CC0/ David von Diemar
Tesla gebraucht kaufen: Worauf man achten muss

Tesla gebraucht kaufen: Worauf man achten muss

Worauf man achten sollte, wenn man einen Tesla gebraucht kaufen möchte.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 03.09.2020

Auf Österreichs Straßen sind immer mehr Teslas unterwegs: Zwischen Jänner und Juli 2020 wurden 1.442 Autos der US-amerikanischen Marke hierzulande neu zugelassen. Der Markt für gebrauchte Tesla-Modelle wächst ebenfalls, in den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 381 Gebraucht-Teslas zugelassen. Ebenso wie Autos mit Verbrennungsmotor sind auch Elektrofahrzeuge gebraucht deutlich günstiger – neben den Standard-Themen, die es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gilt, verlangen E-Autos in einigen Punkten aber sehr spezifische Aufmerksamkeit. Bei Teslas können darüber hinaus noch weitere Aspekte dazu kommen. Worauf man achten sollte, wenn man einen Tesla gebraucht kaufen möchte, erfahrt ihr hier.

Von der Batterie bis zu den Bremsen: Welche 7 Punkte es beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos im Allgemeinen zu beachten gilt, haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst. Hier beschäftigen wir uns daher nur mit den Eigenheiten von Tesla-Modellen.

Gratis Supercharger-Nutzung

Das kostenlose Schnellladen an speziellen Tesla-Ladestationen, den so genannten Superchargern, war in den früheren Tagen der Marke ein wesentliches Verkaufsargument. Dieses “Zuckerl” wurde zwischenzeitlich abgeschafft, dann teilweise wieder eingeführt, und dann größtenteils wieder abgeschafft – wie sich die Situation bei Neuwagen in Zukunft entwickelt, bleibt anzuwarten. Es ist aber auch nicht sicher, dass die kostenlose Supercharger-Nutzung bei den Gebrauchtwagen inkludiert bleib, die ursprünglich mit dieser Option verkauft worden waren. Bei Teslas, die gebraucht an das Unternehmen zurückgegeben und direkt von diesem weiterverkauft werden, entfällt diese Option. Kauft man das Modell seiner Wahl allerdings bei einer Privatperson oder einem Gebrauchtwagenhändler, kann die kostenlose Supercharger-Nutzung durchaus noch inkludiert sein – hier sollten die Gegebenheiten individuell geprüft werden. Je nachdem, wie viel man fährt, kann das Gratis-Laden auch einen etwas höheren Anschaffungspreis rechtfertigen.

Tesla gebraucht bei Tesla kaufen

Tesla bietet auch selbst geprüfte Gebrauchtwagen an, die aktuellen Angebote sind unter diesem Link auf der Tesla-Website ersichtlich. Alle Autos müssen eine eingehende Inspektion durchlaufen, bevor sie zum Weiterverkauf angeboten werden. Allerdings ist es aber oft der Fall, das in der gewählten Region überhaupt keine gebrauchten Modelle verfügbar sind.

Es gibt aber natürlich auch zahlreiche Angebote von Privatpersonen oder Gebrauchtwagenhändlern, bei einer der größten Gebrauchtwagenplattformen sind aktuell (Stand: September 2020) etwa 115 Teslas österreichweit inseriert.

Standard-Überprüfungen, die bei jedem Gebrauchtwagenkauf zum Pflichtprogramm gehören, gelten natürlich auch für Teslas. Unseren ausführlichen Ratgeber zu diesem Thema findet ihr hier.

Garantie

Je nach Alter und Kilometerstand zum Zeitpunkt des Kaufs können auch gebrauchte Teslas noch über eine Hersteller-Garantie verfügen. Wer den Gebrauchtwagen direkt bei Tesla kauft, erhält für die Modelle S und X zudem eine Gebrauchtwagengarantie, wenn sie zum Zeitpunkt der Übergabe durch Tesla weniger als 4 Jahre alt sind und weniger als 80.000 km Laufleistung aufweisen, oder eine erweiterte Gebrauchtwagengarantie, wenn das Auto zwischen 4 und 6 Jahre alt ist oder zwischen 80.000 km und 160.000 km Laufleistung aufweist.

