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Mineralölsteuer (MöSt) auf Diesel und Benzin in Österreich

Mineralölsteuer (MöSt) auf Diesel und Benzin in Österreich

Was ist eigentlich die Mineralölsteuer, wie hoch fällt diese aus, wie beeinflusst sie die Treibstoffpreise und warum wird sie immer wieder diskutiert?

Online Redaktion
Veröffentlicht am 06.10.2021

Diesel und Benzin unterliegen in Österreich der Mineralölsteuer (MöSt). Diese Verbrauchsabgabe fällt für Mineralöl, Kraftstoffe und Heizstoffe an, die in Österreich hergestellt oder nach Österreich eingebracht werden, und ist im Mineralölsteuergesetz geregelt. Autofahrerinnen und Autofahrer bekommen die Mineralölsteuer beim Tanken zu spüren: Die Abgabe fließt in die Spritpreise mit ein.

Benzin- und Dieselpreise im Überblick behalten: Unseren Online-Spritpreisrechner findet ihr hier.

Höhe der Mineralölsteuer für Diesel und Benzin in Österreich

Für einen Liter Diesel beträgt die Mineralölsteuer in Österreich 39,7 Cent, für einen Liter Benzin werden 48,2 Cent fällig. Damit ist die MöSt auf Diesel je Liter um 8,5 Cent niedriger als auf Benzin, was sich auch bei den Preisen an den Zapfsäulen bemerkbar macht. Erhöht wurde die Mineralölsteuer in Österreich zuletzt im Jahr 2011.

Die Mineralölsteuer macht sich auch beim Tanken bemerkbar.
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Die Mineralölsteuer macht sich für Autofahrerinnen und Autofahrer bei den Treibstoffpreisen bemerkbar.

Die Mineralölsteuer ist eine von drei österreichischen Pkw-Steuern neben der Normverbrauchsabgabe und der motorbezogenen Versicherungssteuer.

Diskussionen um das „Dieselprivileg“

Dieselfahrer zahlen wie oben angeführt 8,5 Cent weniger Mineralölsteuer je Liter Kraftstoff als Autofahrerinnen und Autofahrer, die Benzin tanken müssen. Diese Steuerbegünstigungen werden immer wieder heiß diskutiert: So errechnete etwa der Verkehrsclub Österreich VCÖ Anfang 2019, dass sich Dieselfahrer durch die niedrigere Mineralölsteuer allein im Jahr 2019 rund 710 Mio. Euro erspart hätten, wovon insbesondere der Lkw-Verkehr profitiert.

Um die Klimaziele zu erreichen und den so genannten „Tanktourismus“ einzudämmen, steht eine Angleichung des Mineralölsteuersatzes von Diesel an jenen von Benzin im Raum und wird immer wieder heiß diskutiert. Eigentlich war das Aus für das so genannte „Dieselprivileg“ im Zuge der ökosozialen Steuerreform erwartet worden, die die Regierung am 3. Oktober 2021 vorgestellt hat. Da diesbezüglich aber keine Einigung mit der ÖVP erzielt werden konnte, bleibt es zumindest vorerst bestehen. Die Grünen wollen sich aber Weiterhin um die Abschaffung der Steuervorteile für Dieselfahrer bemühen und das Aus des Dieselprivilegs bis zum Ende der Legislaturperiode 2024 durchsetzen.

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