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Der digitale Führerschein in Österreich

Im Zuge der Digitalisierungsoffensive soll auch der Führerschein virtuell werden. Was genau geplant ist und wie der “digitale Führerschein” den Alltag der Autofahrer verändern würde, erklären wir hier im Detail.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 27.03.2019

Der Papierstau im Handschuhfach durch Führerschein, Zulassungsschein oder auch Reisepässe soll spätestens 2020 ein Ende nehmen. Das Zauberwort lautet: „Digitalisierungsoffensive“, vorgestellt im Ministerrat im Jänner 2018. Wie der digitale Führerschein, Reisepass usw. genau funktionieren sollen? – hier der Überblick über die geplante Digitalisierung von Führerschein, Reisepass und Co.

Welche Behördenwege sollen für Autofahrer digitalisiert werden?

Neben der E-Card, diversen Behördenwegen nach der Geburt oder Hochzeit sollen auch viele amtliche Dokumente bzw. Behördenwege digitalisiert werden, die KFZ-Halter/Fahrer betreffen:

  • Führerschein und Zulassungsschein sollen am Handy abrufbar sein bzw. online beantragt werden können
  • Das Ummelden eines KFZ („Änderungen im Kraftfahrzeugregister“) soll somit ebenso online möglich werden
  • Auch der Antrag bzw. die Verlängerung eines Reisepasses soll online erfolgen.

Der Führerschein, Zulassungsschein usw. am Handy. Wie funktioniert das?

  • Der erste Schritt zur Digitalisierung wird die Schaffung einer (Online-)Plattform sein, auf der die wichtigsten Behördengänge online erledigt werden können. Dazu werden Online-Angebote wie z.B. help.gv.at, das Unternehmensserviceportal usp.gv.at oder das Rechtsinformationssystem ris.bka.gv.at auf https://oesterreich.gv.at zusammengefasst.
  • Im weiteren Verlauf ist geplant, dass alle wichtigen Behördenwege auch via App am Smartphone erledigt werden können – damit wäre z.B. auch der Führerschein direkt am Handy abrufbar. Ziel ist es laut Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), vom „E-Government“ zum „M-Government“ („M“ für „mobil“) zu kommen.
  • Die dazu notwendige App wurde von der österreichischen Staatsdruckerei bereits fertiggestellt und ist funktionsfähig – es hängt alleine an den politischen Entscheidungsträgern, ab wann die App auch zum Einsatz kommt.
  • Die App greift jedes Mal, wenn Dokumente wie z.B. der Führerschein gebraucht werden, „live“ auf das behördliche Register zu – die Daten bleiben somit nicht auf dem Handy, sondern in den jeweiligen Registern. Der Vorteil, z.B. auch für Polizisten: Die Daten sind damit immer aktuell.

Der digitale Führerschein als Zwischenschritt zum gläsernen Autofahrer?

Die Staatsdruckerei hat sich mit dem Thema „digitale Ausweise“ bereits umfangreich beschäftigt, das zeigt z.B. auch die bereits fertiggestellte App dazu. Lt. Einer Umfrage wäre jeder zweite Österreicher gewillt, Ausweise auf dem Smartphone bzw. digital zu nutzen. Lt. Praml von der Staatsdruckerei ist der digitale Ausweise aber ohnehin nur „Zwischenschritt“: “Irgendwann wird es keine Ausweisdokumente mehr geben.” Denn stattdessen könne die Identität auch durch biometrische Daten, etwa das Gesicht oder den Gang eines Menschen, erkannt werden.

Wird man gezwungen, statt dem bisherigen Führerschein bzw. andere Dokumente in Zukunft nur mehr „digitale Ausweise“ zu verwenden?

Es werde „kein Bürger gezwungen“, seine Behördenwege online zu machen, die Wahlfreiheit bleibe erhalten, so die Ansage des Bundeskanzlers Kurz Anfang 2018.

 


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