Autolexikon: 7 wichtige Reifenbestandteile im Überblick

Ein Autoreifen wird aus über 20 Einzelteilen zusammengesetzt – jedes einzelne Teil erfüllt dabei einen wichtigen Zweck.

27.04.2018 Online Redaktion

7 wesentliche Reifen-Bestandteile hier im Überblick:

1 – Lauffläche

Die Lauffläche eines Reifens ist der einzige Teil des Reifens, der direkten Kontakt zur Fahrbahn hält und somit die entstehenden Antriebs-, Brems- und Seitenführungskräfte überträgt. Die Lauffläche besteht aus dem Laufstreifen, der mit einem Profil versehen ist, sowie aus einer stabilisierenden Schicht direkt darunter. Die Entwicklung von neuen Gummimischung aber auch Profildesigns ist entscheidend für die stetige Optimierung der Leistungsmerkmale eines Reifens.

2 – Gürtel

Unter der Lauffläche, direkt über der Karkasse finden sich mehrere Lagen aus dünnen Stahldrähten, die als “Gürtelfäden” bezeichnet werden. Diese sind im spitzen Winkel zur Lauffläche des Reifens angeordnet. Dieser Gürtel ist nötig, um einerseits dem Reifen die nötige Stabilität zu verleihen, andererseits ist er für eine Reihe anderer Reifeneigenschaften mitverantwortlich: Verringerung des Rollwiderstandes; damit verbunden eine geringere Temperatur im Reifen; steifere Aufstandsfläche oder eine erhöhte Seitenführungskraft. Um Rost vorzubeugen und um eine bessere Verbindung zum Kautschuk zu erzielen, sind diese Stahlcordfäden vermessingt.

3 – Karkasse

Die Karkasse stellt das tragende Gerüst dar, das dem Reifen zusammen mit dem Luftdruck die nötige Tragfähigkeit verleiht.

Sie besteht aus Gewebeschichten, die in Gummi eingebettet sind und aus Kunstfasern (wie z.B. Viskosefasern) bestehen – früher wurden dafür auch Baumwolle und Pflanzenfasern verwendet.

Nutzfahrzeuge haben häufig eine Stahlkarkasse. Bei den Radialreifen wird über der Karkasse (im Bereich der Lauffläche) Stahlcord für eine höhere Tragfähigkeit eingesetzt (“Stahlgürtelreifen”). Die Dichte des Gewebes, also aus wievielen Fasern die Karkasse besteht, wird in tip bzw. epi (“Threads / Ends per Inch” – “Fäden pro Zoll”) angegeben.

4 – Seitenwand

Die Seitenwand, auch als Reifenflanke bezeichnet, ist nicht nur für den Schutz der Karkasse vor Verletzungen gedacht. Sie verleiht dem Reifen außerdem ein besseres Dämpfungsverhalten und beeinflusst damit den Fahrkomfort. Im Übrigen finden sich auf der Flanke auch alle Kennzeichnungen des Reifens. Bei (bestimmten) Notlaufreifen ist der Gummi der Seitenwand so verstärkt, dass die Fahrt auch bei einem totalen Luftdruck-Verlust für eine gewisse Zeit fortgesetzt werden kann.

Bei Rissen, Beulen oder anderen Beschädigungen der Seitenwand ist eine Reparatur des Reifens im Normalfall nicht mehr möglich. Ein rascher Austausch ist die einzige Möglichkeit, die Sicherheit wieder herzustellen.

5 – Wulst

Der Reifen-Wulst , auch bekannt als “Reifenfuß”, bezeichnet den Innenring des Reifens, er wird von den Fäden der Karkasse umlaufen. Er hält den Pneu fest auf der Felge, sorgt also für einen festen Sitz und auch Abdichtung des Reifens, indem sich der Wulst fest gegen das Felgenhorn presst. Für die Stabilität des Wulstes sorgen ein oder mehrere Kerne aus Stahldraht, sogenannte “Wulstkerne”. Über diesem Wulstkern befindet sich der, meist aus Gummi gefertigte Kernreiter (auch bekannt “Wulstkeil” oder “Apex”), dessen Form und Gestaltung großen Einfluss auf die Reifeneigenschaften haben (insbesondere wichtig bei Motorradreifen).

6 – Wulstschutz

Ein weiterer wesentlicher Teil des Reifenes der für Stabilität sorgt indem er den Bereich des Wulstes davor schützt, dass dieser am Felgenhorn durchscheuert – gleichzeitig wird auch die Felge geschützt.

7 – Innerliner

Es handelt sich hierbei um die Bezeichnung einer Gummischicht im Inneren des Reifens, die den (früher standardmäßig verwendeten) Schlauch ersetzt und dafür sorgt, dass der Reifen dicht hält. Der Innerliner wird auf der Innenseite des Reifens direkt auf das Karkassenmaterial aufgetragen.

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