Was bedeutet eigentlich SUV?

Größe zählt offenbar doch.

06.07.2015 Online Redaktion

Sports Utility Vehicles, kurz SUV und auf Deutsch ungefähr(!) Allzweckfahrzeuge, bilden eine Fahrzeuggattung, die in den Neunzigerjahren erstmals in größerem Umfang die Gunst der – anfangs US-amerikanischen – Kundschaft errungen hat und seither weltweit große Popularität genießt. Gleichzeitig beschert sie den Autofirmen enorme Einnahmen. Ursprünglich beschrieb der Term in aller Regel designierte Geländewagen, die, obzwar stets mit allen Komfortschikanen ausgerüstet, oft mit leichten Nutzfahrzeugen (Pick-Ups) im engsten Verwandtenkreis aufwarten konnten. Heute ist diese Familie nicht mehr so klar zu umreißen, denn die Hersteller haben in den letzten zwei Dekaden Nische um Nische erschlossen und tragen außerdem dem Nutzungsprofil der Kunden – kaum ein solches Vehikel muss sich je abseits befestigter Pfade beweisen – Rechnung, indem sie aktuelle SUV-Modelle sehr weitgehend von normalen Straßenautos ableiten (und dabei mitunter auf Allradantrieb verzichten).

Als Kaufgründe gelten gemeinhin die hohe Sitzposition mit der daraus resultierenden Übersicht, Prestige, das – oft theoretische – Potential auch schwieriges Terrain durchmessen zu können und die hohe zulässige Anhängelast. Dem stehen hohes Gewicht, hoher Verbrauch und eingeschränkte Handlichkeit gegenüber.

Geschichte der Sports Utility Vehicles

SUV verdanken ihren Erfolg wohl den Umständen, die in den USA der Neunzigerjahre zusammengefunden haben.

Die generell stark umworbene Käufergruppe der in Vorstädten lebenden Familien war ihren Standardautos – großen Kombis à la Chevy Impala Station Wagon – gerade besonders überdrüssig geworden und die damals recht angesagten Minivans als Alternative zwar naheliegend, aber nicht jedermanns Sache.  Außerdem waren im vorangegangenen Jahrzehnt (The 80s, baby!) eine ganze Menge durchaus komfortabler und straßentauglicher 4×4s – oder eben SUVs, wenn man’s so will – auf den Markt getröpfelt. Neulinge wie Jeep Cherokee, Ford Explorer, Toyota 4Runner oder Nissan Pathfinder hatten sich zu Veteranen wie Chevrolets enormem Suburban gesellt.

Noch wichtiger als das oben Beschriebene war jedoch die damalige monetäre Situation. Die Vereinigten Staaten befanden sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung, der die ganze Clinton-Ära hindurch bestehen bleiben sollte, außerdem war Benzin billig wie selten zuvor und die als „trucks“ geführten Geländegeräte steuerlich äußerst günstig eingestuft. Zum Grund des Kaufes eines so großen und verhältnismäßig ineffizienten Wagensg befragt, hätten damals wohl nicht wenige Amerikaner mit „Weil ich’s kann!“ geantwortet.

Der Rest ist sozusagen Geschichte. Die US-Big Three und die Japaner konnten ihr Glück ob der hohen SUV-Profitmargen wahrscheinlich kaum fassen und haben natürlich Myriaden neuer Modelle auf den Markt gebracht – zunächst vor allem riesige. Toyota und Honda haben die Mode mit den für US-Verhältnisse winzigen RAV-4 und CR-V auch nach Europa gebracht, die dortigen Hersteller haben sich ab 1997 (erste M-Klasse von Daimler) ebenfalls höchst erfolgreich in das lukrative Geschäft gestürzt.

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