Autonamen mit doppelter Bedeutung lustige Autonamen
 

Angst vor großen Namen

Die Globalisierung ist abgeschlossen und die Namensgebung damit ein Problem. Irgendwo bedeutet jedes Wort immer etwas vulgäres.

04.04.2013 Online Redaktion

Die Villacher Dacia-Händler werden sich bedanken, wenn erst einmal der Dokker in den Verkaufsräumen steht. Bedeutet Tocker (sprich: doka oder dogga) doch im Kärntner Dialekt so viel wie Trottel. Vielleicht soll die Namenswahl auch nur die (aufpreispflichtige) Option „ohne Typbezeichnung“ ankurbeln. Die Marketingexperten werden es wissen.

Honda Fitta

So richtig schlimm hatte es aber Honda erwischt. Die wollten den Honda Fitta auf den Markt bringen. Der heißt jetzt in einigen Märkten Fit und wir kennen ihn als Jazz. Das hat seinen Grund. In Schweden ist Fitta ein obszönes Wort für das weibliche Geschlechtsorgan. „Die deutsche Übersetzung reimt sich auf Kotze“, wie mir eine Schwedin erklärte. Damit war der nordeuropäische Markt erledigt. Die Sprachen ähneln sich dort sehr.

VW Black up!

Kurzum: es gibt einfachere Jobs, als für die Namensgebung von Autos zuständig zu sein. Volkswagen löste jüngst in England einen kleinen Skandal aus, weil sie dort den Black up! lancieren wollten. Ein Sondermodell des Kleinwagens. Unter „blacking up“ versteht der Brite aber einen ­Weißen, der sich anmalt, um auf der Bühne einen Schwarzen zu spielen. Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die darauf ­folgenden Darstellungen schwer rassistisch waren. Die Sonder­edition heißt jetzt Up! Black. ­Immerhin.

Kia provo

Das war nur so lange ein Aufreger, bis Kia die Studie „provo“ zeigte. In Frankfurt am Main, der Europazentrale der Marke, dachten die Experten, „provo“ stehe für „provozieren“, sie wurden aber gleich eines Besseren belehrt. Das stünde für „Provisional Irish Republican Army“, meinten die Nordiren. Und das sei eine Splittergruppe der IRA. Nein, das ist eine Stadt in Utah, könnte der Amerikaner sagen. Tut er aber nicht. Genauso wenig wie der Holländer verrät, dass es in den 1960ern eine anarchistische Protestgruppe mit ­diesem Namen gab – samt gleichnamigem Magazin.

Audi etron

Unglücklich gewählte Namen haben in der Autoindustrie Tradi­tion. Frankreich führt die Liste der Namens-Missverständnisse an. Audi hatte hier gleich doppelt Pech. ­Etron ist in Frankreich ein Kothaufen und „tête coupé“ ein abgetrennter Kopf. Toyota rasselte mit dem MR2 auch in die Falle mit der Aussprache. Zwei heißt deux, und aus MR2 wurde Merde.

La puta und Pajero

Auch Spanien ist ein heißes Pflaster. La puta ist dort eine Hure und bei Mazda ein Kleinwagen. Der Pajero ist einerseits das Gegenteil einer Hure, nämlich ein Mann, der sich selbst befriedigt, andererseits ein Offroader von Mitsubishi.

Pinto

Im Nachbarland Portugal ist ein Pinto ein Feigling oder ein kleiner Penis – etymologisch leitet sich das eine vom anderen ab.

Jammer-Kreuzer

Die Engländer machten aus dem Mitsubishi T-Box den Mitsubi Shit-Box und aus dem Chrysler PT ­Cruiser den pity cruiser, also den Jammer-Kreuzer.

Ford Kuga

Für den Serben ist Kuga die Pest, weswegen Ford den SUV-Namen aber trotzdem nicht geändert hat. Uuno ist in Finnland ein Dummkopf. Fiat weiß das jetzt. Uns Deutschsprachigen ist in den 1970er Jahren übrigens der Rolls-Royce Silver Mist erspart geblieben, der nie über eine Studie hinauskam.

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