Andreas Riedmann
Die Schaltung eines Automatikgetriebes.

Wie funktioniert ein Automatikgetriebe und welche Bauformen gibt es?

Fahrzeuge mit Automatikgetrieben haben kein Kupplungspedal und die Wahl der Gänge wird von der Schaltung übernommen. Es gibt jedoch unterschiedliche Bauformen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 18.05.2022

Verbrennungsmotoren in Automobilen sind auf Getriebe mit veränderlichen Übersetzungen angewiesen, um ihr volles Potential sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn ausnutzen zu können. Im Gegensatz zu manuellen Schaltgetrieben befreien Automatikgetriebe den Fahrer von der lästigen Pflicht, Gänge auswählen und wechseln zu müssen. Der Schalthebel und das Kupplungspedal können daher entfallen.

Pedale und Schalthebel bei Automatikgetrieben

In Fahrzeugen mit automatischer Schaltung finden sich lediglich zwei Pedale, Gas und Bremse, sowie ein Wählhebel, mit dem dem Wagen die Richtung vorgegeben wird („Vorwärts!“, „Rückwärts!“ und „Halt!“). Diesem Komfortgewinn steht ein gewisser Effizienzverlust gegenüber, da Automatikgetriebe schwerer und (meist) im Wirkungsgrad schlechter sind als konventionelle Schaltgetriebe. Ältere Ausführungen haben auch die Fahrleistungen deutlich negativ beeinflusst, das gilt für die neuesten Generationen aber kaum mehr.

BuchstabeBedeutung
PPark/Parken
RReverse/Rückwärtsgang
NNeutral/Leerlauf
DDrive/Dauerbetrieb
SSport-Modus (falls vorhanden)
Die Schaltung eines Autos mit Autmatikgetriebes.
© Bild: Andreas Riedmann

Geschichte des Automatikgetriebes

1939 hat Oldsmobile seiner 60er-Reihe mit der Hydramatic die erste Automatik beschert, die in Basiskonzept und Bedienung grundsätzlich den Heutigen entspricht. Die gusseiserne Hydramatic war zwar schwer, aber so zuverlässig und robust, dass sie sogar in Weltkriegspanzern eingesetzt wurde. Nach dem Krieg haben es die GM-Werber natürlich nicht versäumt, das Getriebe als „battle-tested“ anzupreisen.

Die Unterschiede zwischen den USA und Europa

Jedenfalls haben die komforthungrigen Amis diese neue Art des (Nicht-)Schaltens sofort ins Herz geschlossen und die Automatik ist in den USA binnen kürzester Zeit zur Standardgetriebeform (mit Verbauraten von 90 %) avanciert. In Europa haben Automatikgetriebe außerhalb der Luxusklasse lange Zeit ein Mauerblümchendasein gefristet, doch mit den in den letzten Jahrzehnten großen technischen Fortschritten auf diesem Gebiet ist das Interesse an solchen Getrieben auch in der alten Welt größer geworden.

Die 4 Bauformen von Automatikgetrieben und deren Funktion

Zurzeit gibt es vier Bauformen, die es auf nennenswerte Stückzahlen bringen:

Wandlerautomatik

Bei der Wandlerautomatik handelt es sich um die klassische Automatik. Sobald das Gaspedal betätigt wird, dreht der Motor schneller als das Getriebe und der Wandler fungiert in diesem Moment als stufenloses Getriebe.

» Alle Informationen zur Wandlerautomatik findet ihr hier im Überblick.

Automatisiertes Schaltgetriebe

Im Vergleich zur Wandlerautomatik sind automatisierte Schaltgetriebe weniger komfortabler. Das liegt unter anderem an den computergesteuerten Elektrohydraulik- oder Elektromechanik-Elementen. Ihre Vorteile liegen am geringeren Gewicht und höheren Wirkungsgrad.

» Alle Informationen zu automatisierten Schaltgetrieben findet ihr hier im Überblick.

Doppelkupplungsgetriebe

Wie der Name schon erahnen lässt, sind beim Doppelkupplungsgetriebe eigentlich zwei unabhängige Teilgetriebe verbaut. Eines bedient die geraden und das andere die ungeraden Gänge.

» Alle Informationen zum Doppelkupplungsgetriebe findet ihr hier im Überblick.

Stufenlose Automatikgetriebe (CVTs)

Der größte Vorteil von stufenlosen Automatikgetrieben (auch CVT Continuously Variable Transmission genannt) ist, dass sie dem Motor die beste Übersetzung anbieten. Bei jeder Geschwindigkeit kann der Motor mit maximaler Effizienz betrieben werden.

» Alle Informationen zum stufenlosen Automatikgetriebe (CVTs) findet ihr hier im Überblick.


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Das Getriebebuch (Der Fahrzeugantrieb)
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