Video: Bekannte Schwachstellen

Bei Teslas gibt es je nach Modell einige charakteristische Schwachstellen, die vor dem Gebrauchtwagenkauf überprüft werden sollten. Dazu gehören etwaige Schäden am Panorama-Glasdach, die Funktionsfähigkeit des Schiebedachs, Bremsen & Parkbremse, beschlagene Scheinwerfer oder der Verlust von Kühlflüssigkeit. YouTuber Rich Rebuilds zeigt einige der typischen Schwachstellen, die bei Tesla häufig eine Rolle spielen.

Touchscreen

Ein bekanntes Problem bei älteren Tesla Model X und S sind gelb verfärbte Display-Ränder. Das ist auch dem Hersteller bekannt, 2019 wurde dafür ein Gerät entwickelt, das die Verfärbung mittels UV-Licht beseitigt. Diese Geräte sind mittlerweile auch in europäischen Service-Centern verfügbar.

Software-Updates

Tesla aktualisiert die Soft- und Firmware in seinen Fahrzeugen via over-the-air-Updates, sprich via Mobilfunk. Das gilt auch für Gebrauchtwagen.

Software-Funktionen / Autopilot

Bei Tesla kosten einige Autopilot-Funktionen extra, auch wenn die nötige Hardware bereits serienmäßig verbaut ist. Wer einen Neuwagen bestellt wählt gleich beim Kauf aus, ob er diese nutzen möchte, und zahlt dafür mehrere tausend Euro. Wie Berichte aus den USA aufzeigen ist es aber möglich, dass diese Funktionen nach dem Verkauf des gebrauchten Fahrzeugs wieder deaktiviert werden: Jalopnik berichtet von einem Käufer, der ein Model S bei einem Gebrauchtwagenhändler kaufte, der dieses wiederum direkt von Tesla ersteigert hatte. Bei der Auktion wurde angegeben, dass der Wagen über den erweiterten Autopiloten sowie das “volle Potenzial für autonomes Fahren” verfüge – Optionen im Gesamtwert von 8.000 US-Dollar. Mit einem Software-Update wurden diese Funktionen nach dem Weiterverkauf allerdings ohne Vorwarnung deaktiviert. Auf Nachfrage gab Tesla an, der neue Besitzer müsse erneut für die Funktionen bezahlen, wenn er diese nutzen wolle. In einem US-amerikanischen Tesla-Forum berichten weitere User von ähnlichen Erfahrungen. Obwohl aus Europa kein derartiger Fall bekannt ist, sollte man sich beim Kauf eines Teslas den im Preis enthaltenen Funktionsumfang schriftlich bestätigen lassen.

Varianten & Funktionsumfang

Hinsichtlich der Ausstattung, des Antriebs, der Batterie sowie der Hard- und Software kann es beim selben Tesla-Modell gravierende Unterschiede geben. Man sollte daher immer genau prüfen, ob der jeweilige Gebrauchtwagen auch wirklich über alle Funktionen verfügt, die man sich wünscht, und diese auch im Rahmen einer Probefahrt testen.

Elektroauto-Marktübersicht: Alle E-Autos in Österreich auf einen Blick, mit Reichweiten, Preisen und Testberichten

Erfahrungsbericht: Von 170.000 auf 240.000 Kilometer mit einem gebrauchten Tesla Model S

YouTuber Branden Flasch hat sich den Traum vom eigenen Tesla 2019 endlich erfüllt – mit einem gebrauchten Model S mit 106.000 Meilen (ca. 170.000 Kilometern) am Tacho. Ein Jahr und 44.000 Meilen nach dem Kauf schildert der US-Amerikaner seine Erfahrungen mit dem Gebraucht-Tesla.

Nach dem Kauf rühmt sich Flasch damit, den billigsten Tesla mit Allradantrieb und Autopilot in den gesamten USA erstanden zu haben – wie viel er für das gebrauchte Model S hinblättern musste, verrät er aber nicht. Dafür dokumentiert er den Zustand des Teslas nach 170.000 Kilometern und zeigt dabei auch einige Stellen, die Abnutzungserscheinungen aufweisen – bei einem Wagen mit dieser Laufleistung ist das aber ganz normal. Worauf man sonst noch achten sollte und welche Erfahrungen er mit dem Elektroauto mit dem doch beachtlichen Kilometerstand gemacht hat, schildert der YouTuber im oben stehenden Video – die 38 Minuten sind für potenzielle Gebraucht-Tesla-Käufer jedenfalls gut investiert.

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