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Statt einer Strategie gibt es ein Sondermodell. Eh lustig.
 

Lotus 3-Eleven 430: Die schönste Nebelkerze der Autowelt

Bis die mittelfristige Zukunft geklärt ist, eskaliert bei Lotus das bestehende Modellprogramm. Die Marke baut jetzt 20 Stück des Lotus 3-Eleven 430.

21.02.2018 Online Redaktion

Es war 2016 als Lotus den ersten 3-Eleven rausfeuerte. Als Straßen- und als Rennversion. Eine türlose Karosserie aus kohlenstoffverstärktem Kunststoff beherbergt einen 3,5-Liter V6 von Toyota, der ansonsten auch den Evora antreibt. Die Straßenversion verschärft Lotus jetzt zum 3-Eleven 430. Soll heißen: 430 britische Horsepower, die sich zu 436 europäischen Pferdestärken hochschaukeln.

Lotus 3-Eleven 430
© Bild: Lotus

436 PS, 440 Newtonmeter, nur 920 Kilogramm.

Der puristische Racer

Der Lotus 3-Eleven 430 hat damit 20 PS mehr als die erste Straßenversion. Am grundsätzlichen Aufbau ändert sich freilich nichts. Die gewichtsparende Karosserie wird über ein Chassis aus Aluminium gestülpt. Dazu kommt ein Überrollbügel über das Monocoque. Die 440 Newtonmeter des Motors liegen 4.500 Umdrehungen an. Filetiert wird die Kraft von einem manuellen Sechsganggetriebe.

Derart bewaffnet passiert der Paradespurt in 3,2 Sekunden. Dem Vorgängermodell nimmt der Lotus 3-Eleven 430 damit 0,2 Sekunden ab. Zum Vergleich: Der Porsche 911 GT3 mit 500 PS braucht dafür 3,9 Sekunden. Eine Differenz, die sich vor allem mit dem Gewichtsunterschied erklären lässt. Lotus Vorzeige-Sportler wiegt gerade einmal 920 Kilogramm. Das sind fünf Kilogramm weniger als bei der ersten Straßenversion. Das mag zwar nicht nach viel klingen, macht aber deutlich, auf welch hohem Niveau Lotus auf diesem Gebiet arbeitet.

Lotus 3-Eleven 430
© Bild: Lotus

Löst den Bausparer auf.

Mehr Power, mehr Speed

Die Höchstgeschwindigkeit gibt Lotus für den 3-Eleven 430 mit 290 Stundenkilometer an, immerhin deren zehn Stundenkilometer mehr als beim Vorgänger. Entsprechend musste auch die Aerodynamik weiterentwickelt werden. Der Heckflügel liegt jetzt 50 Millimeter höher. Im Zusammenspiel mit dem Frontsplitter wird so bei Höchstgeschwindigkeit ein Anpressdruck von 265 Kilogramm erreicht (100 Kilogramm vorne, 165 Kilogramm hinten). Das sind 44 Kilogramm mehr als beim Vorgänger.

Eine bekannte Lotus-Technik hat es ebenfalls in den puristischen Sportler geschafft. Das Sperrdifferential an der Hinterachse. Wie schon im Lotus Exige Cup 430, im Evora GT430 und im GT430 Sport kann der Fahrer die Traktion optimieren, indem er den Schlupf per Drehregler bestimmt. Sechs Stufen hat Lotus hier vorprogrammiert: 1%, 3%, 6%, 9%, 12%. Wer will kann die Traktionskontrolle auch komplett deaktivieren.

Preis für den Lotus 3-Eleven 430

In Deutschland kostet der Lotus 3-Eleven 430 inklusive Steuern 129.000 Euro. Österreichische Kunden, sollte es eine Version zu uns schaffen, müssten freilich ein paar Euro mehr anlegen.

Bei aller Freude über das Sondermodell muss gesagt werden, dass es sich dabei um eine Verzögerungstaktik seitens der Marke handelt. Eine Art sportliche Nebelkerze, wenn man so will. Denn Lotus wollte eigentlich im Januar mitteilen, wie es mit der Marke mittel- und langfristig weitergehen soll. Kommen neue Modelle? Gibt es Investoren oder Kooperationen? An was arbeitet die Entwicklungsabteilung? Und überhaupt: Wie viel Geld ist noch im Sparschwein? Es bleibt also spannend.

Lotus 3-Eleven 430
© Bild: Lotus

Statt einer Strategie gibt es ein Sondermodell. Eh lustig.

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