Die 10 Gebote der Fahrsicherheit

Wenn ihr diese Gebote befolgt, steigen die Chancen, zusammen mit euren Passagieren unfallfrei und gesund ans Ziel zu kommen!

03.06.2016 Online Redaktion

1. Du sollst dein Auto in Schuss halten

Ölstand checken, Reifendruck prüfen (und dabei die Reifen gleich auf Schäden untersuchen), Scheiben reinigen: Ein properes Auto ist ein glückliches Auto und bringt euch sicher ans Ziel!

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© Bild: Michael Szemes

2. Du sollst deine Passagiere ordentlich unterbringen

Wer alt genug ist, um sich selbst anzugurten, wird dies (hoffentlich) ohnehin tun. Kinder gehören in solide Kindersitze, am besten mit Isofix an die Karrosserie geschnallt, und Hunde gehören möglichst in einen ausreichend dimensionierten Käfig in den Kofferraum. Und: Solange der Beifahrerairbag aktiviert ist, gibt’s keine Beine am Armaturenbrett. Auch wenn’s gemütlich ist.

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© Bild: YouTube/ADAC

3. Du sollst deinen Krempel ordentlich unterbringen

Im Falle eines Unfalls wird jedes Ladegut zum Geschoss mit einem Vielfachen seines Eigengewichts. Da tut man gut daran, die Kisten, Möbel und Taschen ordentlich verstaut zu haben: Im Kofferraum möglichst weit vorne an die Sitzlehnen und schwere Sachen möglichst nach unten. Mittlerweile haben viele Autos kluge Netze und Einteilungen für den Kofferraum – nützt das!

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4. Du sollst ordentlich verzurren, was nicht ins Auto passt

Manchmal muss Gepäck aufs Dach, auch wenn es dort die Aerodynamik versemmelt und den Schwerpunkt nach oben treibt (Achtung in den Kurven!). Auch hier gilt: Nur leichtes Gepäck in eine Dachbox und (besonders bei Fahrrädern) immer auf die Gesamthöhe des Fahrzeugs achten. Alternativ gibt es auch Fahrradträger fürs Heck, was (abgesehen von der schlechten Sicht nach hinten) die schlauere Lösung ist.

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Noch ein Wort zu den roten Nummerntafeln: Die sind nur für LKWs vorgesehen, die einen ausländischen Trailer mitnehmen. Am Privat-PKW bitte einfach die hintere Nummerntafel umstecken.

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5. Du sollst ordentlich sitzen

Den Sitz zuerst soweit vorschieben, dass die Knie beim Durchtreten der Bremse noch leicht angewinkelt sind. Sitzlehne aufrecht (schont den Rücken), Sitzhöhe so, dass ein guter Blick auf die Straße und die Armaturen gewährleistet ist. Zwischen Brust und Lenkrad sollten mindestens 30 cm bleiben. Lenkrad möglichst steil stellen. Die Schultern sollten noch an der Lehne sein, wenn man das Handgelenk oben aufs Lenkrad legt. Die Kopfstütze sollte mit dem Kopf abschließen. Optimale Lenkradhaltung: Viertel nach neun. Oder dreiviertel drei.

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6. DU SOLLST DICH NICHT ABLENKEN LASSEN!

Ablenkung ist mittlerweile wohl die häufigste Unfallursache und größte Gefahr im Straßenverkehr. Daher zuallererst und -oberst: Legt das Handy weg. Vor Fahrtantritt mit dem Radio koppeln für entspannte Musik und etwaige Kurz-Telefonate („Bin grad unterwegs – isses dringend?“), und dann am besten unter die Mittelarmlehne. Kein Messaging, kein Youtube, keine Fotos/Videos. Die anderen Verkehrsteilnehmer danken.

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© Bild: Michael Szemes

Und auch sonst drohen viele Verlockungen: Navigationssysteme, Rasierapparate, Zigarettenpackerln, Burger, Getränkedosen,… Widerstehe ihnen! Du sollst autofahren und sonst nix!

