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Klimabonus ab 2022: Die wichtigsten Infos

Klimabonus ab 2022: Die wichtigsten Infos

Mit dem CO2-Preis wird ab 2022 auch der regionale Klimabonus eingeführt. Die wichtigsten Informationen rund um Höhe, Voraussetzungen und Hintergründe gibt’s hier im Überblick.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 23.05.2022

Der regionale Klimabonus soll die finanzielle Mehrbelastung abfedern, die die CO2-Bepreisung ab Juli 2022 mit sich bringen wird. Die wichtigsten Informationen dazu findet ihr hier im Überblick.

Wie und wann der regionale Klimabonus ausbezahlt wird, erfahrt ihr weiter unten.

Was ist der regionale Klimabonus?

CO2-Emissionen kosten mit der Einführung der CO2-Steuer im kommenden Sommer vorerst 30 Euro je Tonne. Wie auch in Deutschland soll der CO2-Preis in weiterer Folge schrittweise angehoben werden (2023: 35 Euro, 2024: 45 Euro, 2025: 55 Euro pro Tonne).

Das wird sich auch an den Energiekosten für private Endverbraucher:innen bemerkbar machen. So werden unter anderem die Spritpreise steigen. Um die dadurch entstehenden Mehrkosten auszugleichen, sieht die ökosoziale Steuerreform auch die Einführung eines regionalen Klimabonus vor.

Die gesetzliche Grundlage bildet das neu geschaffene Klimabonusgesetz.

Höhe des regionalen Klimabonus

Der regionale Klimabonus wird in vier Stufen gestaffelt. Ausschlaggebend für die Höhe ist der Hauptwohnsitz der Bezieher:innen.

Dabei geht es um die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie die Infrastruktur vor Ort. In gut erschlossenen Regionen soll es weniger Geld geben als in Gebieten, die mit den Öffis nicht oder nur schlecht erreicht werden können und nur wenig Infrastruktur bieten.

Der Klimabonus setzt sich demnach aus einem Sockelbetrag in Höhe von 100 Euro sowie einem Regionalausgleich (abhängig vom Hauptwohnsitz) in Höhe von 0, 33, 67 oder 100 Euro zusammen und beträgt im Jahr 2022 insgesamt:

  • 100 Euro für Personen mit Hauptwohnsitz der Kategorie 1
  • 133 Euro für Personen mit Hauptwohnsitz der Kategorie 2
  • 167 Euro für Personen mit Hauptwohnsitz der Kategorie 3
  • 200 Euro für Personen mit Hauptwohnsitz der Kategorie 4
  • Für Kinder gibt’s 50% Aufschlag.
  • Menschen mit Behinderung und Mobilitätseinschränkung erhalten unabhängig vom Wohnort den höchsten Klimabonus (200 Euro).

Der Klimabonus wird einmal jährlich ausbezahlt.

Im ersten Jahr (2022) wird der komplette Bonus ausbezahlt, obwohl die CO2-Bepreisung erst mit Juli eingeführt wird.

Sockelbetrag und Regionalausgleich

Der Sockelbetrag soll der Deckung der Mehrkosten in den Bereichen Wohnen/Heizen und Konsum dienen.

Der je nach Wohngemeinde hinzukommende Regionalausgleich ist für die „Deckung eines erhöhten Mobilitätsbedarfes auf Grund geringerer Verfügbarkeit von öffentlichem Verkehr sowie Infrastruktureinrichtungen“ vorgesehen, wie es in einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz heißt – sprich, den Ausgleich der höheren Spritpreise für all jene, die auf das Auto angewiesen sind.

Der regionale Klimabonus soll die durch den CO2-Preis entstehende finanzielle Mehrbelastung abfedern.

Hauptwohnsitz-Kategorien

Die österreichischen Gemeinden wurden von der Statistik Austria in Hinblick auf den Urbanisierungsgrad und die Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln eingeteilt. Daraus ergibt sich in weiterer Folge die Zuteilung zu einer der vier Kategorien, die für die Höhe des Klimabonus-Regionalausgleichs ausschlaggebend ist.

