Andreas Riedmann
E-Bikes im Test: E-Motion mit Emotion

E-Bikes: Die gesetzlichen Regelungen zur richtigen Verwendung

Wie sehen die gesetzlichen Regelungen für E-Bikes in Österreich und Deutschland aus? Wir geben euch den Überblick.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 04.05.2020

Im Jahr 2018 war jedes dritte aller neu verkauften Fahrräder (33 Prozent) in Österreich ein E-Bike (unseren großen E-Bike-Test 2019 findet ihr hier). Der Großteil davon waren motorbetriebene Stadträder (80.222 Stück), dahinter folgten mengenmäßig die E-Mountainbikes (62.960 Stück). Im europäischen Vergleich ist Österreich einer der Vorreiter im Segment der elektrischen Fahrrädern: Nur in Belgien und den Niederlanden ist der Marktanteil höher.

Wichtige Infos für den Kauf eines E-Bikes

Ein vielgenannter Vorteil eines E-Bikes: Menschen, die aufgrund mangelnder Fitness oder höheren Alters eigentlich nicht mehr aufs Rad steigen würden, haben damit die Möglichkeit, sogar längere Distanzen wieder mühelos(er) zurückzulegen. Allerdings sollten auch die Gefahren im Auge behalten werden: Die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit, eventuell verbunden mit wenig Fahr-Routine, kann zu gefährlichen Situationen und Unfällen führen. Unsere Empfehlung: Fahren nur mit Fahrrad-Helm und für ungeübte Fahrer der Besuch eines Einführungs-/Übungs-Kurses für E-Bikes, die zum Teil bereits kostenlos angeboten werden, wie z.B. vom ÖAMTC.

E-Bikes und Pedelecs: die gesetzlichen Regelungen

Außerdem sollte man die gesetzlichen Regelungen bezüglich E-Bike auf den Straßen in Österreich und Deutschland im Blick haben. Hier unser Kurz-Überblick:

Verkehrsvorschriften in Österreich

  • E-Bikes, also elektronisch angetriebene Fahrräder ohne Tretunterstützung, sowie Pedelecs (mit Tretunterstützung) sind verkehrsrechtlich “normalen” Fahrrädern gleichgestellt.
  • Somit müssen sowohl E-Bikes als auch Pedelecs auf Radfahranlagen genutzt werden, wenn eine solche vorhanden ist.
  • Für E-Bikes und auch Pedelecs gilt: Die maximale Antriebsleistung des Motors darf 600 Watt nicht übersteigen, zudem gilt eine maximale Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h.
  • Von der Maximalleistung des Motors zu unterscheiden ist die Nenndauerleistung. Damit wird die Leistung beschrieben, welche über einen Zeitraum von 30 Minuten dauerhaft abgegeben werden kann. Lt. aktueller EU-Typengenehmigungsverordnung darf bei Pedelecs diese maximale Nenndauerleistung 250 Watt nicht überschreiten
  • Wird einer der oben angeführten Werte (600 Watt Maximalleistung bzw. 250 Watt Nenndauerleistung bzw. 25 km/h Bauartgeschwindigkeit) überschritten, wird das Gefährt rechtlich betrachtet nicht mehr als Fahrrad sondern als Moped eingestuft. (verbunden mit z.B. Helmpflicht, Führerscheinpflicht und Haftpflichtversicherung usw.)
  • Auch bei E-Bikes und Pedelecs gilt: 0,8-Promille-Grenze, Telefonieren nur mit Freisprecheinrichtung. Anhänger dürfen übrigens nur dann gezogen werden, wenn am E-Bike auch ein Fahrradständer montiert ist.
  • Ausrüstung: Es gelten die Ausrüstungsvorschriften wie bei Fahrrädern, Pflicht sind also Klingel, Scheinwerfer, Rücklicht, Rückstrahler und Reflektoren an Speichen und Pedalen.
  • Mindestalter: ab 12 Jahren darf man alleine unterwegs sein, darunter nur in Begleitung eines Erwachsenen oder mit Radfahrausweis. Achtung: Helmpflicht für Kinder unter 12 Jahren.

