Radical MAg Porsche 911 S Steve McQueen RM Auctions
 

1970 – Veteran: King of Cool

Der Porsche 911 S von Steve McQueen – ein Original unter den Originalen.

30.03.2011 radical mag

Kann ein Film sehenswert sein, in dem die Schauspieler die ersten 38 Minuten kein Wort sprechen? Ja, er kann, und wie: Wir reden hier von „Le Mans“ aus dem Jahr 1970/71, gedreht von Lee H. Katzin nach einer Idee von Hauptdarsteller und C-Produzent Steve McQueen. Zusammen mit „Grand Prix“ aus dem Jahre 1966 gehört „Le Mans“ sicher zu den eindrucksvollsten Rennsport-Filmen und ist ein Dokument über den Motorsport aus einer Zeit, als die Rennfahrer noch Männer waren und keine Marionetten.

Die Handlung allerdings ist etwas dünn. Er handelt von der Rivalität des amerikanischen Rennfahrers Michael Delaney (Steve McQueen) mit seinem deutschen Rivalen Erich Stahler (Siegfried Rauch). Delaney ist traumatisiert, weil er im Jahr zuvor in Le Mans einen Unfall verursacht hatte, bei dem sein Freund Piero Belgetti ums Leben kam. Durch seinen dokumentarischen Stil vermittelt der Film viel von der Renn-Atmosphäre damals, zeigt aber auch auf, wie mutig die Piloten damals waren, welchen Gefahren sie sich aussetzten. Es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang, eine kleine Liebesgeschichte zwischen Delaney und Belgettis Witwe (gespielt von Elga Andersen, die den unglücklichen bürgerlichen Namen Helga Hymen trug).

Radical MAg Porsche 911 S Steve McQueen RM Auctions

Natürlich gibt es jede Menge wunderbare Autos zu sehen in „Le Mans“. Delaney fährt einen Porsche 917, sein Konkurrent einen Ferrari 512S. Mit der Realität hatte das im 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahre 1970 nicht viel zu tun, der Ferrari war damals chancenlos gegen die Porsche, doch der Porsche 908/2, den McQueen und seine Produktionsfirma gemietet hatten, nahm tatsächlich am Rennen teil; der „King of Cool“, der ein paar Monate zuvor bei den 12 Stunden von Sebring einen sensationellen Platz herausgefahren hatte, hätte zusammen mit Jackie Stewart eigentlich selber am Rennen teilnehmen wollen, die Organisatoren verwehrten ihm den Start.

Gefilmt wurde mehrheitlich am 14. Juni 1970. Später wurden noch weitere Szenen nachgedreht, teilweise mit Original-Rennfahrzeugen, und mit bekannten Fahrern aus jenen Jahren, unter anderem Jo Siffert, Vic Elford, Herbert Linge, Rolf Stommelen und Derek Bell. Für die Unfallszene wurden günstige Lola-T70-Chassis mit entsprechenden Aufbauten verschrottet; David Piper verlor bei einem solchen Stunt einen Unterschenkel.

Ein kurzer Ausflug ins Jahr 1968 mit Christian Clerici und Roland Düringer:

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