Tamara Schögl
Motorrad fahren in Österreich: Was man wissen muss [Ratgeber]

A-Führerschein: Ausbildung, Voraussetzungen, Kosten

Wie bekommt man den A-Führerschein, wie läuft die Ausbildung ab und wie teuer wird der Umstieg aufs Motorrad?

Zuletzt aktualisiert am 12.04.2023

Wer Motorradfahren möchte, hat die Wahl aus verschiedenen Führerscheinklassen. Der A-Führerschein stellt dabei quasi die „Königsklasse“ dar: Mit ihm darf man Motorräder ohne Leistungsbeschränkung lenken.

Per Stufenmodell oder Direkteinstieg zum A-Führerschein

Die Lenkberechtigung der Klasse A umfasst auch die „untergeordneten“ Klassen A1, A2 und AM (Moped). Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man sie bekommen kann:

  • Beim Direkteinstieg beginnt man quasi bei Null – das bedeutet, dass man zuvor keine Lenkberechtigung der Klasse A1 und/oder A2 erworben hat.
  • Beim Stufenzugang kann man von A1 über A2 bis zu A „aufsteigen“. Der Aufstieg ist dabei jeweils mit weniger Aufwand und Kosten verbunden als wenn man die jew eilige Führerscheinklasse per Direkteinstieg erwerben würde, da man ja bereits entsprechendes Vorwissen und Praxiserfahrung besitzt.

Stufenzugang

Um den A-Führerschein im Stufenzugang erwerben zu können, muss man

  • Den A2-Führerschein für mindestens zwei Jahre besessen haben,
  • die zweite Ausbildungsphase absolvieren
  • sowie sieben Praxisstunden machen oder eine praktische Prüfung ablegen.
  • Eine theoretische Prüfung gibt es in diesem Fall nicht mehr.

Direkteinstieg

Hat man keinen A2-Schein, kann der A-Führerschein per Direkteinstieg erworben werden. Dafür muss man

  • mindestens 24 Jahre alt sein (Ausbildungsbeginn frühestens 6 Monate vor dem 24. Geburtstag)
  • ein ärztliches Gutachten, das die Eignung zum Lenken von Kraftfahrzeugen nachweist und nicht älter als 18 Monate ist, vorlegen
  • die theoretische und praktische Ausbildung sowie einen Erste-Hilfe-Kurs (6 Stunden) absolvieren
  • die theoretische und praktische Prüfung bestehen.

Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung für den A-Führerschein umfasst

  • den Basisunterricht für alle Führerscheinklassen (mindestens 20 Unterrichtseinheiten)
  • sowie den klassenspezifischen Teil (6 Unterrichtseinheiten).
  • Wer bereits einen Führerschein der Klasse B besitzt, muss nur mehr den klassenspezifischen Teil absolvieren.
  • Macht man die Ausbildung für die Klassen A & B gemeinsam, gilt der Basisunterricht für beide Klassen und muss daher nur einmal absolviert werden.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung für den A-Führerschein umfasst mindestens 14 Unterrichtseinheiten mit einem Fahrlehrer, davon mindestens 10 im öffentlichen Verkehr

Achtung: Führerscheinwerber:innen ab einem Alter von 39 Jahren müssen mindestens 16 praktische Unterrichtseinheiten absolvieren.

Prüfung

  • Die theoretische Prüfung erfolgt am Computer und besteht aus Multiple-Choice-Fragen.
  • Die praktische Prüfung umfasst Überprüfungen am FahrzeugÜbungen im verkehrsfreien Raum, das Fahren im Verkehr sowie das Besprechen von erlebten Situationen.
  • Wird ein Prüfungsteil nicht bestanden, ist eine Wiederholung frühestens nach 14 Tagen möglich.

Zweite Ausbildungsphase

Hat man den A-Führerschein erhalten, steht die zweite Ausbildungsphase auf dem Programm. Diese besteht aus folgenden Punkten, die innerhalb gewisser Zeiträume abgeschlossen werden müssen:

  • 2 bis 12 Monate nach Erwerb der Lenkberechtigung: Fahrsicherheitstraining (6 Unterrichtseinheiten) inkl. verkehrspsychologischem Teil und Gefahrenwahrnehmungstraining (3 Unterrichtseinheiten)
  • 4 bis 14 Monate nach Erwerb der Lenkberechtigung: Perfektionsfahrt
  • Eine Prüfung ist in der zweiten Ausbildungsphase nicht mehr erforderlich.

Wer bereits eine Lenkberechtigung einer anderen Klasse besitzt und dann den Motorradführerschein macht, muss sich den Code in den Führerschein eintragen lassen, um auch wirklich Motorradfahren zu dürfen. Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Wie viel kostet der A-Führerschein?

Wie viel man für den A-Führerschein bezahlen muss, hängt von den Voraussetzungen ab. Zudem variieren die Preise je Anbieter, und das mitunter gravierend – ein umfassender Preisvergleich im Vorfeld zahlt sich also jedenfalls aus.

  • Am günstigsten kommt der Aufstieg auf den A-Schein, wenn man bereits einen Führerschein der Klasse A2 besitzt (Stufenmodell).
  • Besitzt man bereits den B-Führerschein, kann man den Führerschein der Klasse A ergänzen, ohne noch einmal den für alle Klassen geltenden Basisunterricht absolvieren zu müssen.
  • Macht man den A- und B-Führerschein gemeinsam, muss man den Basisunterricht nur einmal absolvieren.
  • Ab einem Alter von 39 Jahren muss man mindestens 16 praktische Unterrichtseinheiten (statt 14) absolvieren, das kommt entsprechend teurer.

Welche Motorräder darf man mit dem A-Führerschein fahren?

Der A-Führerschein berechtigt zum Lenken von Motorrädern ohne Leistungsbeschränkung sowie dreirädrigen Kraftfahrzeugen mit mehr als 15 kW / 20 PS.

Mit dem A-Führerschein darf man Motorräder ohne Leistungsbeschränkung fahren.
Mit dem A-Führerschein darf man Motorräder ohne Leistungsbeschränkung fahren. © Bild: Tamara Schögl