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Dieselpreis in Österreich [Aktuelle Infos & Entwicklung]

Dieselpreis in Österreich [Aktuelle Infos & Entwicklung]

Der Dieselpreis ist rückläufig, bewegt sich aber immer noch auf hohem Niveau. Aktuell kostet Diesel an den Tankstellen mehr als Superbenzin.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 17.05.2022

Der durchschnittliche Dieselpreis an Tankstellen in Österreich betrug am 16. Mai 2022 1,858 Euro je Liter.

Im Wochenvergleich bedeutet das einen Anstieg um 0,9%. Bei der vorigen Erhebung des FVMI am 9. Mai hatte der Dieselpreis noch bei 1,875 Euro je Liter gelegen.

Den drastischen Anstieg des Dieselpreises 2022 veranschaulicht der Jahresvergleich: Vor einem Jahr – Stichtag 3.5.2021 – hatte Diesel 1,173 Euro je Liter gekostet (Quelle: BMK).

» Tagesaktuelle Dieselpreise auf einen Klick: Die billigsten Tankstellen in eurer Nähe findet ihr mit unserem Spritpreisrechner.

Dieselpreis 2022 so hoch wie nie

Der Dieselpreis in Österreich erklomm im Februar und März 2022 laufend neue Rekordwerte. Am 16. Februar verzeichnete der ÖAMTC mit durchschnittlich 1,477 Euro je Liter bereits ein neues Allzeithoch – das in den darauffolgenden Wochen noch deutlich überboten werden sollte. Im März überschritt der Dieselpreis in Österreich erstmals die 2-Euro-Marke, aktuell liegt er aber wieder deutlich darunter.

Diesel aktuell teurer als Benzin

Österreichische Autofahrer:innen sind es gewöhnt, dass Diesel an den Tankstellen meist weniger kostet als Benzin – das ist auf die niedrigere Mineralölsteuer zurückzuführen (so genanntes „Dieselprivileg“).

Dennoch überholte der Dieselpreis schon in der Vergangenheit immer wieder jenen von Benzin, und auch aktuell kostet Diesel an den Zapfsäulen mehr als Super – und das seit mittlerweile mehr als zwei Monaten.

Zum Vergleich: Am 9. Mai 2022 betrugen die Spritpreise an Österreichs Tankstellen durchschnittlich

  • 1,858 Euro je Liter Diesel und
  • 1,774 Euro je Liter Eurosuper 95.

Damit ist Diesel um rund 8 Cent teurer.

Der Dieselpreis liegt aktuell höher als jener von Benzin.
© Bild: autorevue online
Der Dieselpreis liegt aktuell höher als jener von Benzin.

CO2-Bepreisung bringt weiteren Spritpreisanstieg

Mit der CO2-Bepreisung ab kommendem Sommer steht ein weiterer Spritkostenanstieg bevor.

Ab Juli 2022 kosten CO2-Emissionen auch in Österreich 30 Euro pro Tonne. Der Dieselpreis wird damit Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zufolge um 8,8 Cent (inkl. MWSt) je Liter steigen.

Um die durch den CO2-Preis entstehenden finanziellen Mehrbelastungen beim Tanken und Heizen abzufedern, wird ab Juli 2022 auch der regionale Klimabonus eingeführt. Dieser beträgt je nach Wohnsitz und dessen Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel 100, 133, 167 oder 200 Euro pro Jahr und Person (50% für Kinder). CO2-Preis und Klimabonus sind ein Kernstück der ökosozialen Steuerreform.

Weitere Informationen zum regionalen Klimabonus für alle Österreicher:innen findet ihr hier.

Der österreichische Dieselpreis im EU-Vergleich

Am 9. Mai 2022 lag der Dieselpreis in Österreich bei 1,875 Euro je Liter. Im EU-Vergleich bedeutet das den 13. Platz.

Durchschnittlich kostete Diesel in der Europäischen Union an diesem Stichtag 1,906 Euro je Liter, Österreich liegt 3,1 Cent darunter.

Quelle: FVMI

Dieselpreis in Österreichs Nachbarländern

In Österreichs Nachbarländern variiert der Preis je Liter Diesel stark. Einige Beispiele:

  • In Deutschland zahlt man aktuell über 2 Euro je Liter Treibstoff. Daher soll – im Zuge eines weiteren Entlastungspakets – für die Dauer von 3 Monaten die Energiesteuer gesenkt werden. Der Benzinpreis verringert sich dadurch um 30 Cent, der Dieselpreis um 14 Cent je Liter. Das Entlastungspaket greift von 1. Juni bis 31. August.
  • In Slowenien sind die Spritpreise seit 11. Mai mit 1,56 Euro je Liter Benzin und 1,668 Euro je Liter Diesel gedeckelt.
  • In Ungarn wurde bereits im November 2021 ein Spritpreisdeckel eingeführt, hier kostet der Liter Treibstoff maximal 480 Forint. Das sind umgerechnet rund 1,30 Euro. Seit 27. Mai gilt der günstige Preis aber nur mehr für Einheimische – Ausländer:innen sollen den höheren Marktpreis zahlen, der etwa 40 Prozent darüber liegt. Die Regelung, die vorerst bis 1. Juli gilt, sorgt für heftige Kritik und sei laut Autofahrerklubs EU-rechtlich nicht haltbar.