8 hartnäckige Irrtümer rund um den Reisepass

Rund um das Thema Autofahren und Reisepass gibt es etliche Missverständnisse die es zu klären gibt. Wir klären die 8 hartnäckigsten Irrtümer auf.

09.01.2017 Online Redaktion

In Zeiten von wiederaufgenommenen Grenzkontrollen erfahren auch die Missverständnisse und Falschannahmen rund um die benötigten Reisedokumente eine Renaissance. Wir gehen 8 gängigen und hartnäckigen Irrtümern auf den Grund.

Die 8 gängigsten und hartnäckigsten Irrtümer zum Thema Reisepass

1 – “Bei einem Grenzübertritt innerhalb der EU muss ich keine Reisedokumente mitführen”

Das ist so leider nicht richtig. Auch als EU-Bürger müsst ihr bei einem Grenzübertritt innerhalb der EU immer ein Reisepass bzw. einen gültigen Personalausweis mitführen – das gilt für Staaten mit, als auch ohne Schengen-Abkommen.

2 – “Mein Führerschein genügt als Reisedokument”

Ein ebenso weit verbreiteter Irrtum ist, dass ein nationaler Führerschein als Reisedokument in anderen Staaten anerkannt ist. Beim Führerschein handelt es sich um kein gültiges Reisedokument – auch nicht zusammen mit einem internationalen Führerschein. Grund: Bei der Einreise muss die Staatsangehörigkeit und die Identität belegt werden, was eben nur mit einem Reisepass oder einem offiziellen Personalausweis möglich ist.

3 – “Mein Reisepass kann bis zu fünf Jahre abgelaufen sein – ich darf damit trotzdem überall innerhalb der EU ein- und ausreisen.”

Die nächste fälschliche Annahme, die euch bei Reisen in unnötige Schwierigkeiten bringen kann. Zwischen Österreich und den folgenden Ländern besteht zwar ein solches Abkommen, welches aber nur dann gilt, wenn das Lichtbild im Reisepass die eigene Identität noch ausreichend belegt: Deutschland, Belgien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Italien, Ungarn, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, die Niederlande, Portugal, San Marino, Schweiz, Slowenien, Spanien.

Aber Achtung: Wer mit dem Flugzeug reist, dem kann trotz dieser Länderabkommen die Beförderung verweigert werden, wenn die gewählte Airline einen abgelaufenen Reisepass/Personalausweis als gültiges Reisedokument nicht anerkennt (nachzulesen in den jeweiligen Beförderungsbestimmungen der Fluglinien).

4 – “Ich brauche keinen Reisepass, wenn ich einen gültigen Personalausweis dabei habe.”

Zwar ist ein Personalausweis innerhalb der EU ein anerkannter Nachweis der Staatsangehörigkeit bzw. Identität. Allerdings gilt dies nicht immer auch für Reisen außerhalb Europas: Die länderspezifischen Bestimmungen bezüglich Reisepass und Visum müssen hier berücksichtigt werden.

5 – “Ich hab meinen Reisepass verloren, aber mit einem ‘Notpass’ kann ich meine Reise dennoch ohne Probleme antreten.”

Für die Ausstellung eines so genannten “Notpasses” gelten strenge Kriterien: Er wird nur bei bestimmten Anlässen wie z.B. Diebstahl oder Verlust ausgestellt und ist zudem nur für einen begrenzten Zeitraum gültig. Dazu gibt es für die Einreise in bestimmte Länder noch eigene Sonderbestimmungen, die beachtet werden sollten, um keine Schwierigkeiten bei der Ein/Ausreise zu bekommen (z.B. Türkei oder den USA). Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr daher unbedingt vor der Reise bei der Vertretungsbehörde des Ziellandes nachfragen, ob ein österreichischer Notpass als Einreisedokument akzeptiert wird, bzw. welche sonstigen Bestimmungen in solch einem Fall gelten.

6 – “Für eine Einreise in ein Nachbarland von Österreich brauche ich keine Reisedokumente.”

Italien, die Schweiz, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Liechtenstein und Deutschland: Sie alle gehören den Schengenstaaten an, aber: Das alles hebelt nicht die nach wie vor gültige gesetzliche Regelung auf, dass auch dort (und nicht nur an der Grenze!) ein Reisepass oder Personalausweis im Zuge einer Kontrolle verlangt werden kann.

7 – “Wenn meine Kinder mit den Großeltern auf Urlaub fahren, reicht ein Kinderreisepass für die Einreise.”

Diese Annahme kann in einigen Ländern, auch innerhalb der EU, zu Problemen führen. Egal ob eure Kinder alleine, mit Bekannten oder Verwandten unterwegs sind: Wichtig ist, dass neben dem Kinderreisepass auch eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten – am Besten in der jeweiligen Landessprache – mitgeführt wird. Vorlagen für derartige Vollmachten bekommt ihr z.B. bei den österreichischen Autofahrerclubs.

8 – “Ein Pass für mein Haustier? Noch nie davon gehört.”

Haustiere brauchen viel Liebe, Futter – und auf Reisen außerdem einen “Pass” – den sogenannten EU-Heimtierausweis, der vor der Reise beim Tierarzt organisiert werden muss, um eine vorschriftsmäßige Einreise eurer Haustiere zu ermöglichen.

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