Verkehrsvorschriften in Deutschland

  • Will man in Deutschland auf Führerschein, Zulassung (inkl. Kennzeichen) und Helmpflicht verzichten, darf ein E-Bike nicht mehr als 250 Watt Motorleistung bringen und die Motorunterstützung muss ebenso bei 25 km/h abschalten. Der Radweg muss genutzt werden, sofern ein solcher vorhanden ist.
  • Für leistungsstärkere E-Bikes (bzw. bis max. 500 Watt Motorleistung / Motorzuschaltung bis maximal 45 km/h) gilt: Führerschein der Klasse AM und Zulassung (Versicherungskennzeichen) sind erforderlich, es gilt dann außerdem die Helmpflicht. Außerdem ist die Benützung eines Radweges nicht mehr erlaubt.

Häufige Fragen zum Thema E-Bikes

Welche E-Bikes sind in Österreich ohne Zulassung erlaubt?

E-Bikes und Pedelecs sind verkehrsrechtlich normalen Fahrrädern gleichgestellt, wenn die maximale Nenndauerleistung 250 Watt nicht übersteigt. Zusätzlich darf die maximale Antriebsleistung 600 Watt nicht übersteigen, die maximale Bauartgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Wird einer dieser Werte überschritten, wird das Gefährt als Moped eingestuft.

Welche Verkehrsregeln gelten für E-Bikes?

Da elektronisch angetriebene Fahrräder bis zu gewissen Leistungsgrenzen (250 Watt Nenndauerleistung/600 Watt maximale Antriebsleistung und 25 km/h Bauartgeschwindigkeit) als Fahrräder eingestuft werden, gelten folglich auch die gleichen Regeln. Das bedeutet: Telefonieren ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt, auch die 0,8 Promille Alkoholgrenze ist ident. Eine Helmpflicht besteht nur für Kinder bis 12 Jahre, aufgrund der durchschnittlich höheren Geschwindigkeiten wird jedoch auch für Erwachsene ein Helm dringend empfohlen.

Wie muss ein E-Bike für den Straßenverkehr in Österreich ausgerüstet sein?

Es gelten die selben Ausrüstungsvorschriften wie auch beim Fahrrad. Eine Klingel, Scheinwerfer vorne, Rücklicht hinten sowie Rückstrahler und Reflektoren an Speichen und Pedalen sind somit Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec?

Das umgangssprachlich etablierte E-Bike ist ein rein elektrisch fahrendes Rad, das wie ein Motorroller gefahren wird – Treten ist also hier nicht nötig (aber eine Option).
Das Pedelec („Pedal Electric Cycle“) hingegen benötigt einen Tretimpuls, damit der Motor anspringt und beim Treten unterstützt – jedoch maximal bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Das Pedelec ist die Version von elektrisch betriebenen Fahrrädern, die deutlich häufiger verkauft und verwendet wird.

Was bedeutet der Begriff „Nenndauerleistung“?

Die Nenndauerleistung liegt deutlich unter der Maximalleistung des E-Bike-Motors. Es wird damit die Leistung in Watt angegeben, die der Motor über einen Zeitraum von 30 Minuten dauerhaft abgegeben kann. Die Nenndauerleistung darf in Österreich maximal 250 Watt betragen, die Maximalleistung darf hingegen 600 Watt erreichen.


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Rechtslage im Bereich der E-Mobilität

Verschiedene E-Fahrzeuge und die dazu momentan gültige Rechtslage in Österreich und Deutschland haben wir hier für euch im Überblick:

Fazit

E-Bikes bzw. Pedelecs (mit Tretunterstützung) mit einer maximalen Nenndauerleistung von 250 Watt (bzw. maximale Antriebsleistung 600 Watt) und einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h sind in Österreich rechtlich Fahrrädern gleichgestellt.

Modelle mit Mittelmotor verleihen durch den mittigen Schwerpunkt ein sicheres Fahrgefühl, Vorderradmotoren sind hingegen preislich oft günstiger. Heckmotoren sind eher bei sportlichen E-Mountainbikes vorteilhaft.


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