Porsche 964 Kaufberatung
Erfrischenderweise gibt es alte 911er oft in sehr bunten Farben.
 

Kauberatung Porsche 964: Bester unter vielen

Verzinkte Karosserie und dauerhafte Technik versprechen ein problemloses Zusammenleben, aber nicht immer hält sich das Auto daran.

04.07.2013 Autorevue Magazin

Der Kauf eines Porsche 911 ist kaum beiläufig zu erledigen, aber wer sich zum Auswählen des passenden Modells länger Zeit lässt, hat auch länger Gelegenheit zum Sparen. Die 911er-Preise galoppieren derzeit so vehement nach oben, dass man vermutlich mit dem Sparen nicht nachkommt, aber noch sind günstige ­Modelle zu haben. Porsche-Spezialist Georg Konradsheim: „Das günstigste Modell ist noch der 2,7 der Baujahre 1974 bis 1977, aber der Porsche 964 (1989 bis 1994) bietet sehr hohe Reife zu ebenfalls niedrigen Preisen.“

Gute Frage: Welche Generation Porsche 911 soll man nehmen?

Die Frage nach der Modellgeneration ist natürlich essenziell, in 50 Jahren Bauzeit hat sich schließlich der Charakter massiv ­gewandelt: Je älter ein Porsche 911, umso unverfälschter ist der ursprüngliche Entwurf. Und je jünger, umso unproblematischer sind Fahrverhalten und Reparaturaufwand. Zwar ist bei Porsche praktisch jedes Ersatzteil zu haben, aber zu Porschepreisen.

Markante Zäsur: Ab 1976 war die Karosserie verzinkt, Porsches endgültige Antwort auf die massiven Rostprobleme der frühen Jahre. Georg Konradsheim: „1976 wurde die tragende Struktur verzinkt, 1980 schließlich das gesamte Auto. Aber auch Baujahre von 1976 bis 1979 sind meistens bis heute weitgehend rostfrei.“ Wer einen Porsche 911 der Baujahre 1963 bis 1975 sucht, möge sich also Zeit nehmen für eine penible Untersuchung der Karosserie, auch und vor allem von unten. Der steigende Wert des 911 lässt auch viele Anbieter zu, sagen wir, uneleganten Methoden der Rostkosmetik greifen – ist der Lack eher neu, dann helfen Magnet oder Schicht­dicke-Messgerät, Kitt aufzuspüren.

Jetzt aber volle Konzentration auf den Typ Porsche 964, vorletzte Ausbaustufe des 911 mit Luftkühlung. Georg Konradsheim: „Wichtig ist, ein originales, unverbasteltes, gepflegtes Auto zu erwischen. Von tieferen, härteren, lauteren und chipgetunten Autos rate ich grundsätzlich ab, sie sind längst nicht so ausgewogen wie serienmäßige.“

Gerade beim 911 kann Reparaturstau teuer werden, trotz der äußerst robusten Technik.

Georg Konradsheim: „Die Lebensdauer des Motors hängt sehr vom Vorleben des Autos ab. Ich kenne ungeöffnete ­Motoren mit mehr als 300.000 km, in Deutschland sogar einen mit 580.000 km. Wenn er aber Öl verliert, dann lässt man am besten alle Dichtungen, Ventilführungen und Lager tauschen. So eine Motor­überholung kostet gut 10.000 Euro, dafür hat man danach wieder jahrelang Ruhe.“

Auf Dichtheit sind weiters Getriebe und Lenkgetriebe zu kontrollieren, beim Carrera 4 auch das vordere Differenzial. Undichte Motoren erkennt man nicht immer an Tropfen unter dem Auto, weil sie das Luftleitblech eine Zeit lang auffängt. Bei den Querlenkern reißen bisweilen die Gummilager, Rost am Auspuff erreicht ­selten katastrophale Ausmaße, die Bremssättel sollen frei von Korrosionsspuren sein, der Abnützungsgrad der Bremsscheiben ist leicht zu kontrollieren. Die Elek­tronik gilt als praktisch unverwüstlich.

Im Innenraum kennt Georg Konradsheim nur wenige Schwachstellen: „Heizung, Lüftung und Klimaanlage sollen einwandfrei funktionieren, die Steuergeräte sind teuer.“

Dass Porsche beim 964 auch sehr bunte Farben im Angebot führte, fällt besonders heute erfrischend auf. Oft fragen Georg Konradsheims Kunden nach einem schwarzen Porsche, fahren aber schließlich mit einem fröhlich bunten vom Hof.

  • Autojoe

    Dies kann ich nur bestaetigen. Wenn die Ueberuefung nicht wirklich zu 100% durchgefuehrt wird wird es spaeter sehr teuer. Die Ersatzteilpreise sind ohnedies ein Wahnsinn und vollkommener Nepp, da bezahlt man man wahrscheinlich das Finanzdesaster gleich mit. Ich habe daraus meine Lehre gezogen und werde mir sicher keinen gebrauchten 911 er mehr kaufen.

    • nomorerevue

      bin beim tonitirol, 993 echt gut, 964 u. 2×997 wirklich fein, die Ersatzteilpreise sind der Qualität angemessen, für meinen Geschmack kein Nepp, siehe Italien u. Japan-das ist Nepp in Reinkultur, ohne Porsche gibt‘s vielleicht billigere Teile, aber sicher kein Porschefahr- erlebins, im Englischen: „they know the price of everything, but the value of nothing“-viel Vergnügen beim Sparen mit billigen Teilen!

  • tonitirol

    habe einen 993er- tolles Fahrzeug und alltagstauglich, wie wahrscheinlich kein ein anderer Sportwagen

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