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40 Jahre Gurtpflicht: Pflichten, Strafen und Ausnahmen

Im Sommer 1976 wurde die Gurtpflicht eingeführt. Hier für euch im Überblick: Alle Infos, Regeln inkl. Ausnahmen rund um die Gurtpflicht.

07.06.2016 Online Redaktion

Die verpflichtende Verwendung des Autogurtes wurde im Sommer 1976 eingeführt. Dass diese Maßnahme eine sehr sinnvolle war, zeigen auch die Unfallstatistiken bzw. die statistischen Überlebenschancen nach einem Unfall mit angelegtem Sicherheitsgurt.

Diese Strafen drohen bei Missachtung der Gurtpflicht

  • Die verpflichtende Verwendung des Sicherheitsgurtes wurde bereits 1976 eingeführt, erst seit 1. Juli 1984 ist für die Missachtung dieser Vorschrift auch eine Strafe vorgesehen. 35 Euro sind zu berappen, wer bei der Fahrt ohne angelegten Gurt erwischt wird. (Übrigens: Die Strafe im Jahr 1984 für eine Fahrt ohne Gurt betrug 100 Schilling, also umgerechnet ca. 7 Euro).
  • Und wer die entsprechende Sicherung eines mitfahrenden Kindes unterlässt (mit Gurt und passendem Kindersitz), riskiert neben der Sicherheit ein Bußgeld ab 70 Euro sowie einen Eintrag ins Führerschein-Vormerksystem. Der theoretische Strafrahmen reicht bis 5.000 Euro.

Verkehrsstrafen in Österreich berechnen

Statistiken zeigen: Höhere Überlebenschance mit Sicherheitsgurt

Während man sich den gesetzlichen Vorschriften widersetzen kann, ist das bei den physikalischen Gegebenheiten anders, was die Statistiken des Kuratoriums für Verkehrssicherheit untermauern: Die Überlebenschance ist bei einem Unfall mit angelegtem Sicherheitsgurt ca. 8-mal höher als ohne Gurt.

ARD berichtet 1987 über das Thema Sicherheitsgurt

Wann gilt die Gurtpflicht und welche Ausnahmen gibt es?

Die Verwendung des Sicherheitsgurtes ist für alle Fahrzeuginsassen verpflichtend, wenn ein Gurt am eingenommenen Sitzplatz vorhanden ist. Ein paar Ausnahmen davon gibt es dennoch:

  • Die Gurtpflicht gilt nicht für Fahrer, die einparken oder sehr langsam rückwärts fahren, für Taxifahrer mit Fahrgästen, sowie Businsassen im Linienverkehr und für Fahrer von Einsatzfahrzeugen, die im Einsatz sind.
  • Gerichtlich festgestellt wurde außerdem noch die Ausnahme von der Gurtpflicht bei „Unmöglichkeit des bestimmungsgemäßen Gebrauches des Sicherheitsgurtes wegen der Körpergröße oder schwerster körperlicher Beeinträchtigung des Benützers.“ Das gilt also z.B. für Fahrer, die schwer herzkrank sind oder z.B. frische Operationsnarben im Bereich des Gurtverlaufes haben.
  • Das bedeutet somit auch: Ein Sonnenbrand, eine Schwangerschaft oder auch ein Schlüsselbeinbruch reichen nicht als Grund aus, um keinen Gurt zu verwenden, da es sich dabei um keine „besonders schwere körperliche Beeinträchtigungen“ handelt. Eine vollständige Auflistung derartiger Ausnahmen ist allerdings nicht möglich, da im Fall des Falles die Gerichte individuell abwägen und entscheiden.

Wer trägt die Verantwortung für andere Fahrgäste und Kinder?

Grundsätzlich gilt: Jeder Fahrzeuginsasse ist selbst dafür verantwortlich, den Gurt zu verwenden. Natürlich gibt es aber auch hier Ausnahmen:

  • Für Kinder bis 14 Jahren gilt: Der Fahrer ist für deren ordnungsgemäße Sicherung im Fahrzeug verantwortlich. Das bedeutet nicht nur, dafür zu sorgen, dass der Gurt angelegt wird, sondern dass die Sicherung entsprechend der Größe des Kindes erfolgt.
  • Ab 135 cm kann dafür der verbaute Erwachsenengurt im Auto verwendet werden, sofern er sich der Körpergröße entsprechend einstellen lässt.
  • Unter 135 cm muss aber in jedem Fall ein passender Kindersitz verwendet werden, um die fehlende Körpergröße auszugleichen.
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