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Range Rover P400e Plug-in-Hybrid: Das Pferd darf weiter geritten werden

Range Rover sucht den Weg aus der CO2-Falle und präsentiert einen beeindruckenden Ansatz. Ein bisschen Disziplin wird aber auch von uns verlangt.

14.05.2018 Online Redaktion

Ein Artikel aus der Autorevue Extra 2018Aktuelle Abo-Angeboten findet ihr hier

Der Urvater der SUVs erfährt eine sanfte Überarbeitung und eine gravierende Erweiterung seines Talentespektrums, wobei die feinen Karosserie-retuschen vorne und hinten rund um die Stoßfänger und an denselben das Auftreten nicht wesentlich ändern. Entscheidender erscheint es wohl, dass die Antriebskonfigurationen weiter in Richtung weniger CO2–Ausstoß überarbeitet wurden. Trotz Aluminium-Spaceframes ist der Range Rover ja noch immer das prominenteste Schwergewicht unter allen Autos, die gerade noch mit B-Führerschein zu fahren sind. Da ist die Herausforderung zum Sparen antriebsseitig besonders ausgeprägt.

Range Rover P400e Plug-in-hybrid Test
© Bild: Land Rover

Range Rover Plug-in im Test

Wir haben also eine neue Motorisierung, die nicht nur innerhalb der Marke die Richtung für die Zukunft vorgibt, auch im Konkurrenzvergleich gilt der Plug-in-Hybrid als vorbildhaft. Die anderen müssen Großteils erst nachziehen. Der Vierzylinder-Turbomotor leistet 300 PS und liegt damit im Spitzenfeld aller serienmäßigen Zweilitermotoren. Zudem greift ihm auch noch ein 116 PS starker Elektromotor regelrecht unter die Arme, zumal dieser anstatt des Drehmomentwandlers in der Automatikgetriebeglocke sitzt. Damit kann man auf Wunsch bis zu 51 Kilometer rein elektrisch fahren. Und das sollte man auch möglichst oft, denn nur dann kommen die fantastisch niedrigen Benzinverbrauchs- und folglich CO2-Werte unserer Lebensrealität zumindest näher. Zweifelsohne ermöglicht der Plug-in-Hybrid auf der Kurzstrecke einen überwiegend elektrischen Betrieb. Es ist auch sehr komfortabel, sich rein elektrisch fortzubewegen. Die Frage, wie der gelebte Alltag eines Range-Rover-Fahrers aussieht, können wir hier allerdings nicht beantworten.

Die Funktionen des Allradantriebs wurden dabei vollinhaltlich integriert. Sie können aufatmen! Die Klimarettungsmaschinerie beeinträchtigt nicht im Geringsten die Kernkompetenzen des Range Rovers, das heißt, von Geländegängigkeit bis Watttiefe sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten. Rund 100 Liter des Kofferraums beanspruchen allerdings die Batterien, aber wir können sagen: Es ist immer noch genug Raum übrig. Und die Anhängelast ist zwar um 1000 kg geringer, aber mit verbleibenden 2,5 Tonnen noch immer ganz erheblich. Damit gerät man schon fast an die Grenzen des B-Scheins, jedenfalls bei der Langversion in Topausstattung mit Anhängerkupplung.

Range Rover P400e Plug-in-hybrid Test
© Bild: Land Rover

Die Batterien weisen einen Energieinhalt von 13 kWh auf, klein genug, um sie zuhause an der Steckdose über Nacht vollzuladen. Zusammen mit dem Elektromotor, der Ladetechnik und Leistungselektronik kommt der Wagen dann auf etwa das gleiche Gewicht wie jene Modelle mit V8-Motoren (2500 kg), Diesel wie Benziner. Das heißt, signifikant leichter ist nur mehr der V6-Diesel (2250 kg). Die Variante mit langem Radstand bringt jeweils noch einmal 100 kg mehr auf die Waage. Nur so viel, um die Dimensionen zu skizzieren, in denen wir uns hier bewegen.

