Das ist der vollelektrische Porsche Taycan [Alle Infos]

Nach nahezu unzähligen Teasern präsentierte Porsche jetzt die Serienversion seines ersten vollelektrischen Sportwagens. Die ersten Modelle der neuen Baureihe sind Porsche Taycan Turbo S und Porsche Taycan Turbo, mit dem deutlich günstigeren Taycan 4S ist auch das Einstiegsmodell bereits bestellbar.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 14.10.2019

“Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära”, sagte Porsche-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume anlässlich der Weltpremiere des Taycan. Bei der “Seele eines lebhaften jungen Pferdes” – so die Bedeutung des Namens – handelt es sich um den ersten Porsche, der vollelektrisch fährt. Die ersten Modelle der neuen Baureihe heißen mit vollen Namen Taycan Turbo S und Taycan Turbo und zählen zu den leistungsstärksten Serienmodellen, die die Zuffenhausener derzeit im Programm haben. Im Oktober stellte Porsche mit dem Taycan 4S das neue Einstiegsmodell vor, das in Österreich ab 109.234 Euro zu haben ist.

Elektroauto-Marktübersicht: Alle E-Autos in Österreich auf einen Blick, mit Reichweiten, Preisen und Testberichten

Weltpremiere des Porsche Taycan: Livestream zum Nachschauen

Topversion Porsche Taycan Turbo S mit 761 PS

In der Topversion Turbo S kommt der Taycan auf bis zu 560 kW (761 PS) Overboost-Leistung im Zusammenspiel mit der Launch-Control, der Taycan Turbo auf bis zu 500 kW (680 PS). Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Taycan Turbo S in 2,8 Sekunden, der Taycan Turbo benötigt mit 3,2 Sekunden etwas länger – aber immer noch alles andere als lang. Der Top-Speed beider Modelle liegt bei bei 260 km/h. Die Reichweite nach WLTP beziffert Porsche mit bis zu 412 Kilometer beim Taycan Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Taycan Turbo.

Einstiegsmodell Porsche Taycan 4S

Als Einstiegsmodell fungiert der im Oktober vorgestellte Porsche Taycan 4S. Er ist mit zwei Batteriegrößen erhältlich und leistet mit der serienmäßig verbauten Performance-Batterie mit einer Gesamtkapazität von 79,2 kWh bis zu 390 kW (530 PS). Mit der Performance-Batterie Plus (Gesamtkapazität 93,4 kWh) kommt der Taycan 4S auf bis zu 420 kW (571 PS).

In beiden Varianten beschleunigt der Taycan 4S in 4,0 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Die Reichweite nacht WLTP beträgt bis zu 407 Kilometer mit Performance-Batterie und bis zu 463 Kilometer mit Performance-Batterie Plus (jeweils nach WLTP). Die maximale Ladeleistung (Peak) liegt bei 225 kW (Performance-Batterie) beziehungsweise 270 kW (Performance-Batterie Plus).

Zwei Elektromotoren, innovatives Getriebe

Der Taycan wird von zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse angetrieben, ist also ein Allradler. Besonders stolz ist Porsche auf das an der Hinterachse verbaute Zweigang-Getriebe: Der erste Gang verschafft dem Taycan eine noch stärkere Beschleunigung vom Start weg, während der lang übersetzte zweite Gang auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten eine hohe Effizienz und ebensolche Leistungsreserven sicherstellen soll.

© Bild: Porsche

Erstes Serienfahrzeug mit 800 Volt Systemspannung

Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer Systemspannung von 800 Volt anstatt der bei Elektroautos üblichen 400 Volt antritt. So kann mit Gleichstrom (DC) im Schnellladenetz in fünf Minuten Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite (nach WLTP) nachgeladen werden. Von fünf bis 80 Prozent SoC (State of Charge) kann der E-Porsche bei Idealbedingungen in 22,5 Minuten geladen werden. Die maximale Ladeleistung (Peak) beträgt 270 kW, die Gesamtkapazität der Batterie liegt bei 93,4 kWh. In der eigenen Garage kann der Taycan an der Wallbox mit bis zu 11 kW mit Wechselstrom “aufgetankt” werden.

Wissenswertes und aktuelle Testberichte zum Thema Wallbox haben wir hier für euch zusammengefasst.

Zentral vernetztes Fahrwerk-Steuersystem

Ein zentral vernetztes Steuersystem analysiert und synchronisiert alle Fahrwerksysteme in Echtzeit. Der Porsche Taycan fährt mit einer adaptiven Luftfederung mit Dreikammer-Technologie inklusive elektronischer Dämpferregelung PASM und elektromechanischer Wankstabilisierung inklusive Porsche Torque Vectoring Plus. Der Fahrer kann zwischen
den vier Fahrmodi “Range”, “Normal”, “Sport” und “Sport Plus” wählen, im “Individual”-Modus können einzelne Systeme nach Wunsch konfiguriert werden.

