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“Augen zu und bremsen”: 5 Winter-Fahrtipps von Walter Röhrl

Was Autofahrer beachten sollten, um möglichst sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen, erklärt der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl.

13.02.2018 Press Inform

Autofahren im Winter ist eine besondere Herausforderung. Deshalb springt niemand Geringerer als der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl in die sprichwörtliche Bresche, um uns mit einigen Tipps durch die kalte Jahreszeit zu helfen. Der ultimative Ratschlag für Notsituationen gleich vorweg: „Wenn Sie aus dem Seitenfenster auf die Straße schauen, dann heißt es Augen zu und bremsen. Das ist das Einzige, was dann noch hilft.“ Damit es gar nicht erst soweit kommt, empfiehlt Röhrl:

1. Die korrekte Sitzposition.

„Mit komplett durchgestreckten Armen am Lenkrad zu reißen, hilft nicht weiter“, sagt Röhrl. Also die Hand auf den Lenkradkranz legen und darauf achten, dass der Arm nicht durchgestreckt ist und dabei die Schultern Kontakt mit der Sitzlehne haben. Ein Kniff hilft, den richtigen Abstand festzustellen: Wenn das Handgelenk bei durchgestrecktem Arm auf dem Lenkrad liegt, passt es. Beim Steuern selbst bitte an die „drei Uhr-, neun Uhr-Position“ der Hände denken und die äußere Hand schiebt beim Lenkbefehl, so drückt man sich in den Sitz hinein.

© Bild: H.-D. Seufert

2. Vorausschauend Fahren

Wenn es anfängt zu schneien, heißt es runter vom Gas und mit Weitblick agieren. „Bei Schnee orientieren sich Autofahrer regelmäßig an der dunklen Fahrspur, aber die ist oftmals blankes Eis. Bei einer geschlossenen Schneedecke hat der Winterreifen oftmals mehr Haftung“, erklärt Röhrl. Selbstverständlich muss der Winterreifen noch genug Profil haben – optimalerwesie mindestens vier Millimeter.

© Bild: H.-D. Seufert

3. Behutsame Lenkmanöver

Der Reifen ist auf Schnee besonders gefordert. Allerdings kann der Pneu nur ein gewisses Maß an Längs- und Seitenkräften aufnehmen, bis die Haftung abreißt. Deswegen sollte man die Seitenkräfte möglichst weit reduzieren, indem man den Lenkradwinkel gering hält. „In der Ruhe liegt die Kraft, das gilt beim Autofahren, wie im echten Leben“, schmunzelt Röhrl. „Keine Panik, wenn das Fahrzeug anfängt zu rutschen, sondern besonnen reagieren. Also nicht hektisch am Lenkrad reißen.“ Aufgepasst: Die Assistenzsysteme wie etwa das ESP können die Fahrphysik nicht aushebeln und stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Deswegen sollte man sich beim Fahren nicht darauf verlassen.

© Bild: H.-D. Seufert

4. Gefühlvoll agieren

Auch Gas und Bremse sollten besonders bei winterlichen Straßenverhältnissen nur behutsam betätigt werden. „Bremsen kann helfen, das Auto zu stabilisieren, weil dann Gewicht auf die Vorderachse kommt und die Reifen mehr Grip bekommen“, stellt Röhr klar. Wichtig ist es, sein Auto zu kennen. Ein Frontriebler reagiert grundsätzlich etwas gutmütiger beziehungsweise berechenbarer als ein Fahrzeug mit Heckantrieb, das zum Übersteuern neigt. Wichtig ist auf alle Fälle, das Auto zu beruhigen, da kann auch ein gezielter Gasstoß helfen. „Auf einer Strecke mit Eis und Schnee gibt es keine Bewegung mit dem rechten Fuß, die nicht auch eine Bewegung mit dem Lenkrad bedingt“, erklärt Röhrl.

© Bild: H.-D. Seufert

5. Grundlagen nicht vergessen

Gerade im Winter sollte man sich auf die Grundlagen des Autofahrens besinnen. Wenn man die Reifen zu stark einschlägt, geht oft die Haftung verloren. Also macht man das Selbe, wie bei trockener Fahrbahn: Die Lenkung öffnen, bis die Reifen wieder Grip haben. Außerdem sollte man sich in Autos mit Allradantrieb nicht uneingeschränkt in Sicherheit wiegen: Bergab hilft der Allradantrieb beispielsweise nur wenig und wer übermütig wird, findet sich schneller im Straßengraben wieder, als er denkt.

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