Tamara Schögl
Spritpreise in Österreich [Aktuelle Infos]

Spritpreise in Österreich [Aktuelle Infos]

Wie viel kosten Benzin und Diesel? Aktuelle Informationen und Wissenswertes rund ums Thema Spritpreise in Österreich.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 27.05.2022

Am 23. Mai 2022 betrugen die durchschnittlichen Spritpreise an Tankstellen in Österreich: 

  • 1,808 Euro je Liter Eurosuper 95
  • 1,839 Euro je Liter Diesel

» Tagesaktuelle Spritpreise auf einen Klick: Die billigsten Tankstellen in eurer Nähe findet ihr mit unserem Spritpreisrechner.

Spritpreise im Wochen- und Jahresvergleich

Im Wochenvergleich bedeuten diese Spritpreise einen Anstieg um 1,9% (Benzin) bzw. einen Rückgang um 1% (Diesel). Bei der vorigen Erhebung des Fachverbandes der Mineralölindustrie am 16. Mai hatte der Dieselpreis noch bei 1,858 Euro je Liter gelegen, der Benzinpreis bei 1,774 Euro je Liter.

Den drastischen Anstieg der Spritpreise 2022 veranschaulicht der Jahresvergleich: Vor einem Jahr – Stichtag 05.03.2021 – hatte Diesel 1,254 Euro je Liter und Eurosuper 1,19 Euro je Liter gekostet (Quelle: BMK).

Spritpreise im März so hoch wie noch nie

Wie eine aktuelle ÖAMTC-Auswertung zeigt, waren die Spritpreise hierzulande im März 2022 so hoch wie noch nie. Durchschnittlich kostete Super 1,781 Euro je Liter, Diesel 1,868 Euro je Liter.

Alleine von Anfang bis Mitte März 2022 sind die Spritpreise um rund 50 Cent je Liter Diesel und um rund 40 Cent je Liter Super angestiegen. Danach sind die Preise wieder zurückgegangen, sie bewegen sich aber immer noch auf hohem Niveau.

Im Vergleich zu März 2021 waren die Spritpreise im März 2022 um rund 46 Prozent (Super) und rund 61 Prozent (Diesel) höher.

Bundeswettbewerbsbehörde untersucht Treibstoffmarkt

Ein Grund für die aktuell so hohen Spritpreise sind die gestiegenen Rohölpreise vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs. Allerdings schossen die Preise an den Tankstellen stärker in die Höhe, als durch den Ölpreis erklärbar wäre.

Wie der ÖAMTC angibt, sind die Preise für ein Barrel OPEC-Öl in Euro seit Anfang 2022 um rund 41 Prozent gestiegen. Die Preise an den Zapfsäulen (exklusive Mineralölsteuer und Umsatzsteuer) stiegen in dieser Zeit jedoch deutlich stärker – z. B. bei Diesel um rund 53 Prozent.

Deshalb führt die Bundeswettbewerbsbehörde jetzt eine Untersuchung im österreichischen Kraftstoffmarkt durch: Geklärt werden soll, „ob neben anderen aktuellen Entwicklungen auch fehlender oder beschränkter Wettbewerb Ursache der derzeitigen Preise sind“, so die BWB in einer Aussendung.

„Wir werden uns nun ganz genau anschauen, ob es hier zu verbotenen Preisabsprachen oder Kartellbildungen gekommen ist“, so Justizministerin Alma Zadić zum Ziel der Untersuchung der Spritpreise. Oder, wie Vizekanzler Werner Kogler es auf Twitter formulierte: Es müsse „geklärt werden, ob sich Öl-Konzerne eine goldene Nase durch den Krieg verdienen.“

Sollte sich herausstellen, dass tatsächlich illegale Absprachen bezüglich der Spritpreise getroffen wurden, drohen den betroffenen Unternehmen empfindliche Strafen. Konkret wären Geldbußen bis zu einem Höchstbetrag von 10 Prozent des im vorausgegangenen Geschäftsjahr erzielten Gesamtumsatzes möglich, wie die APA berichtet.