© Bild: Porsche

Futuristisches Cockpit

Auch beim Design des Interieurs hat Porsche sich offensichtlich alle Mühe gegeben, dem Fahrer das Gefühl zu geben, auf dem Weg in Richtung Zukunft zu sein. Besonders auffallend ist die überwiegende Abwesenheit von Knöpfen und Schaltern: Die Funktion der klassischen Bedienelemente soll jetzt unter anderem die Sprachsteuerung übernehmen, die auf das saloppe Kommando “Hey, Porsche” abgerichtet ist. Alternativ kann man immer noch drücken, nur eben nicht auf klassische Köpfe, sondern auf diverse Touch-Elemente. Ein zentrales 10,9 Zoll großes Infotainment-Display und ein weiteres optionales Display für den Beifahrer sind zu einem Glasband in Black-Panel-Optik zusammengefasst. Ein frei stehendes, gebogenes Kombiinstrument bildet den höchsten Punkt auf der Instrumententafel.

Die Bedeutung des Namens “Taycan”

Für alle, die noch immer über den Namen des ersten Elektro-Porsches nachgrübeln, reichte der Autobauer einige Wochen nach der Weltpremiere eine ausführliche Erklärung nach. Ganz einfach ist die nicht: Der Name “Taycan” setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die aus dem orientalischen Sprachraum stammen, und soll sinngemäß “Seele eines lebhaften, jungen Pferds” bedeuten.

Die Österreich-Preise für den Porsche Taycan

Porsche Taycan Turbo S und Porsche Taycan Turbo sind ab sofort bestellbar und kosten in Österreich 189.702 bzw. 156.153 Euro. Die Preise für den Taycan 4S beginnen bei 109.234 Euro (mit Performance-Batterie) bzw. 115.956 Euro (mit Performance-Batterie Plus).

Video: Einblicke in die Taycan-Produktion in Zuffenhausen

Ungewöhnlicher Belastungstest vor der Weltpremiere

Schon vor der Weltpremiere, die am 4. September zeitgleich auf drei Kontinenten inszeniert wurde, hat Porsche die Werbetrommel für den Taycan kräftig gerührt. Zum Beispiel mit einem ungewöhnlichen Belastungtest: Im August beschleunigte Jonny Smith, Host des YouTube-Kanals Fully Charged, eine Vorserienversion des Taycan gleich 26 Mal hintereinander aus dem Stand auf 200 km/h. Mit dem Versuch wollte Porsche zeigen, dass der Taycan im Gegensatz zu anderen Elektroautos auch über längere Zeit seine volle Leistung abrufen kann.

Auch wir durften ein frühes Demo-Modell des Porsche Taycan – damals noch “Mission E” genannt – probefahren. Hier geht’s zum Artikel aus der autorevue 7/2018.

Der Porsche Taycan auf Rekordjagd

Kurze Zeit nach diesem extremen Belastungstest hat der Taycan, noch im Erlkönig-Kleid, auch den Rekord für den “schnellsten viertürigen vollelektrischen Sportwagen” am Nürburgring eingefahren, ein Titel, den Tesla aktuell im Begriff ist, den Zuffenhausenern wieder zu entreißen. Die viel wichtigere Frage, nämlich ob Porsche auch in der Lage sein wird, Tesla im Kampf um die Gunst von Freunden performanceorienterter Elektrowagen das Wasser zu reichen, wird sich erst zeigen. Über 30.000 Mal soll der Elektro-Porsche noch vor seiner Weltpremiere bereits vorbestellt worden sein.

“Grünes Darlehen” für die Finanzierung des Porsche Taycan

Um die Produktion des Taycan zu finanzieren, leiht sich Porsche mit einem
so genannten grünen Schuldschein eine Milliarde Euro. Die Gelder würden “ausschließlich dazu [dienen], nachhaltige Projekte zu refinanzieren”, teilte das Unternehmen mit. Konkret geht es dabei um den Taycan, zum Projekt gehören aber auch die nachhaltige Entwicklung und Konzeption des Wagens sowie der Bau der Werke, etwa der Montagehalle mit fahrerlosen Transportsystemen. An dem Schuldscheindarlehen beteiligten sich laut Porsche mehr als 100 institutionelle Investoren wie Banken, Pensionsfonds und Versicherungen. Unter ihnen waren demnach viele internationale Investoren vor allem aus Asien. Bis 2022 will Porsche mehr als sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren.


Voriger
Nächster