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Donna Michelle und ein 1964 Ford Mustang
 

Playmates und ihre Autos

Neben zahlreichen Bildern und Verpflichtungen des „Playmates of the Year“ gibt es etwas, was uns wirklich interessiert: Das jeweils gewonnene Auto.

20.01.2016 radical mag

Die Geschichte vom Verhältnis der Frauen und der Autos ist so alt wie das Auto selbst, man erinnere sich, es war schließlich Bertha Benz, die im August 1888 die erste längere Ausfahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 unternahm und damit viel dazu beitrug, dass die selbstfahrenden Geräte in der Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen wurden. Auch die Bertha posierte damals beim und im Wagen – womit wir dann quasi schon mitten im Thema sind.

Enorme Zahlen

Selbstverständlich hatte auch der «Playboy», das amerikanische Männermagazin, das wir immer ausschließlich seiner hervorragenden journalistischen Leistungen wegen gelesen haben, immer etwas mit Autos zu tun – es war eine der festen Rubriken im Heft, denn schließlich ging es um «alles, was Männern gefällt». Gegründet 1953, hatte der «Playboy» in den 70er Jahren seine beste Zeit – von der Ausgabe August 1972 wurden 7 Millionen Exemplare verkauft. Und dies allein in den USA: heute erscheint das Magazin in 32 verschiedenen Länderausgaben produziert, kommt auf eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplare, in den Vereinigten Staaten sind es noch 800.000 Exemplare – Internet sei Dank, denn im Netz sind ja jetzt die besten Stories zu lesen…

Donna Michelle und der Rosa Mustang

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Aber eben, wir wollen hier etwas erzählen vom Playboy, den Damen und dem einst so wertvollen Titel «Playmate of the Year» sowie auch von Autos. Ab 1964 nämlich erhielt das Mädchen, das von den Lesern zur Schönheit des Jahres gekürt wurde, immer auch ein Automobil als Preis. Es war aber nicht irgendein Wagen, nein, es begann schon im ersten Jahr – die «Playmate of the Year», damals Donna Michelle, posierte in einem rosa Mustang. Nun muss man wissen: der Mustang war von Henry Ford II und Lee Iacocca am 17. April auf der New Yorks World’s Fair enthüllt worden, die Ausgabe mit Michelle und dem Mustang kam wenige Tage später auf den Markt – und war ein großartiger Coup, allerbeste Werbung sowohl für den Mustang wie auch für den Playboy. Schön, wie damals das Zusammenspiel zwischen Presse und Auto-Herstellern funktionierte. Später wurde aus genau diesem Motiv sogar noch eine Briefmarke.

Allison Parks und der Dodge Charger

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Das Ziel war es immer, mit dem Preis für die Playmate des Jahres auch den amerikanischen Lifestyle auszudrücken, wie der ehemalige Playboy-Mitarbeiter A.J. Baime in einem Artikel für das auch sonst lesenswerte Online-Magazin thedrive.com schreibt. Auf den Bildern waren die Gewinnerinnen immer angezogen – schließlich sollte der Wagen so ein bisschen im Mittelpunkt stehen. Und das Auto war jeweils das, was die Amerikaner damals haben wollten, 1966 ein Dodge Charger – der zufälligerweise am gleichen Tag präsentiert wurde, wie die entsprechende Playboy-Ausgabe auf den Markt kam. Inklusive exzellenten Stories von Roald Dahl und Jean-Paul Sartre. Und Allison Parks als Playmate des Jahres.

Lisa Baerker und der Plymouth Barracuda

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

1967 war es die zweite Generation des Plymouth Barracuda als Geschenk an Lisa Barker, in einem wunderbaren rosa-violetten Farbton, der kaum kontrastierte zum Kleid der jungen Dame – auch der Barracuda hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt im Playboy.

Connie Kreski und der Shelby Mustang GT500

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Connie Kreski erhielt 1969 das wohl heißeste Gerät überhaupt, einen Shelby Mustang GT500. Ob sie ihn fuhr, das weiß man nicht. Doch damit nicht genug: die Krankenschwester, die auch noch Psychiatrie studierte, gewann zudem noch eine Harley-Davidson und ein Rennrad und einen Swimming-Pool. Es hat sich damals also noch gelohnt, in die Kamera zu lächeln.

Liv Lindeland und der DeTomaso Pantera

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

In den 70er Jahren kam ja dann auch die Konkurrenz des Playboy ins Spiel, «Penthouse». Es war eine harte Schlacht, gewonnen haben am Schluss beide. Wie schon erwähnt, hatte der Playboy 1972 sein bestes Jahr – und die Playmate des Jahres erhielt das wohl außergewöhnlichste Fahrzeug überhaupt, einen rosa DeTomaso Pantera. Doch Liv Lindeland war auch etwas Besonderes: sie war das erste Playmate des Jahres, bei der auf den Bildern zu sehen war, dass sie nicht nur auf dem Kopf Haare hatte.

Marilyn Lange und der Porsche 911S

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Für Marilyn Lange gab es 1975 einen Porsche 911S, natürlich, wie fast immer, in Rosa – und 5.000 Dollar in bar. Es würde uns noch interessieren, was genau dieser Porsche mit diesem Hintergrund heute wert ist.

Debra Jo Fondren und der Nissan 280ZX

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Sicher mehr als der Nissan 280ZX, den Debra Jo Fondren 1978 als Prämie erhielt. Dafür ist die Geschichte von Debra wunderbar: Sie arbeitete als Kellnerin in einer Bar irgendwo im Niemandsland in Texas, als eines Tages ein Photograph hineinspazierte, sie sah, sie mitnahm ins Studio – und damit ihr Leben für immer änderte.

Marianne Gravatte und der Porsche 928

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Marianne Gravatte gewann diesen Porsche 928, für einmal nicht in Rosa.

India Allen und der Lamborghini Countach

Playboy: Playmates und Autos
© Bild: Playboy Enterprises via radicalmag

Mit dem letzten Wagen, den wir hier zeigen, hatte es eine ganz andere Bewandtnis. 1988 wurde India Allen zur schönsten Frau des Jahres gekürt, sie war, so schreibt USA Today «a Playmate to top all Paymates» – und sie gewann einen Lamborghini Countach. Bloß, wer genau hinschaut, der wird erkennen – es war gar kein Countach. Ob India Allen das wusste, wissen wir auch nicht.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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