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Praktische Fahrprüfung (Klasse B) Teil B: Übungen im verkehrsfreien Raum

Praktische Fahrprüfung (Klasse B) Teil B: Übungen im verkehrsfreien Raum

Die vier Prüfungsteile der praktischen Fahrprüfung entscheiden in Österreich, ob ein Führerscheinanwärter am Ende den Führerschein ausgestellt bekommt. Alle Details und Prüfungsinhalte zu Teil B, also zu den „Übungen im verkehrsfreien Raum“ haben wir hier für euch zusammengefasst.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 20.04.2019

Nach Teil A der praktischen Führerscheinprüfung (hier zu den Details von Teil A: „Überprüfungen am Fahrzeug“), gilt es den nächsten Teil der Prüfung zu meistern: Teil B beinhaltet „Übungen im verkehrsfreien Raum“. Beherrscht man die Bremse, Kupplung, Gangwahl, und Lenkung so, dass Ein- oder Ausparken problemlos möglich ist? Wird dabei auch der Blinker richtig gesetzt und werden die Blicktechniken korrekt eingesetzt? Wir haben die Inhalte und Details des Prüfungsteils B für euch übersichtlich zusammengefasst:

„Übungen im verkehrsfreien Raum“ – so läuft Teil B der praktischen Führerscheinprüfung in Österreich ab

Mindestens drei der unten angeführten sieben Manöver werden vom Fahrprüfer geprüft, er beobachtet dabei die Übungen von außerhalb des Fahrzeuges. Die Übungen „Umkehren“ und „Parklücke“ werden dabei immer überprüft. Klappt die Übung nicht auf Anhieb, ist das kein Problem: Für jede Übung hat der Prüfungskandidat drei Versuche bzw. darf man während eines Manövers auch korrigieren. Diese Punkte sind bei jeder der Übungen wichtig:

  • Die erlernten Blicktechniken sind zur richtigen Zeit und korrekt durchzuführen
  • Der Blinker („Fahrtrichtungsanzeiger“) muss ebenso richtig eingesetzt werden, z.B. vor dem Anvisieren einer Parklücke oder beim Ein- bzw. Ausfahren.
  • Geachtet wird vom Prüfer auch darauf, ob das Auto beim Abstellen vorschriftsgemäß abgesichert wird.
  • Auch das Aussteigen aus dem Auto wird vom Fahrprüfer beobachtet – hinsichtlich korrekter Absicherung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern.
  • Alle Übungen dieses Prüfungsteiles finden auf einem Parkplatz, meist auf einem Gelände der Fahrschule, statt.

Alle sieben „Übungen im verkehrsfreien Raum“ im Überblick

1. Verzögerung

Bei dieser Übung fährt der Prüfungskandidat in die Verzögerungsgasse mit etwa 30 km/h ein. Danach soll stark gebremst werden, der Bremsweg soll dabei nicht wesentlich länger als 8 Meter bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h betragen. Das Fahrschulauto muss beim Bremsvorgang außerdem in der vorgegebenen Spur bleiben, ein Bremsen bis zum absoluten Stillstand des Fahrzeuges ist nicht vorgesehen.

2. Halt

Bei der Übung „Halt“ gilt es, mit dem Auto vor der Bodenmarkierung zum Stillstand zu kommen ohne dabei den Motor „abzuwürgen“ („degressives Bremsen bis zum Anhalten“) – auch ein Nachhelfen mit Kupplung und Motor ist nicht erlaubt. Nach dem Halt muss der Prüfling im ersten Gang wieder anfahren.

3. Umkehren

Das Umkehren wird beim Prüfungsteil B in jedem Fall überprüft. Hier werden durch Leitkegel die seitlichen Begrenzungen festgelegt, die beim Umkehren nicht berührt oder umgefahren werden dürfen. Das Umkehrmanöver muss dabei mit maximal zweimal Rückwärtsfahren gelingen. Auch Sicherungs- und Kontrollblicke werden vom überprüft.

4. Parklücke

Auch das Einparken in eine Parklücke gehört bei diesem Prüfungsteil zum „Pflichtprogramm“. Die Parklücke wird auch hier durch Leitkegel oder durch Stangen markiert. Das Auto muss vom Prüfungskandidaten möglichst in einem Zug in diese Parklücke eingeparkt werden (zwei Korrekturzüge sind aber zulässig) und danach innerhalb der Markierung zum stehen kommen – möglichst parallel zur seitlichen Begrenzung. Hinten und vorne dürfen die Begrenzungen nicht berührt werden, die seitliche Begrenzung darf zwar überragt aber ebenso nicht überfahren werden. Auch bei dieser Übung müssen die Sicherungs- und Kontrollblicke während des Manövers zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.

5. Garage

Auch das Einparken in eine Garage kann Teil der Prüfung sein. Die Garage wird dabei durch Stangen und Bänder simuliert – die seitlichen und hinteren Begrenzungen stellen somit „Wände“ dar, die nicht überragt oder berührt werden dürfen. Wie bei Übung 4) gilt auch hier: Das Auto sollte möglichst in einem Zug eingeparkt werden (auch hier sind zwei Korrekturzüge erlaubt) und danach innerhalb der Markierung stehen – zusätzlich sollte das Auto möglichst nahe der Rückwand stehen. Seitlich sollte soviel Platz bleiben, um Aussteigen zu können, ohne mit der Fahrertür die seitlichen Wände (virtuell“) zu berühren.

6. Slalom

Im Gegensatz zum Ski-Weltcup reicht bei der Übung „Slalom“ Schritttempo im 1. Gang. Die 4 Leitkegel oder Stangen im Abstand von 8 Meter müssen dabei in einer möglichst gleichmäßigen Linie im Slalom überwunden werden – ohne die Stangen dabei zu berühren. Zurückschieben ist nicht erlaubt, auch auf die richtige Lenkradführung wird vom Prüfer geachtet (Übergreifen).

7. Tor

Die letzte mögliche Übung: Das Passieren eines Tores, das wiederum durch Kegel oder Stangen dargestellt wird. Wie auch bei den anderen Übungen dürfen die Markierungskegel/stangen beim Passieren des Tores mit ca. 10-20 km/h nicht berührt oder überfahren werden.


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