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Mopedauto: Wichtige Infos & gesetzliche Regelungen

Mopedauto: Wichtige Infos & gesetzliche Regelungen

Lenkberechtigung, Pickerl, Mitführpflichten und mehr: Was man wissen sollte, wenn man in Österreich ein Mopedauto fahren möchte.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 13.01.2021

Mopedautos sind besonders kleine und leichte, vierrädrige Fahrzeuge mit geringer Motorisierung, die mit der entsprechenden Lenkberechtigung in Österreich bereits ab einem Alter von 15 Jahren gefahren werden dürfen. Die offizielle Bezeichnung lautet “vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge“, umgangssprachlich ist hierzulande aber meist von Mopedautos die Rede. Was man wissen sollte, wenn man sich ein solches Fahrzeug zulegen möchte, haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst.

Was genau ist ein Mopedauto?

Ein Mopedauto ist ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug mit maximal zwei Sitzplätzen, einer Bauartgeschwindigkeit von maximal 45 km/h, einem Leergewicht im fahrbereiten Zustand von maximal 425 kg (bei Elektrofahrzeugen ohne Batterie) sowie einer Motornennleistung von maximal 6 kW bzw. einem Hubraum von maximal 50 ccm (für Fremdzündungs-/Benzinmotoren).

Welche Lenkberechtigung braucht man für ein Mopedauto?

Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h dürfen vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge – ebenso wie Mopeds – in Österreich mit dem Führerschein der Klasse AM gefahren werden. Das bedeutet, dass man frühestens im Alter von 15 Jahren ein Mopedauto fahren kann.

Prinzipiell berechtigt ein Führerschein der Klasse AM ohne eingetragenen Code sowohl zum Lenken eines Mopeds als auch zum Lenken eines Mopedautos. Wird die Praxisschulung nur mit einem Moped oder Mopedauto durchgeführt, gilt der Führerschein dann aber auch nur für die jeweilige Fahrzeugart, was durch den jeweiligen Code im Führerschein ersichtlich wird. Um die Lenkberechtigung für Mopeds und Mopedautos zu erhalten, muss der sechsstündige Praxisunterricht im Rahmen der Schulung mit beiden Fahrzeugarten absolviert werden.

Ein alter Mopedausweis berechtigt prinzipiell nicht um Lenken eines vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugs. Um den Mopedausweis zu “erweitern”, muss man sechs Praxisstunden am Übungsplatz absolvieren. Danach wird ein Scheckkartenführerschein mit der eingetragenen Klasse AM ausgestellt.

Alle Informationen zum Führerschein der Klasse AM findet ihr hier.

Für Inhaber anderer Lenkberechtigungsklassen wird die Klasse AM automatisch in den Führerschein eingetragen. Inhaber eines solchen Führerscheins müssen die Lenkberechtigung für die Klasse AM nicht mehr gesondert erwerben. Das betrifft die Führerscheinklassen B, A1, A2, A, B, BE, C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE und F.

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© Bild: autorevue online

Wie ist ein Mopedauto motorisiert?

Die meisten Mopedautos fahren mit Benzinmotor, es sind aber auch Diesel-Modelle oder Mopedautos mit reinem Elektroantrieb erhältlich. Um als Mopedauto zu gelten und dementsprechend mit dem AM-Führerschein gefahren werden zu können, dürfen die Leichtfahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Zudem gilt eine Hubraumbeschränkung von max. 50 ccm Hubraum bei Benzinern bzw. 500 ccm bei Dieselmotoren. Viele Mopedautos verfügen über eine Leistung von 5 oder 8 PS, für Fahrzeuge der Klasse L6e-B6 (Leichtes Vierradmobil) gilt eine Leistungsbeschränkung von kW (8,15 PS).

Wo darf man mit einem Mopedauto fahren?

Mit einem Mopedauto darf überall dort gefahren werden, wo man auch mit dem Moped fahren darf – also im Ortsgebiet sowie auf Freilandstraßen. Autostraßen und Autobahnen sind für Mopedautos Tabu, da die zum Befahren dieser Straßentypen erforderliche Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h nicht erreicht wird.

Braucht ein Mopedauto ein Pickerl?

Ja, auch ein Mopedauto braucht ein gültiges Pickerl, um im österreichischen Straßenverkehr genutzt werden zu können. Das bedeutet, dass man mit dem Leichtfahrzeug genauso wie mit einem “großen” Auto regelmäßig zur §57a-Begutachtung muss.

Für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge gilt wie beim Pkw die so genannte “3-2-1”-Regelung: Das bedeutet, dass die §57a-Begutachtung das erste Mal drei Jahre nach der Erstzulassung, dann zwei Jahre nach der ersten Begutachtung, und in weiterer Folge ein Jahr nach jeder weiteren Begutachtung durchgeführt werden muss. 

Alle Informationen rund ums Pickerl und die §57a-Begutachtung in Österreich findet ihr hier.

Braucht man für ein Mopedauto eine Versicherung?

Ja, wie für andere Kfz auch benötigt man zumindest eine Haftpflichtversicherung, um ein Mopedauto anmelden zu können.

Welches Kennzeichen braucht ein Mopedauto?

Ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug bekommt eine rote Moped-Kennzeichentafel. Zusätzlich wird es am Heck mit dem Aufkleber “45” gekennzeichnet.

Welche Mitführpflichten bestehen für Mopedautos?

Bei Fahrten mit dem Mopedauto müssen eine Autoapotheke, der Zulassungsschein und ein Pannendreieck mitgeführt werden.

Braucht man für ein Mopedauto Winterreifen?

Auch für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge gilt in Österreich die so genannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt, dass die Fahrzeuge im Zeitraum 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnbedingungen nur dann in Betrieb genommen werden dürfen, wenn an allen vier Rädern Winterreifen (oder entsprechend gekennzeichnete Ganzjahresreifen) angebracht sind. Alternativ dazu sind bei durchgängiger Schnee- oder Eisfahrbahn auch Sommerreifen mit Schneeketten an mindestens zwei Antriebsrädern erlaubt.

Alle Informationen zur Winterreifenpflicht in Österreich und seinen Nachbarländern findet ihr hier.

Welche Hersteller bieten Mopedautos an?

Zu den bekannten Herstellern von Mopedautos zählen etwa Aixam oder Ligier (mit den Marken Ligier und Microcar), es gibt aber noch zahlreiche weitere Marken, die vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge im Programm haben.

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Ein Mopedauto von Aixam, dem europäischen Marktführer im Bereich der vierrädrigen Leichtkraftfahrzeuge.

Wie teuer ist ein Mopedauto?

Wie bei allen anderen Fahrzeugtypen auch, gibt es bei Mopedautos große Preisunterschiede zwischen einzelnen Modellen. Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge sind mittlerweile auch mit vielen Ausstattungs-Extras wie etwa Rückfahrkamera, Touch-Display, Alufelgen oder Sportsitzen erhältlich, was sich natürlich auch auf den Preis niederschlägt. Als groben Richtwert kann man davon ausgehen, für ein neues Mopedauto mit Verbrennungsmotor an die 10.000 Euro einplanen zu müssen, es gibt aber auch Modelle (insbesondere jene mit Elektroantrieb), die an der 20.000-Euro-Marke kratzen.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass zu den Anschaffungskosten auch noch laufende Kosten wie Versicherung, §57a-Begutachtung, Wartung etc. gerechnet werden müssen.