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Rund um den Kreisverkehr: Regeln, Irrtümer und Infos

Rund um den Kreisverkehr: Regeln, Irrtümer und Infos

Obwohl Kreisverkehre bereits seit vielen Jahren zum gewohnten Bild gehören, gibt es bezüglich der Verkehrsregeln noch immer Missverständnisse.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 11.10.2018

Per definitionem gilt in Österreich eine “kreisförmige oder annähernd kreisförmig verlaufende Fahrbahn, die für den Verkehr in eine Richtung bestimmt ist”, als Kreisverkehr (siehe § 2 StVO). Jeder Führerscheininhaber sollte mit den diesbezüglichen Regelungen vertraut sein, trotzdem wird insbesondere eine Vorschrift in der Praxis häufig ignoriert. Grund genug, das Thema ein wenig genauer zu beleuchten: Wissenswertes rund ums Thema Kreisverkehr, von allgemeinen Infos und Regeln bis zu gängigen Irrtümern, findet ihr hier im Überblick.

Diese Regeln gelten im Kreisverkehr

Vielen Autofahrern ist nicht ganz klar, wie man sich im Kreisverkehr verhalten muss (oder sie ignorieren die Vorschriften einfach, wovon wir zugunsten der Betroffenen natürlich nicht ausgehen möchten). Einen Überblick über die wichtigsten Regeln gibt’s hier:

Rechtsregel

Ein großer Irrglaube vieler Autofahrer ist immer noch, dass prinzipiell immer der Fahrer Vorrang hat, der bereits im Kreisverkehr fährt. Das ist zwar in Österreich durch die entsprechende Vorrangs-Beschilderung tatsächlich sehr häufig der Fall. Grundsätzlich gilt im Kreisverkehr aber – wie bei anderen Kreuzungen auch – die Rechtsregel. Das bedeutet, dass in einem Kreisverkehr ohne Vorrangsregelung durch entsprechende Verkehrsschilder das in den Kreisverkehr einfahrende Fahrzeug Vorrang hat.

Andere Länder

Achtung: In anderen Ländern (z.B. Frankreich oder Spanien) sind Kreisverkehre im Vergleich zu Österreich weniger häufig durch Vorrangsschilder geregelt – womit hier auch häufiger die einfahrenden Fahrzeuge Vorrang haben.

Der markierte mehrspurige Kreisverkehr

Weit verbreitet ist auch der Irrtum, dass man bei mehrspurigen, markierten Kreisverkehren auf der äußeren, rechten Spur fahren muss, wenn man die nächste Ausfahrt nimmt. Innen muss demnach derjenige fahren, der länger durch den Kreisverkehr fährt. Das ist aber so nicht ganz korrekt: Grundsätzlich kann die Spur im Kreisverkehr frei gewählt werden. Wer jedoch den Fahrstreifen wechseln will, hat Wartepflicht – die Pflicht, einen anderen Fahrer einordnen zu lassen, besteht nämlich nicht.  Bei höherem Verkehrsaufkommen kann das auch bedeuten, dass eine weitere Runde gefahren werden muss, wenn man nicht rechtzeitig die Spur wechseln kann, um auszufahren.

Der unmarkierte mehrspurige Kreisverkehr

Anders verhält es sich jedoch bei unmarkierten, mehrspurigen Kreisverkehren: Hier gilt das Rechtsfahrgebot. Die innere Spur dürfte man in dem Fall nur im Kolonnenverkehr bei entsprechendem Verkehrsaufkommen nutzen.

Blinken

Etwa jeder dritte Autofahrer schafft es nicht, im Kreisverkehr richtig zu blinken. (lt. Umfrage des KfV/2008). Dabei sind die Regeln diesbezüglich eigentlich sehr einfach:

  • Beim Einfahren in den Kreisverkehr ist blinken nicht erforderlich, beim Verlassen hingegen ist es Pflicht.
  • Richtiges Blinken trägt wesentlich dazu bei, dass Unfälle oder gefährliche Situationen verhindert werden.
  • Und auch der Verkehrsfluss im Kreisverkehr wird dadurch merklich erhöht.

Diese Vorteile bietet ein Kreisverkehr

1 – Kosten

Kreisverkehre kommen (bis auf wenige Ausnahmen) ohne Ampelanlage aus und sind somit in der Anschaffung, aber auch in der Erhaltung günstiger als herkömmliche Kreuzungen. Ein nicht unwesentlicher Faktor, warum in den letzten Jahrzehnten so viele Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt wurden.

2 – Sicherheit

Bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr muss in erster Linie nur auf die linke Seite geachtet werden, bei einer Kreuzung hingegen droht die Gefahr von beiden Seiten.

Die übersichtlichere Verkehrsführung ist somit ein Hauptgrund dafür, dass in Kreisverkehren weniger Unfälle passieren. Und im Fall der Fälle ist der Grad der Verletzungen meist geringer, da auch die Einfahrtsgeschwindigkeit zwangsläufig geringer ist.

3 – Umweltschonung

Bei einem Kreisverkehr gibt es nur dann Wartezeiten, wenn das Verkehrsaufkommen entsprechend höher ist. Unnötige Wartezeiten wie bei einer roten Ampel, die auch dann rot leuchtet, wenn ein Anhalten gar nicht nötig wäre, gibt es bei einem Kreisverkehr nicht. Somit wird die Abgasbelastung aber auch Lärm auf das Nötigste reduziert.

4 – Verkehrsfluss

Kreisverkehre sind durch das Wegfallen von Ampeln und unnötigen Stehzeiten somit auch leistungsfähiger, können also durchschnittlich mehr Fahrzeuge aufnehmen als eine Kreuzung.