ZF AG
Was ist eine Wandlerautomatik und wie funktioinert sie?

Was ist eine Wandlerautomatik und wie funktioinert sie?

Die Wandlerautomatik bietet klassischen Schaltkomfort, aber wie funktioniert sie eigentlich? Wir sagen es euch.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 06.07.2015

Die sogenannte Wandlerautomatik ist die klassische Automatik. Hier verbindet eine Flüssigkeitskupplung – der Drehmomentwandler – den Motor mit dem aus Planetenradsätzen bestehenden Getriebe.

Wie die Wandlerautomatik funktioniert

Wenn das Gaspedal nicht betätigt wird (Leerlaufdrehzahl)

Bei Leerlaufdrehzahl wirkt der Wandler wie eine getrennte Kupplung und überträgt so gut wie kein Drehmoment (ein bisschen allerdings schon, es ist als das typische Automatikkriechen spürbar).

Wenn das Gaspedal betätigt wird

Tritt der Fahrer jedoch aufs Gas, so dreht der Motor zunächst schneller als das Getriebe und der Wandler arbeitet in diesem Betriebsbereich als eine Art stufenloses Getriebe.

Drehzahlunterschied zwischen Motor und Getriebe

Je größer der Drehzahlunterschied zwischen Motor und Getriebe, desto größer ist die damit verbundene und sehr willkommene Drehmomentüberhöhung. Am Ende der Beschleunigungsphase holt das Getriebe den Motor ein, wodurch auch Differenzdrehzahl und Drehmomentüberhöhung verschwinden. Der Wandler funktioniert nun wie eine normale, geschlossene Kupplung. Eine feine Sache also.

Autolexikon: Die 4 Bauformen von Automatikgetrieben

Wandlerautomatik, damals und heute

Wie die Wandlerautomatik bei älteren Modellen funktionier

Im Getriebe selbst sitzen miteinander gekoppelte Planetenradsätze. Durch geschicktes Verbinden, Trennen oder Abbremsen der drehenden Bauteile können einem solchen Getriebe unterschiedliche Übersetzungen entlockt werden. Diese Schaltkupplungen- und Bremsen funktionieren hydraulisch, die pünktliche Aktivierung oblag früher einer komplexen, hydraulischen Steuerung bestehend aus Ventilen, Kanälen und Fliehkraftreglern.

Neue(re) Fahrzeuge und Wanderschlupf

Heute sind elektronische Steuergeräte damit betraut. Das Erzeugen des für die Steuerung nötigen Öldrucks sowie der vorwiegend in älteren Geräten auftretende Wandlerschlupf sorgen für einen gewissen Wirkungsgradverlust relativ zu normalen Schaltgetrieben.

Fachliteratur zum Thema Fahrzeuggetriebe

Fahrzeuggetriebe: Grundlagen, Auswahl, Auslegung und Konstruktion
  • Naunheimer, Harald (Autor)
  • 806 Seiten - 28.08.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Springer Vieweg (Herausgeber)
Das Getriebebuch (Der Fahrzeugantrieb)
  • Fischer, Robert (Autor)
  • 406 Seiten - 29.07.2016 (Veröffentlichungsdatum) - Springer Vieweg (Herausgeber)
Fahrzeuggetriebe
  • Klement, Werner (Autor)
  • 232 Seiten - 10.04.2017 (Veröffentlichungsdatum) - Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (Herausgeber)

Einige hier angeführte Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr auf so einen Affiliate-Link klickt und über diesen Link einkauft, bekommt autorevue.at vom betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für den Benutzer bzw. Käufer verändert sich der Preis nicht!