ganzjahresreifen winterreifen
Die Gummimischung von Ganzjahresreifen ähnelt der von Winterreifen. Unter welchen Umständen macht es Sinn sich den Allrounder aufziehen zu lassen?
 

Was muss ich beim Kauf von Ganzjahresreifen bedenken?

Warnung vor dem oder Empfehlung für den Pneu, der alles kann, aber nichts wirklich gut.

28.08.2014 Autorevue Magazin

Bevor Sie jetzt Winterreifen kaufen, wird vielleicht auch die Idee aufkommen, lieber doch Ganzjahresreifen zu nehmen, schließlich spart man sich damit das zweimal jährliche Umstecken der Räder und die Lagerung des jeweils nicht benötigten Reifensatzes. Das alleine schon ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, es sei denn, man hat genug Platz in der Garage, schraubt gerne an den eigenen Rädern rum und hat auch keine Scheu vor Bandscheibenvorfällen, falls man die Räder doch gemeinsam mit dem Oleander in den Keller tragen muss.

Das Problem mit Ganzjahresreifen

Eigentlich wären Ganzjahresreifen super, weil man damit das Thema Reifen für Jahre einfach vergessen könnte. Aber Ganzjahresreifen haben auch ihre Schwachstellen. Ganzjahresreifen sind Winterreifen, die in Profilform und Gummimischung mehr oder weniger gründlich in Richtung Sommertauglichkeit überarbeitet wurden. Überspitz gesagt, eigentlich könnten Sie genauso mit Ihren Winterreifen im Sommer weiterfahren, weil das ist auch erlaubt und auch alles andere als optimal. Denn Reifentests zeigen immer wieder, dass das Fahren mit Ganzjahresreifen unter sommerlichen Bedingungen ähnlich kritisch ist wie mit Winterreifen.

© Bild: Vredestein

© Bild: Vredestein

Ganzjahresreifen sind mit Vorsicht zu genießen

Wer sich also ein teures Superauto kauft, sollte auch die jeweils passenden Reifen aufziehen, weil sonst das viele Geld fürs Superauto rausgeschmissen ist, wenn dann von den Reifen her nur mäßige Fahrerlebnisse möglich sind. Wer aber wenig fährt und Autofahren eher als reine Mobilitätsbewältigungsstrategie sieht, kann hingegen durchaus zu Ganzjahresreifen greifen, denn gefährlich sind sie ja auch wieder nicht, man muss sich bloß von autofahrerischen Grenzbereichen fernhalten, was für einen vernunftbetonten Menschen auch wieder ganz normal ist.

  • josef

    Es ist immer eine Sache der Vernunft wie man mit dem Fahrzeug u den Winterreifen bzw. Ganzjahresreifen umgeht. Seinerzeit(als die Reifen u Autos technisch noch viel schlechter waren) ist man mit Winterreifen auf der Antriebsachse u mit Sommerreifen auf der 2.Achse gefahren – also VW Käfer – hinten WR vo SR ) man musste halt in den Kurven schön langsam fahren (das Ei unter dem Gaspedal…). Da brauchte man keinen Grenzbereich ausloten, Ergebnis wäre die Botanik gewesen

  • hofinger

    hätten unsere politiker die schweizer gesetzgebung genommen würde es für viele österreicher billiger sein.

  • Peter Schmidt

    Hallo, ich fahre schon seit vielen Jahren Ganzjahresreifen auf meinem A5. Ich bin damit auch recht zufrieden. Ja, man braucht nicht zweimal im Jahr wechseln. Das wäre ein Argument. Aber es gibt noch Pluspunkte zu verteilen:
    – Meine Ganzjahresreifen sind nach spätestens drei Jahren abgefahren und werden durch neue ersetzt. Bei zwei Reifengarnituren wird man wohl fünf Jahre und länger damit fahren. Und die sind dann wirklich schon alt. Egal ob Winter- oder Sommergummimischung.
    – Und dann wird immer rund 7 Grad Celsius als Zeit zum Wechseln angesehen. Bei unserem verrückten Wetter müsste man im Frühjahr oder Herbst, manchmal sogar im Winter, zweimal täglich wechseln. Frühtemperaturen nahe dem Gefrierpunkt, Höchsttemperaturen ab 15 Grad aufwärts. Was wäre denn dann die richtige Reifenwahl? Also die richtigen Spezialreifen Sommer oder Winter sind genau für ganz wenige Wochen richtig. Die viel längere Übergangszeit ist keiner davon richtig.
    – Bei Winterreifentests durften Ganzjahresreifen schon sehr selten mitmachen. Und die halten durchaus mit Winterreifen im oberen Segment mit und sind regelmäßig besser als billige „Spezial“reifen. Mit Sommerreifen wird in der Regel überhaupt nicht verglichen. Fürchtet die Reifenindustrie um ihr Geschäft?

pixel