
Der 4. April 2010 markierte eine Trendwende im Image der E-Bikes. Damals ließ Fabian Cancellara bei der Flandern-Rundfahrt seine Gegner im Sprint so vehement stehen, dass seine Leistungsexplosion mit dem Stich der Tarantel alleine nicht mehr erklärbar war. Seither ahnt die Fahrradwelt: Auch Fahrräder können gedopt sein. Und das E-Bike war endgültig schön und ästhetisch und schlank und begehrenswert geworden.
Das war nicht immer so, aber wir wollen jetzt lieber die Erinnerungen an zahnbelagsfarbene Krapfen mit drangeschraubten Akkus schlummern lassen und uns auf die Gegenwart fokussieren. Die Kurzfassung: E-Bikes sind mittlerweile in allen Segmenten daheim, sie sind ästhetisch, das Image ist längst bei cool und klug und hip angelangt. Ja, das hat auch mit Corona zu tun, mit dem Trend zu individuellen Verkehrsmitteln ohne Drängereien, und mittlerweile wissen alle, die ein bisserl einen Zug zum Radfahren spüren, dass auch ein E-Bike ein Sportgerät ist: Man muss noch immer selber treten, kann aber den Grad der Unterstützung wählen. Was vor dem Gesetz als Fahrrad gelten will, darf nur bis 25 km/h elektrisch unterstützen, andernfalls wird eine Moped-Zulassung fällig. Man betreibt also mit einem E-Bike noch immer Sport, kommt dabei aber weiter, sieht mehr Almen und Radwege. In Gruppen spielt unterschiedliche Kondition keine Rolle mehr, wenn die Schwächeren elektrisch unterstützt fahren, auch kommt man mit einem E-Bike – und da schwenken wir jetzt in den Alltag – unverschwitzt bei einem Treffen oder Meeting an.