Zusammensetzung der Spritpreise

Die Spritpreise an den Tankstellen beinhalten neben dem Produktpreis auch einen Gewinnaufschlag und zwei Steuern: Die Mehrwertsteuer (MwSt) und die Mineralölsteuer (MöSt).

Laut ÖAMTC lag der Steueranteil im Jahresschnitt 2021 bei 54 Prozent für Benzin bzw. rund 49 Prozent für Diesel.

Die Mineralölsteuer beträgt in Österreich 39,7 Cent je Liter Diesel und 48,2 Cent je Liter Benzin. Damit ist die MöSt auf Diesel je Liter um 8,5 Cent niedriger als auf Benzin – hier spricht man vom so genannten „Dieselprivileg“.

» Weitere Informationen zur Mineralölsteuer in Österreich findet ihr hier.

Mit 1. Juli 2022 wird in Österreich auch ein CO2-Preis eingeführt, der sich ebenfalls an den Zapfsäulen bemerkbar machen wird. Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zufolge werden die Spritpreis infolge dessen um 7,7 Cent inkl. MWst. je Liter Benzin bzw. 8,8 Cent inkl. MWSt je Liter Diesel steigen

» Die wichtigsten Informationen rund um die CO2-Bepreisung ab Juli 2022 haben wir hier für euch zusammengefasst.

Maßnahmen zur Abfederung der hohen Spritpreise

Autofahrer:innen kommen die aktuell sehr hohen Spritpreise teuer zu stehen. Diese Maßnahmen sollen die finanzielle Mehrbelastung für Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, abfedern:

Erhöhung des Pendlerpauschales

Zur Abfederung der hohen Treibstoffpreise hat die Regierung ein Entlastungspaket beschlossen. Dieses umfasst unter anderem

  • Die Erhöhung des Pendlerpauschales um 50 Prozent von Mai 2022 bis Juni 2023
  • Die Vervierfachung des Pendlereuros von Mai 2022 bis Juni 2023

» Alle Informationen zum Pendlerpauschale & Pendlereuro 2022 findet ihr hier im Überblick.

Regionaler Klimabonus

Durch die CO2-Bepreisung ab Juli 2022 werden unter anderem auch die Spritpreise steigen. Mit dem CO2-Preis wird daher auch der regionale Klimabonus eingeführt: Österreicher:innen erhalten – abhängig von ihrem Hauptwohnsitz – 100, 133, 167 oder 200 Euro, um die finanzielle Mehrbelastung abzufedern.

» Weitere Informationen zum regionalen Klimabonus haben wir hier für euch zusammengefasst.

Die hohen Spritpreise in Österreich bereiten aktuell vielen Autofahrer:innen Sorgen.
© Bild: Tamara Schögl

Spritpreise in Österreichs Nachbarländern

In Österreichs Nachbarländern variieren die Spritpreise stark. Einige Beispiele:

  • In Deutschland zahlt man aktuell über 2 Euro je Liter Treibstoff. Daher soll – im Zuge eines weiteren Entlastungspakets – für die Dauer von 3 Monaten die Energiesteuer gesenkt werden. Der Benzinpreis verringert sich dadurch um 30 Cent, der Dieselpreis um 14 Cent je Liter. Das Entlastungspaket greift von 1. Juni bis 31. August.
  • In Slowenien sind die Spritpreise seit 11. Mai mit 1,56 Euro je Liter Benzin und 1,668 Euro je Liter Diesel gedeckelt.
  • In Ungarn wurde bereits im November 2021 ein Spritpreisdeckel eingeführt, hier kostet der Liter Treibstoff maximal 480 Forint. Das sind umgerechnet rund 1,30 Euro. Seit 27. Mai gilt der günstige Preis aber nur mehr für Einheimische – Ausländer:innen sollen den höheren Marktpreis zahlen, der etwa 40 Prozent darüber liegt. Die Regelung, die vorerst bis 1. Juli gilt, sorgt für heftige Kritik und sei laut Autofahrerklubs EU-rechtlich nicht haltbar.