112 PS) bei 5.500 U/min, 170 Nm/2.000–3.500 U/min, 0–100 in 10,6 sec, Spitze 195 km/h, CO2 97 g/km, Verbrauch 4,8/4,0/4,3 l/100 km.
1,2 Dualjet ab ca. € 13.250,–, 1.242 ccm, 66 kW (90 PS) bei 6.000 U/min, 120 Nm/4.400 U/min, 0–100 in 11,9 sec, Spitze 180 km/h, CO2 98 g/km, Verbrauch 5,4/3,7/4,3 l/100 km.
4WD: 0–100 in 12,6 sec, Spitze 170 km/h, CO2 110 g/km, Verbrauch 5,9/4,3/4,9 l/100 km.
1,2 Dualjet SHVS CO2 90 g/km, Verbrauch 4,5/3,7/4,0 l/100 km.
4WD: CO2 101 g/km, Verbrauch 4,9/4,2/4,5 l/100 km.
Dimensionen 5 Sitze, L/B/H 3.840/1.735/1.480 mm, Tank 37 l, Kofferraum 265–947 l.
Gewicht 857–978 kg.
Ausstattung clear: Klimaanl., el. FH vo., Lederlenkrad, CD-MP3-Radio. shine: + Sitzheizung vo., Smartphone-Anbindung, Privacy Glass.
flash: + Alufelgen, Klimaaut., adaptiver Tempomat, el. FH hi., Navi, Keyless Start, Start/Stopp, LED-Scheinw.
Extras Metallic, Dachkontrastfarbe.

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