7. Du sollst deinen Fahrstil an Wetter und Straße anpassen

Schon in der Fahrschule lernt man: Bei nasser Fahrbahn wird die Geschwindigkeit um 30% reduziert, bei Schneefahrbahn um bis zu 70%. Sonst drohen endlose Bremswege. In jedem Fall lieber ein paar km/h zu langsam fahren, anstatt mit ein paar zu viel die Kurve nicht zu derpacken. Unbelehrbare Drängler werden bei der nächsten Gelegenheit zum Überholen gebeten.

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8. Du sollst vorausschauend fahren

Ein einfacher Trick, der das Auto schont, den Verbrauch reduziert, die Stimmung verbessert und die Fahrsicherheit enorm steigert: Entspannt und vorausschauend fahren. Die Ampel da vorne blinkt? Da kann man schon vom Gas gehen. Und: Die anderen Verkehrsteilnehmer sind keine Gegner. Zeigt ihnen, was ihr vorhabt (blinken vor dem Spurwechseln). Gönnt ihnen auch mal eine Lücke, wenn sie die Spur wechseln wollen. Bedrängt niemanden, der eh im Tempolimit unterwegs ist (überhaupt: Abstand halten!). Und, auch essenziell: Steht niemandem unnötig im Weg herum!

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9. Du sollst mit dem Blick dem Straßenverlauf folgen

Ein einfacher Trick, um schöne Kurven zu fahren.

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10. Du sollst dich am linken Rand deiner Spur orientieren

Straßenbankette sind oft tückisch, auch können am rechten Fahrbandrand unvermittelt Fußgänger oder Radfahrer auftauchen. Wenn ihr euch am linken Rand der Fahrspur orientiert (bzw. an der Mittellinie), seid ihr sicherer unterwegs. Und außerdem habt ihr die Markierungen auf der Fahrerseite leichter im Blick als jene auf der rechten Seite – so könnt ihr schön eure Spur ziehen.

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© Bild: Michael Szemes

Wir wünschen euch eine gute und vor allem unfallfreie Fahrt!

  • Markus Dahmann

    Tip 10 ist hanebüchen. Meine Vorredner unterstellen noch, daß alle wirklichwirklich rechts der Mittellinie bleiben – und schon das geht in die Hose.

    Noch mehr aber, daß die meisten es nicht schaffen und insbesondere in Linkskurven den Radius schneiden, de facto mit den Hinterrädern auf der Gegenfahrbahn fahren. Wehe, da kommt einer, der nicht übervorsichtig schärfstens rechts gefahren ist, entgegen!

    Alles schon erlebt, inclusive Totalschaden des ausweichenden „Kurvenschneiders“.

    Leider wissen vor allem in den heutigen Panzerspähwagen kaum noch Lenker, wo genau denn „scharf rechts“ bei Ihrer Kalesche wäre …

  • Dr. Jan Henrich

    Punkt 10 ist ja wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Wenn sich beide seiten danach richten und nur einer etwas unvorsichtig ist, dann viel Spaß mit den Seitenspiegeln. Außerdem muss ich dann als Motorradfahrer und auch als Autofahrer um einen Blick auf den Gegenverkehr zu werfen – was vor dem Überholen ja wünschenswert wäre – bereits auf die andere Fahrbahnseite. So kann ein tipp zur Verkehrssicherheit ja wohl nicht gemeint sein. Schon gar nicht in einem Land wie Österreich, wo auch so schon 9 von 10 Autofahrern nichts vom Links – Fahr – Gebot gehört haben.

  • Dutiful Crayfish

    Einspruch gegen Punkt 10: Erstens haben wir in der Fahrschule noch das genaue Gegenteil (nämlich sich am rechten Fahrbahnrand zu orientieren) gelernt. Und zweitens haben wir das zu Recht so gelernt.
    Das Bild zu diesem Punkt zeigt deutlich: Würde der LKW den tollen Tip auch beherzigen hätten wir einen wunderbaren Crash mit dem Toyota.
    Links fahren erschwert ausserdem für die nachfolgenden Fahrzeuge die Sicht nach vorne um zu prüfen ob eventuell überholt werden kann. Führt dann wieder zu unnötigen Aggressionen oder gar gefährlichen Überholmanövern.
    Wenn ein Fußgänger/Radfahrer rechts auftaucht muss ich eben etwas weiter
    links fahren/überholen – falls Platz ist. Ansonsten abbremsen.

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