Standheizung: Alle Infos zur Nachrüstung

Eine Standheizung wärmt das Auto im Winter vor und sorgt so nicht nur für eine angenehme Temperatur beim Einsteigen, sondern taut dabei auch die Scheiben ab. Wir haben die wichtigsten Informationen zur Nachrüstung von Standheizungen für euch zusammengefasst.

08.01.2019 Online Redaktion

Wer im Winter mit dem Auto zur Arbeit fährt, kennt das Problem: Das Eiskratzen nimmt wertvolle Zeit in Anspruch, die man lieber noch im warmen Bett verbracht hätte, und die ersten Kilometer friert man auch im Auto weiter. Für alle, die das nicht möchten, kann eine Standheizung eine sinnvolle Alternative darstellen.

Achtung:

  • In Österreich ist es verboten, den Motor während des Eiskratzens laufen zu lassen. Das „Warmlaufenlassen“ des Motors stellt laut Kraftfahrgesetz eine “vermeidbare Luftverunreinigung” dar und kann mit Geldstrafen bis zu 5.000 Euro geahndet werden, üblich sind Strafen zwischen 75 und 150 Euro. Auch eurem Auto tut ihr damit nichts gutes: Läuft der Verbrennungsmotor im Stillstand warm, erhöht das den Verschleiß.
  • Wer nur ein kleines “Sichtfenster” auf der Windschutzscheibe vom Eis befreit, riskiert ebenfalls eine Strafe bis zu 5.000 Euro.

Standheizung statt Eiskratzen: Luxus für die kalte Jahreszeit

Obwohl eine Standheizung vor allem für Vielfahrer in den Wintermonaten komfortabel ist, wird sie für viele Modelle nicht als (Zusatz-)Ausstattung angeboten. Die einzige Option für Kälte-Phobiker bleibt eine Nachrüstung auf eigene Faust, die für den Laien praktisch nicht zu bewältigen ist. Zusätzlich zu den Kosten für das Gerät selbst kommt also noch der Einbau. Die Nachrüstung einer Standheizung ist somit relativ kostspielig: Je nach Anbieter und Gerät werden dafür zwischen 1.000 und 2.000 Euro fällig. Billiger wird’s für all jene, deren Fahrzeug bereits über einen kraftstoffbetriebenen Zuheizer verfügt – die Aufrüstung zur vollwertigen Standheizung ist in diesem Fall deutlich günstiger (siehe unten). Viele Autofahrer meinen trotzdem, dass sich die Anschaffung einer Standheizung für die wenigen Wintermonate im Jahr nicht auszahlt. Wer sich diesen Luxus trotzdem leisten möchte, kann sein Fahrzeug damit in der kalten Jahreszeit vorheizen, sodass der Innenraum beim Einsteigen bereits warm ist und die Scheiben abgetaut sind.

© Bild: CC0/holyman70

Der Gedanke, jeden Tag in ein eiskaltes Fahrzeug steigen zu müssen, lässt manchen Autofahrern das Blut in den Adern gefrieren.

Auch der Motor profitiert von einer Standheizung

Nicht nur für den Menschen, der ansonsten frieren und eiskratzen müsste, bietet eine Standheizung Vorteile. Auch der Motor freut sich, wenn er keinen belastenden Kaltstart mehr hinlegen muss, und dankt es im besten Fall mit einer verlängerten Lebensdauer. Schadstoffausstoß und Treibstoffverbrauch werden ebenfalls verringert.

So funktioniert die Standheizung

Es gibt sowohl wasser- als auch luftbasierte Standheizungen. In Pkw kommen meist erstere zum Einsatz, diese werden im Motorraum verbaut und sind an den Kühlwasserkreislauf angeschlossen. Wasserbasierte Modelle heizen das Kühlwasser auf, das durch Zirkulation sowohl den Auto-Innenraum als auch den Motorblock erwärmt. Dafür benötigt die Standheizung sowohl Kraftstoff aus dem fahrzeugeigenen Tank, als auch Strom von der Batterie. Das selbe gilt für luftbasierte Standheizungen; diese erwärmen aber nicht das Kühlwasser, sondern erzeugen mit Hilfe von Strom und Kraftstoff heiße Luft, die in den Fahrzeuginnenraum geblasen wird.

Einbau / Nachrüstung einer Standheizung

Nahezu jedes Auto kann mit einer Standheizung ausgestattet werden. Die Nachrüstung wird von diversen Drittanbietern angeboten. Alternativ dazu kann man auch nur das Gerät kaufen und den Einbau von einer Werkstatt seines Vertrauens durchführen lassen.

Betrieb und Steuerung einer Standheizung

Standheizungen können mittels Zeitschaltuhr programmiert werden, was für all jene sinnvoll ist, die jeden Tag zur selben Uhrzeit ins Auto steigen müssen. Die Bedienung kann je nach Modell aber auch via Funkfernbedienung, Anruf oder SMS, oder auch per Smartphone- bzw. Tablet-App erfolgen. Zur Erwärmung des Auto-Innenraums sowie des Abtauens der Scheiben empfiehlt sich – immer auch abhängig von der aktuellen Außentemperatur sowie der Größe des Fahrzeugs – eine “Vorheizdauer” von etwa 20 Minuten.

Strom- und Kraftstoffverbrauch einer Standheizung

Eine Standheizung verbraucht durchschnittlich etwa 0,5 Liter pro Stunde. Das wird durch den niedereren Verbrauch eines vorgewärmten im Gegensatz zu einem kalten Motor aber nahezu wieder ausgeglichen. Achtung: Für den Betrieb einer Standheizung wird auch Strom benötigt. Daher gilt: So lange man heizt, so lange sollte man dann auch fahren, damit die Batterie wieder entsprechend aufgeladen wird. Angst vor einer leeren Batterie brauchen Besitzer einer Standheizung aber nicht zu haben: Moderne Geräte verfügen über einen so genannten Unterspannungsschutz, der verhindert, dass das Gerät die Energiereserven aufbraucht.

Wartung der Standheizung

Im Optimalfall sollte die Standheizung bis zum Ende des jeweiligen Autolebens funktionieren. Eine besondere Wartung ist normalerweise nicht notwendig. Hersteller empfehlen allerdings, die Standheizung mindestens einmal im Monat für 10 Minuten bei kaltem Motor auf niedrigster Stufe laufen zu lassen.

Unterschied Standheizung / Zuheizer

Nicht zu verwechseln ist die Standheizung mit dem so genannten Zuheizer, der in den meisten modernen Diesel-Pkw bereits Standard ist. Dieser dient der zusätzlichen Erwärmung von Motor, Getriebe und /oder Fahrzeuginnenraum. Im Gegensatz zur Standheizung läuft der Zuheizer aber nur bei laufendem Motor. Es gibt sowohl elektrische als auch kraftstoffbetriebene Zuheizer, letztere können vergleichsweise kostengünstig zu einer vollwertigen Standheizung aufgerüstet werden.

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