Die vorläufige Einteilung wurde im Oktober 2021 vorgenommen und sieht folgende Differenzierung vor:

  • In die Kategorie 1, für die es keinen Regionalausgleich zusätzlich zum Sockelbetrag gibt (=100 Euro Klimabonus gesamt), fällt nur Wien.
  • In die Kategorie 2 mit 33 Euro Regionalausgleich (=133 Euro Klimabonus gesamt) fallen 106 Gemeinden, darunter das Wiener Umland, die Landeshauptstädte inkl. einiger Umlandgemeinden, Wels, Steyr, Krems, Wr. Neustadt, Leoben, Lienz sowie das Rheintal.
  • In die Kategorie 3 mit 67 Euro Regionalausgleich (=167 Euro Klimabonus gesamt) fallen 443 Gemeinden, darunter etwa Amstetten, Bad Ischl, Leibnitz, Villach oder Wolfsberg.
  • In die Kategorie 4 mit 100 Euro Regionalausgleich (=200 Euro Klimabonus gesamt) fallen 1.545 Gemeinden, darunter etwa Feldkirchen in Kärnten, Deutschlandsberg und Strasshof an der Nordbahn.

Kritik am Regionalausgleich

Die regionale Differenzierung wurde bereits seit der Vorstellung des Klimabonus vielfach kritisiert. Als Beispiel für die als ungerecht angesehene Verteilung wird häufig die Ketzergasse an der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich ins Treffen geführt, wo die Bewohner:innen von Häusern mit ungerader Hausnummer 133 Euro erhalten weil sie sich bereits in Niederösterreich befinden, die Wiener:innen in den Häusern mit gerader Hausnummer aber nur 100 Euro bekommen.

In Raasdorf bei Wien mit Bahnhof auf der Strecke Wien – Bratislava und weniger als fünf Kilometer von der Seestadt Aspern und deren U2-Station entfernt gibt’s dafür, ebenso wie in Aderklaa, den maximalen Klimabonus in Höhe von 200 Euro – das entspricht der Klassifizierung der abgelegensten Gemeinden des Landes.

Stufenweise Erhöhung von CO2-Preis und Klimabonus

Ebenso wie in Deutschland soll der CO2-Preis auch hierzulande jährlich angehoben werden und bis 2025 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne steigen (2022: 30 Euro, 2023: 35 Euro, 2024: 45 Euro, 2025: 55 Euro). Mit dem CO2-Preis soll aber auch der Klimabonus steigen. Dafür wird die Höhe des Sockelbetrages für die Jahre ab 2023 jährlich per Verordnung angepasst.

» Weitere Informationen zum CO2-Preis („CO2-Steuer“) in Österreich ab Juli 2022 gibt’s hier.

Voraussetzungen für den Erhalt des Klimabonus

Natürliche Personen, die im betreffenden Kalenderjahr an mindestens 183 Tagen ihren Hauptwohnsitz in Österreich gemeldet hatten, haben Anspruch auf den regionalen Klimabonus.

Wie wird der Klimabonus ausbezahlt?

Der regionale Klimabonus wird ab Oktober 2022 das erste Mal ausbezahlt. Dafür muss kein Antrag gestellt werden. Die Überprüfung der Voraussetzungen sowie die Zuordnung der entsprechenden regionalen Einstufung erfolgen automatisiert.

Es gibt zwei verschiedene Varianten, wie die Berechtigten ihren Klimabonus erhalten können:

  • Liegen dem Ministerium die Kontodaten des/der Empfänger:in vor (in FinanzOnline oder über die Pensionsversicherungsanstalt), wird der Klimabonus direkt überwiesen.
  • Liegen dem Ministerium keine Kontodaten vor, erhält der/die Empfänger:in stattdessen einen RSa-Brief mit einem Gutschein. Dieser Gutschein kann entweder für den Einkauf in Geschäften eingelöst oder bei einer Bank gegen Bargeld getauscht werden.

Im Juni sollen alle österreichischen Haushalte Informationen zum regionalen Klimabonus per Post erhalten.

Ab 3. Juli soll überprüft werden, wer bereits Anspruch auf den Klimabonus hat – also seit mindestens 183 Tagen den Hauptwohnsitz in Österreich hat. Für Personen, für die das im Juli noch nicht der Fall ist – die also etwa noch nicht das ganze Jahr in Österreich leben oder Kinder, die erst 2022 geboren wurden – wird am 1. Jänner ein erneuter Datenabgleich durchgeführt. Sie erhalten den regionalen Klimabonus also trotzdem, aber erst später.

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