Dymaxion Richard Buckminster Fuller
Acht Liter Verbrauch, 113 Stundenkilometer schnell, das Dymaxion-Auto.
 

Skurrile Autos der Geschichte 4: Dymaxion

Dymaxion, ein Auto als Versprechen in die Zukunft. Die Welt von Richard Buckminster Fuller, eine Utopie.

21.10.2013 Online Redaktion

Richard Buckminster Fuller, seines Zeichens Freidenker, war gefürchtet für seine stundenlangen Monologe. Irgendwann konfrontierte er Waldo Warren mit einem seiner Vorträge. Der Werbefachmann war erschienen, um für die Utopie, die Richard Buckminster Fuller entworfen hatte, einen geeigneten Namen zu finden. Irgendwann – Fuller hatte sich in Rage geredet – hörte Waldo nur noch die immer wiederkehrenden Worte „Dynamic“, „Maximum“ und „Tension“ (Spannung). Diese drei Worte fasste er in „Dymaxion“ zusammen, ergriff daraufhin die Flucht und die Zukunftsideen von Fuller hatten einen Namen.

Dymaxion, eine Utopie

Unter Dymaxion verstand Fuller weitaus mehr als nur ein Auto. Es ging um Hochhäuser, die ein Mensch theoretisch nicht mehr verlassen musste, um Häuser, die sich in die Landschaft einfügten, um fliegende Autos.

Der kleinste gemeinsame Nenner mit der Wirklichkeit soll ein Auto werden. Als Partner hatte sich Starling Burgess ausgesucht. Ein Ingenieur für Flugzeuge und Autos, Weiberheld und Liebhaber von Alkohol und Morphium. Auch eine Investorin gewann Fuller. Anna Dale Biddle spendierte dem Duo 1000 Dollar.

Dymaxion Richard Buckminster Fuller

Die Dymaxion-Karte sollte beweisen, wie lächerlich Ländergrenzen sind.

Von dem Geld kaufte er einen Ford ¬Tudor, von dem sich Burgess Rahmen, ¬Getriebe und Motor nahm. Die Karosserie stammte von einem Flugzeughersteller und war eine Zeichnung von Fuller. Sein ganzes Leben lang setzte Fuller seine Ideen, ob Haus, Auto oder Kuppel, von innen nach außen um. Er hatte also erst den ¬Innenraum. Die äußere Form sollte im Einklang mit der Natur stehen. Auf Schönheit gab Fuller wenig, aber er wusste, wenn etwas nicht stimmig aussieht, kann es auch nicht richtig funktionieren. Ein fallender Wassertropfen gab dem Auto seine Form. Zu einem Zeitpunkt, als Fahrzeuge eine ¬bessere Aerodynamik hatten, wenn sie rückwärts fuhren, war dieses Modell eine Sensation. Weil das hintere Einzelrad die Lenkung besorgte, konnte das Auto außerdem auf der Stelle wenden.

Das Dymaxion-Auto – eine Sensation

Die Jungfernfahrt fand 1933 statt. Der Wagen verbrauchte etwa acht Liter pro hundert Kilometer – also etwa die Hälfte gängiger Serienautos. Zudem fuhr der Dymaxion bis zu 113 Stundenkilometer. Eine kleine Sensation.

Den Untergang dieses Fahrzeug besiegelte die Weltausstellung in Chicago. Erst wurde das Auto der Star der Messe. Daraufhin wollten sich Forbes-Sempill, ein Pilot, und Charles Dollfuss, ein Verleger aus Frankreich, in diesem Wagen zur Graf Zeppelin fahren lassen. Das Luftschiff ankerte gerade in Chicago. Den Chauffeur spielte Francis Turner, ein berühmter Rennfahrer. Doch der Himmel war bedeckt, die Straßen nass, das Thermometer zeigte nur sechs Grad. Ein anderes Auto fuhr zu dicht auf, drängt das Dymaxion von der Straße. Es überschlug sich, Dollfuss und Forbes-Sempill wurden verletzt, Turner starb noch im Wrack. Die Zeitungen stürzten sich auf die Geschichte, vergaßen aber ganz, den Unfallgegner zu erwähnen – „Freak car crashes!“, lauteten die Headlines, als wäre es ein Selbstverschulden gewesen.

Dymaxion Richard Buckminster Fuller

Eine Kuppel aus Dreiecken. Darunter: eine Biosphäre.

Fuller und Burgess geraten in Streit, es gibt Geldprobleme und Fuller, der ohnehin nie ein Autonarr war, sondern sich vielmehr als Weltenretter verstand, widmete sich fortan seinen anderen Ideen einer besseren Welt.

Mehr zu Buckminster Fuller können Sie übrigens in der Autorevue 01/2013 lesen.

Mehr zum Thema
pixel