20.000 Euro NoVa gespart

Die neue Antriebstechnik wirft keinerlei Zweifel auf, ob sie denn auch dem großen Anspruch würdig sei. Leise, geschmeidig, das Konzept bliebt nichts schuldig auf unserer Erwartungsskala, und die Lenkung wurde zu unserer Freude noch einmal feingetunt. Der Plug-in-Hybrid reiht sich schlüssig in die Modellpalette ein, und es bleibt die helle Freude übrig, dass man aufgrund des umweltfreundlichen Antriebs nicht weniger als rund 20.000 Euro Normverbrauchsabgabe spart.

Fortschritt auch in einigen Detailfragen. Das Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem mit zwei Screens an der Mittelkonsole ist nach dem neuen Range Rover Velar jetzt auch im klassischen Range Rover serienmäßig. In ihrer Funktionsvielfalt eine echte Herausforderung (besonders im Rechtslenker). Sieht aber verdammt gut aus.

Range Rover P400e Plug-in-hybrid Test
© Bild: Land Rover

Drei verschiedene LED-Scheinwerfer- Systeme stehen zur Wahl, und immer noch sind alle Varianten mit Luftfederung ausgestattet. Im Wesentlichen sind besagte Neuigkeiten auch auf den Range Rover Sport übertragbar. Besonders stehen diesem aber die nunmehr 575 PS des SVR mit V8-Kompressormotor zu Gesicht. Hier reden wir endlich nicht mehr vom Sparen.

SHORTCUT

Was wir mögen
Gediegenes Gleiten über alle Köpfe hinweg.

Was uns fehlt
Der Fluss zum Durchqueren.

Was uns überrascht
Die Leichtfüßigkeit von annähernd drei Tonnen Lebendgewicht.

Perfekt, wenn …
… man sich auch noch einen guten Chauffeur leisten kann.

Die Konkurrenz
Als Plug-in-Hybrid nur Volvo XC90. Als Hybrid: Lexus RX 450h.

DATEN RANGE ROVER P400E PLUG-IN-HYBRID

Preis ab € 119.700,– (NoVA 0 %)
Steuer jährlich: € 1648,44
Antrieb R4-Zylinder-Turbomotor, 1997 ccm, 221 kW/300 PS plus Elektromotor 85 kW (116 PS), Systemleistung 297 kW (404 PS), Drehmoment 640 Nm. Parallelhybrid mit EV-Modus. Elektromotor im Automatikgetriebe integriert, Allradantrieb permanent mit Geländereduktion. Li-Ionen-Batterie 13 kWh. Ladetechnik einphasig bis max. 7 kW.
Fahrleistungen 0–100 in 6,8 sec, Spitze 220 km/h (137 km/h elektrisch), CO2 64 g/km, Normverbrauch 2,8 l/100 km (10,9 l/100 km ohne Stromzufuhr von außen). Stromverbrauch 21 kWh/100 km, rein elektrische Reichweite 51 km.
Dimensionen 5 Sitze, L/B/H 5000/ 2073/1869 mm (langer Radstand 5200 mm), Tank 50 l, Kofferraum 802–1843 l.
Gewicht ab 2509 kg. Anhängelast 2500 kg.
Ausstattung Touch-Pro-Duo-Infotainment-System, 3-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, adaptives Fahrwerk mit Luftfederung und umfangreicher Fahrdynamikkontrolle, Lenksäule elektrisch verstellbar, Alarmanlage, Ledersitze, 19-Zoll-Räder.
Extras Metallic-Lack ab € 1.154,–. Panoramadach ab € 2.056,–, Matrix LED-Scheinwerfer ab € 1.235,–, ­Alufelgen 20–22 Zoll ab € 1.574,–. adaptiver Tempomat € 2.123,–,
Fahrassistenzpaket ab € 2.542,–.

RANGE ROVER SPORT PLUG-IN

Range Rover P400e Plug-in-hybrid Test

Auch der preisgünstigere Bruder ist als Plug-in-Hybrid zu haben. Hier aber die Topversion SVR mit Kompressor-V8 und nunmehr 575 PS.

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