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Probeführerschein: Neue Regelung und Dauer

Wie bereits angekündigt verlängert sich die Zeit des Probeführerscheines für Führerscheinneulinge ab Anfang Juli von zwei auf drei Jahre. Was gibt es sonst zu beachten?

Online Redaktion
Veröffentlicht am 04.07.2017

Die neueste Novelle des FSG (Führerscheingesetzes) tritt mit 1. Juli 2017 in Kraft. Neben der Verlängerung der Probezeit von zwei auf drei Jahre (Ende 2016 gab es hierzu erste Informationen) gibt es auch eine Ergänzung der Delikte, die eine Nachschulung oder Verlängerung der Probezeit nach sich ziehen können.

Probeführerschein in Österreich, das ist zu beachten:

Anordnung einer Nachschulung bei diesen Delikten

Bisher wurde während der Probezeit eine Nachschulung angeordnet bei Vorrangverletzungen, Fahrerflucht, stark überhöhter Geschwindigkeit (das bedeutet: mehr als 20 km/h Überschreitung im Ortsgebiet oder 40 km/ auf Freilandstraße), selbstverständlich aber auch nach einer Geisterfahrt, der Missachtung einer roten Ampel und wenn in einer Überholverbotszone oder unter gefährlichen Voraussetzungen überholt wurde. Auch das Fahren gegen eine Einbahn sowie fahrlässige Körperverletzung bzw. Tötung beim Lenken eines Kraftfahrzeuges führt zu einer Nachschulung.

Welche Delikte sind neu?

Wer das Handyverbot am Steuer während der Probezeit missachtet, muss künftig ebenso mit einer Nachschulung rechnen, sofern man dabei ertappt wird. Die Verschärfung in diese Richtung ist eine Folge davon, dass Ablenkung mittlerweile die häufigste Ursache für Unfälle darstellt. (108 Verkehrstote durch „Ablenkung“ im Jahr 2016).

Verkehrspsychologische Nachschulung als Konsequenz

Ein Verstoß in der Probezeit gegen eines der angeführten Delikte führt nicht nur zu einer Verlängerung der Probezeit um ein weiteres Jahr, auch eine verkehrspsychologische Nachschulung ist dann verpflichtend. Die Nachschulung besteht in der Regel aus mindestens vier Sitzungen sowie einer Fahrstunde mit einem Fahrlehrer inklusive Nachbesprechung mit einem Verkehrspsychologen. Die Kosten sind, neben einer allfälligen Strafe für das ursprüngliche Delikt, ebenso vom Besitzer des Probeführerscheines zu tragen.

Risikogruppe „jung und männlich“

Das Verkehrsministerium will mit den Neuerung unter anderem die „Risikogruppe“ der 20- bis 24-jährigen Männer entschärfen, die statistisch betrachtet im Verhältnis die meisten Verkehrstoten aufweist (3 von 4 der Verkehrstoten 2016 waren männlich, in der Gruppe 20-24 Jahre sogar 9 von 10), so das Statement von Verkehrsminister Leichtfried.

Außerdem neu: StVUStG

Mit dem Straßenverkehr-Unfallstatistikgesetz (StVUStG), ebenso gültig ab 1.Juli 2017, wird künftig eine Rechtsgrundlage für eine genaue und auch zeitnahe statistische Auswertung von Unfällen im Straßenverkehr geschaffen. Diese Erfassung war bisher nicht exakt geregelt, sondern ergab sich aus den gemeinsamen Zuständigkeiten des Innenministeriums bzw. des Verkehrsministeriums, weshalb statistische Auswertungen bisher stark verzögert und wenig in die Tiefe gehend vorlagen.

Mehr Informationen zum Probeführerschein findet ihr auf help.gv.at


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