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Autofahren im Winter: 9 Tipps für die Fahrt auf Schnee und Eis

Der Winter ist da – mit diesen Tipps kommen Autofahrer gut durch die nächste Kältewelle.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 22.01.2019

Schneebedeckte und/ oder vereiste Straßen bergen besondere Herausforderungen für Autofahrer. Was ihr unbedingt beachten müsst, um gut durch den Winter zu kommen.

Autofahren im Winter: Die richtige Ausrüstung

Das Wichtigste für eine sichere Fahrt im Winter sind Winterreifen. Der Gesetzgeber schreibt in Österreich vor, dass “Pkw und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t während des Zeitraumes 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie insbesondere Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis nur dann in Betrieb genommen werden dürfen, wenn an allen Rädern Winterreifen angebracht sind.

© Bild: CC0 / manfredrichter

Alternativ zu Winterreifen ist es auch zulässig, Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern zu verwenden – jedoch nur dann, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist.”

Zudem sollten Eiskratzer, Schneebesen und Enteisungsspray für die Türschlösser in den Wintermonaten zur Grundausstattung jedes Pkw gehören.

Freie Sicht beim Autofahren im Winter

Vor Fahrtantritt sollte sich jede/r Autofahrer/in die Zeit nehmen, das Fahrzeug von Schnee und Eis zu befreien. Das Autodach sollte unbedingt ganz abgekehrt werden; fällt während der Fahrt Schnee herab und trifft andere Verkehrsteilsnehmer, kann das im schlimmsten Fall hohe Schadenersatzforderungen zur Folge haben. Ebenso wichtig ist es, alle Scheiben eisfrei zu machen: Wer Zeit sparen will und lediglich ein “Sichtfenster” an der Windschutzscheibe freikratzt, gefährdet damit nicht nur seine eigene sowie die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer, sondern riskiert auch empfindliche Geldstrafen. Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, ist ebenfalls verboten und strafbar.
 Tipp: Wer sich das zeitaufwändige Eiskratzen in der Früh ein für alle Mal ersparen möchte, könnte seinem Auto eine Standheizung spendieren. Wie das funktioniert und was man dabei beachten muss, haben wir hier für euch zusammengefasst.

© Bild: CC0/pasja1000

Bei winterlicher Witterung: Fahrverhalten anpassen!

Bei schnee- und eisbedeckter Fahrbahn gilt als oberste Direktive: Runter vom Gas! Bereits bei nasser Fahrbahn sollte die Geschwindigkeit um 50% verringert werden, bei Schnee- und Eisfahrbahn sogar um bis zu 70 %. Auch der Abstand zum Vordermann sollte  besonders großzügig kalkuliert werden, da sich der Bremsweg bei Schnee und Eis dramatisch verlängert. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen, sollten das Abblendlicht bzw. wenn erforderlich die Nebelscheinwerfer eingeschalten werden.

© Bild: CC0

Untertourig fahren

Durch untertouriges Fahren wird die Straßenhaftung verbessert. Durch das Fahren mit niedriger Drehzahl können die Reifen besseren Grip aufbauen. Bei Schnee und Glätte empfiehlt es sich daher, früher als gewohnt in den nächsthöheren Gang zu schalten.

Auf die Fahrbahn achten

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verändern sich die Straßenverhältnisse oft besonders rasch. Besonders das so genannte Blitzeis kann Autofahrer unangenehm überraschen – die Fahrbahn ist plötzlich spiegelglatt. An schattigen Straßenabschnitten, auf Brücken oder im Wald ist die Glatteis-Gefahr besonders hoch, auch bei Temperaturen über 0 Grad hält sich das Eis hier oft lange. Sollten sich die Fahrbahnbedingungen während der Fahrt rapide verschlechtern, ist es oft empfehlenswert, eine Pause einzulegen und auf den Winterdienst zu warten.

Im Zweifelsfall gilt: Das Auto stehen lassen und die Fahrt nicht fortsetzen!

© Bild: CC0/axistravel

ESP eingeschaltet lassen

Wenn vorhanden, sollte das ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) auf Schnee- und Eisfahrbahn eingeschaltet bleiben. Dies verringert die Gefahr, dass das Fahrzeug ins Schleudern gerät. Ganz darauf verlassen darf man sich aber nicht: Auch mit aktiviertem ESP ist bei winterlicher Witterung eine Anpassung der Fahrweise unbedingt notwendig.

Ruckartige Lenkmanöver vermeiden

Ruckartige oder besonders heftige Lenkmanöver können dazu führen, dass das Auto ins Rutschen oder gar ins Schleudern gerät. Damit die Haftung nicht verloren geht, sollte man auf Schnee und Eis besonders besonnen und ruhig lenken – das gilt insbesondere dann, wenn es zu unvorhergesehenen Situationen kommt.

© Bild: CC0

In Extremsituationen: Ruhe bewahren!

Sollten alle Vorsichtsmaßnahmen versagen und das Auto ins Rutschen oder Schleudern geraten, ist die richtige Reaktion entscheidend: Den Fuß komplett vom Gas nehmen, (bei Autos mit manueller Schaltung) Auskuppeln, behutsam in die gewünschte Richtung lenken und bremsen. „Bremsen kann helfen, das Auto zu stabilisieren, weil dann Gewicht auf die Vorderachse kommt und die Reifen mehr Grip bekommen“, erklärt der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl in seinen Winter-Fahrtipps. Auch hier sollten ruckartige, hektische Lenkmanöver unbedingt vermieden werden. Gegebenenfalls sanftes Gegenlenken und eine Reduktion der Geschwindigkeit um einige km/h helfen oft, das Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Praxistraining für mehr Sicherheit

Wer sich beim Autofahren auf Schnee und Eis unsicher fühlt, kann in Fahrsicherheitstrainings lernen, wie man das Fahrzeug auch auf rutschiger Fahrbahn unter Kontrolle behält. Fahrsicherheitstrainings speziell für den Winter werden von den Autofahrerklubs sowie diversen Fahrschulen angeboten


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