Tamara Schögl
Warnweste: Bestimmungen in Österreich

Warnweste: Bestimmungen in Österreich

Eine Warnweste gehört in jedes Auto, in Österreich gilt sowohl eine Mitführ- als auch eine Tragepflicht. Der ÖAMTC warnt vor mangelhaften Produkten, ein Selbsttest ist empfehlenswert.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 16.02.2024

Eine Warnweste erhöht die Sichtbarkeit der Person, die sie trägt – das ist insbesondere auf bzw. in der Nähe von Straßen wichtig. Deshalb ist das Mitführen einer Warnweste in alle mehrspurigen Kraftfahrzeugen in Österreich vorgeschrieben.

Alles Wissenswertes rund um das signalfarbene Zubehör findet ihr hier im Überblick.

Der ÖAMTC warnt vor mangelhaften Warnwesten – bei einem Test fiel jedes dritte Produkt durch. Weitere Informationen dazu gibt’s hier im Überblick.

Warnweste: Mitführpflicht vs. Tragepflicht

Für alle mehrspurigen Kraftfahrzeuge in Österreich besteht seit 1. Mai 2005 eine Warnwesten-Mitführpflicht. Laut Paragraf § 102 des Kraftfahrgesetzes ist der Lenker konkret dazu verpflichtet, eine „geeignete, der ÖNORM EN 471 oder der ÖNORM EN ISO 20471 entsprechende Warnkleidung mit weiß retroreflektierenden Streifen mitzuführen“. Das heißt, dass diese bei jeder Fahrt mit dabei sein und im Fall einer Kontrolle auch vorgezeigt werden muss.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Tragepflicht. Diese schreibt vor, dass die Warnweste im Bedarfsfall, also wenn man nach einem Unfall oder einer Panne das Fahrzeug verlässt, auch getragen werden muss:

  • Wenn man auf einer Freilandstraße ein Pannendreieck aufstellt
  • Wenn man sich auf einer Autobahn oder Autostraße außerhalb des Fahrzeugs aufhält
Warnweste: Bestimmungen in Österreich
Eine Warnweste erhöht die Sichtbarkeit von Personen auf der Straße bzw. am Straßenrand. © Bild: Tamara Schögl

Wo muss die Warnweste aufbewahrt werden?

Wo im Fahrzeug die Warnweste verstaut werden muss, ist nicht konkret vorgeschrieben. Es empfiehlt sich aber, sie in der Nähe vom Fahrersitz griffbereit zu haben, um sie im Bedarfsfall vor dem Aussteigen anziehen zu können.

Auch interessant: Alle Informationen zu Mitführpflichten in Österreich findet ihr hier.

Welche Warnwesten sind zulässig?

Die Warnkleidung muss der ÖNORM EN 471 oder der ÖNORM EN ISO 20471 entsprechen und mit weiß retroflektierenden Streifen ausgestattet sein. Warnwesten sind in Gelb, Rot oder Orange erhältlich.

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

Wer gegen die Mitführ- bzw. Tragepflicht verstößt – also beispielsweise keine Warnkleidung in einem mehrspurigen Kfz dabei hat oder diese in einem oben genannten Bedarfsfall nicht trägt – muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Theoretisch reicht der Rahmen bei einer Anzeige bis zu 2.180 Euro, tatsächlich werden aber eher Organstrafmandate in der Höhe ab 14 Euro ausgestellt.

In welchen anderen Ländern braucht man eine Warnweste?

Nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern gibt es eine Warnwesten-Mitführ- oder Tragepflicht (oder beides).

Die Tragepflicht gilt laut ÖAMTC in den meisten europäischen Ländern, darunter Italien, Kroatien, Polen und Ungarn. Auch in Deutschland gilt eine Warnwestenpflicht. Wer im Ausland mit dem Auto fährt, sollte sich vor dem Fahrtantritt ohnehin über die lokal geltenden Gesetze erkundigen – im Zweifelsfall empfiehlt es sich aber, für alle Fahrzeuginsassen einen Warnweste einzupacken.

Test: ÖAMTC warnt vor mangelhaften Warnwesten

Damit eine Warnweste auch wirklich ihren Zweck – die Sichtbarkeit auf der Straße zu erhöhen – erfüllt, sollte man beim Kauf auf einige Punkte achten. In einem vom ÖAMTC und seinen Partnerorganisationen durchgeführten Test hat sich gezeigt, dass jedes dritte Produkt mangelhaft ist – ein Selbsttest ist also empfehlenswert.

Der ÖAMTC hat 14 Warnwesten getestet – mit ernüchterndem Ergebnis.

Um sicherzugehen, dass das Produkt seine Funktion ordnungsgemäß erfüllen kann, empfiehlt der ÖAMTC

  • auf die Normierung (EN ISO 20471) zu achten und
  • einen einfachen Selbsttest durchzuführen – werden sie mit einer Taschenlampe angestrahlt, sollten die Leuchtstreifen auf eine Entfernung von etwa drei Metern strahlend reflektieren (siehe Video).

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